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27.01.2013

15:50 Uhr

Gebrauchte Audi A6

Der Dauerlauf-Dienstwagen

Quelle:dpa

Der Audi A6 gilt als Dauerläufer, zuverlässig und von guter Qualität. In der Pannenstatistik schneidet er als Gebrauchter bestens ab - trotz kleiner Mängel.

Langstreckenqualität trifft auf Zuverlässigkeit: ADAC und TÜV urteilen positiv über den Audi A6. Kleine Makel hat aber auch er. dpa

Langstreckenqualität trifft auf Zuverlässigkeit: ADAC und TÜV urteilen positiv über den Audi A6. Kleine Makel hat aber auch er.

BerlinDer Audi A6 ist ein beliebter Dienstwagen. Das macht das Modell der gehobenen Mittelklasse, das mit dem 5er BMW und der Mercedes E-Klasse vergleichbar ist, unter anderem als Leasing-Rückläufer für Gebrauchtwagenkäufer interessant. Solange der Pflegezustand stimmt, ist nach Einschätzung von ADAC und TÜV ein hoher Kilometerstand akzeptabel: Der A6 gilt als Dauerläufer.

Qualität und Zuverlässigkeit seien beim Audi A6 "auf sehr hohem Niveau", urteilt der ADAC mit Blick auf seine Pannenstatistik, in der der Wagen seit Jahren sehr gut abschneidet. Entsprechend kurz ist die Mängelliste: Darin sind vereinzelte Zylinderschäden aufgeführt, meist bei den bis 2007 gebauten 3.0 TDI, die im Rahmen einer Kulanzregelung vom Hersteller behoben wurden. Bei einigen Exemplaren (bis 2007) streikte die Lichtmaschine .

Wissenswertes über Motoröl

Wozu benötigt ein Verbrennungsmotor Öl?

Öl ist der Schmierstoff des Motors. Es sorgt für einen leichten Lauf und ein reibungsarmes Zusammenspiel der beweglichen Teile im Motor. Das Motoröl dient auch zur Feinabdichtung zwischen Kolben, Kolbenringen und Zylinderlaufflächen. Und es hat einen kühlenden Effekt: Es senkt die Temperatur von Teilen, an die das Kühlmittel nicht herankommt - zum Beispiel die Kolben. Öl sorgt außerdem dafür, dass Motorteile von Verbrennungsrückständen gereinigt werden.

Wie viel Öl verbraucht ein Auto?

Laut den Erfahrungswerten der Sachverständigenorganisation KÜS beträgt der Ölverlust zwischen 0,5 und 1 Liter auf 1.000 Kilometer. Wie hoch er genau ist, hängt unter anderem von der Dichtigkeit der Kolbenringe, der Zylinderzahl und dem Hubraum ab. Ein Bugatti Veyron mit 16 Brennkammern wird mehr Öl benötigen als ein Dreizylinder im Peugeot 208.

Wie wird der Ölstand überprüft?

Bei modernen Autos wird der Ölstand automatisch überwacht. Dennoch sollte der Stand nach einer Faustformel des AvD bei jeder zweiten Betankung manuell überprüft werden. Dabei wird der Wagen auf einer geraden Fläche abgestellt. Dann den Messstab herausziehen, abwischen, wieder vollständig einschieben und erneut herausziehen. Anhand der Markierungen am Messstab kann der Ölstand abgelesen werden.

Wann ist ein Ölwechsel an der Reihe - und warum?

Die Intervalle für den Ölwechsel gibt der Hersteller vor. Aufgrund voranschreitender Technik bei Motoren und Ölen werden sie immer größer. Dennoch unterliegt Motoröl grundsätzlich dem Verschleiß: Verbrennungsrückstände wie Ruß oder Schwefeloxide und der Motorabrieb können es zum Beispiel verunreinigen. Auch kann es zu einer Verdünnung kommen - zum Beispiel durch unverbranntes Benzin bei häufigen Kaltstarts von Ottomotoren. Im schlimmsten Fall entstehen dadurch Antriebsschäden.

Sollte der Ölfilter beim Ölwechsel gleich mit erneuert werden?

Nahezu synchron zum Öl verschmutzt auch der Ölfilter, da er Verschmutzungen des Schmierstoffs auffängt. Experten empfehlen deshalb, den Filter zeitgleich mit dem Öl auszutauschen.

Welches Öl sollte verwendet werden?

Unterschiedliche Motorkonzepte stellen grundsätzlich individuelle Anforderungen an das Motoröl, so der ADAC. Informationen zur vorgeschriebenen Ölsorte finden sich in der Betriebsanleitung des Fahrzeuges. Alternativ geben Fachwerkstätten Auskunft. Bei der Auswahl des Motoröls sollte man sich auch zur Sicherung der Garantieansprüche immer an die Herstellervorgaben halten und dann erst am Preis orientieren.

Worin liegt der Unterschied zwischen Ein- und Mehrbereichsöl?

Öl ist bei Kälte dick und bei Hitze dünn. Auch bei den veralteten Einbereichsölen für Fahrzeugmotoren ist das so, sie sind also nur für bestimmte Umgebungstemperaturen geeignet. Deshalb stand früher im Herbst und Frühjahr der obligatorische Ölwechsel an. Sogenannte Mehrbereichsöle behalten ihre Schmiereigenschaft in der Regel unabhängig von der Außentemperatur.

Was sind Leichtlauföle und warum lässt sich durch sie Sprit sparen?

Leichtlauföle verringern im Vergleich zu herkömmlichen Mehrbereichsölen durch verbesserte Fließeigenschaften nochmals die Reibung im Motor. Laut ADAC sinkt der Spritverbrauch durch die Verwendung von Leichtlaufölen im Kurzstreckenverkehr um vier bis sechs, bei Überlandfahrten bis zu vier, auf der Autobahn um bis zu zwei Prozent.

Was ist von Ölzusätzen aus dem Zubehörhandel zu halten?

Modernen Motorölen werden schon bei der Herstellung spezielle Additive zugefügt - etwa, um die Viskosität möglichst unabhängig von der Umgebungstemperatur zu machen. Universelle Zusätze, wie es sie im Zubehörhandel gibt, können dieses Gleichgewicht stören und im Extremfall zu Motorschäden führen. Autohersteller lehnen solche Ölzusätze deshalb strikt ab. Kann bei einem Schaden der Zusammenhang mit Zusätzen bewiesen werden, übernehmen Autobauer keine Haftung. Garantien und Gewährleistungen gelten dann nicht mehr.

Dem "TÜV Report" zufolge gibt es öfters mit der Multitronic-Schaltung Probleme. Als Mängelschwerpunkt des bis 2004 gebauten A6 Typ 4B haben sich bei der Kfz-Hauptuntersuchung poröse Bremsschläuche herausgestellt. Beim Nachfolger moniert der TÜV Rost an Türunterkanten und Heckdeckel.

Mit der Einführung des A6 löste Audi die bis dahin übliche Bezeichnung Audi 100 ab. Der erste A6 war 1994 im Grunde jedoch nur ein modellgepflegter Audi 100. Ein komplett neuer A6 erschien 1997 (4B). Nachfolger (4F) war der von 2004 bis 2011 gebaute Wagen, der 2008 geliftet wurde. Neben der viertürigen Limousine wird ein Avant genannter Kombi angeboten, den es auch in der Offroad-Variante Allroad gibt.

Anfang 2011 zeigte Audi auf der Motorshow in Detroit die dritte und aktuelle Generation (4G). Die meisten A6 haben einen Turbodiesel (TDI) unter der Haube - allerdings werden die Selbstzünder erst seit 2005 mit Partikelfilter bestückt. Die Spanne der TDI-Modelle reicht von dem mit 85 kW/115 PS recht schwach motorisierten Exemplar der ersten Generation bis zum 230 kW/313 PS starken Topdiesel bei der aktuellen Auflage. Die Benziner leisten je nach Baujahr und Generation zwischen 96 kW/130 PS und 422 kW/580 PS im Sportmodell RS6. Seit 2012 gibt es auch eine Hybridausführung mit 155 kW/212 PS Systemleistung, die neu ab 53.300 Euro kostet.

Was es beim Gebrauchtwagenkauf zu beachten gibt

Fahrzeugbesichtigung

Die Mängelsuche beginnt mit einem Rundgang ums Auto. In aller Ruhe sollten Spalte an Stoßfängern, Türen und anderen Anbauteilen in Augenschein genommen werden. Gibt es Unterschiede bei den Spaltmaßen, lässt das meist auf einen Unfallschaden schließen. Gleiches gilt, wenn Reifen unterschiedlich stark abgefahren sind oder das auf den Fahrzeugleuchten angegebene Produktionsdatum nicht mit dem Baujahr des Autos übereinstimmt. Dann wurden die Leuchten schon einmal ausgewechselt - möglicherweise nach einem Crash.

Papiere prüfen

Vor allem bei jüngeren Gebrauchtwagen sollte es unbedingt ein Serviceheft geben, in dem die Fahrzeugwartung lückenlos dokumentiert ist. Zusätzliches Vertrauen schaffen Kundendienstrechnungen, Reparaturnachweise und Prüfberichte. Viele Vorbesitzer im Fahrzeugbrief (Zulassungsbescheinigung Teil II) könnten trotz allem auf ein Montagsauto hindeuten - mehr als zwei Halter in fünf Jahren oder drei in sieben Jahren sind verdächtig.

Blick unter die Haube

Abgeplatzter Lack und Beschädigungen an Schraubverbindungen der Karosserieteile im Motorraum können ein Hinweis auf größere Reparaturen sein. Ölspritzer und Wasserflecken begründen den Zweifel an einem einwandfreien Antrieb. Aber auch ein sehr sauberer Motorraum sollte stutzig machen: Mit einer Motorwäsche könnten Spuren beseitigt und Undichtigkeiten kaschiert worden sein.

Rostsuche

Um Korrosionsschäden an der Karosserie auf die Spur zu kommen, lohnt ein Blick in verborgene Ecken, etwa unter den Kofferraumteppich, hinter die Tankklappe und in die Radkästen. Mit etwas Fingerspitzengefühl lässt sich Rost hinter den Schwellern ertasten. Korrosion unter dem Lack ist an einer welligen oder pickeligen Oberfläche zu erkennen. Muffiger Geruch im Innenraum deutet auf Feuchtigkeit im Wagen hin. In diesem Fall nach Möglichkeit den Teppich anheben und nach Wasserpfützen und Rost suchen.

Lack-Check

Ausgebesserte Unfallschäden lassen sich mit bloßem Auge oft nicht erkennen. Indizien dafür sind Farbspuren an eigentlich unlackierten Teilen wie Gummidichtungen und Federbeinen sowie unterschiedlich helle oder matte Lackstellen, die am besten im Tageslicht zu sehen sind. Wenn der Verdacht besteht, dass einzelne Stellen nachlackiert wurden, kann eine Lackdichtenmessung in einer Werkstatt Gewissheit schaffen.

Systemtest

Vor der Probefahrt sind sämtliche Fahrzeugfunktionen zu testen - von der Klimaanlage über elektrische Außenspiegel oder Sitzheizungen bis zum Radio. Unterwegs bleibt die Musik aus, da sie verdächtige Fahrgeräusche übertönen könnte. Beim Einschalten der Zündung müssen die Kontrollleuchten im Cockpit wie für ABS, ESP und Airbags kurz aufleuchten und beim Motorstart erlöschen. Leuchten einzelne Lämpchen weiter oder blinken sie erst gar nicht auf, stimmt etwas nicht. In der Bedienungsanleitung eines Autos sind alle Kontrollleuchten aufgeführt.

Probefahrt

Mal eben eine Runde ums Autohaus zu drehen, reicht nicht. Zur Probefahrt gehören eine Überlandetappe mit mehr als 80 km/h und eine Autobahnfahrt mit 120 km/h. Denn Mängel wie eine verzogene Spur, eine ausgeschlagene Lenkung oder defekte Stoßdämpfer machen sich meist erst bei höheren Geschwindigkeiten bemerkbar. Ein Fahrzeug zieht dann zur Seite, fühlt sich schwammig an oder liegt schlecht in der Kurve. Eine hakelige Schaltung, starke Vibrationen und Ruckbewegungen deuten auf Antriebsprobleme hin.

Tachostand

Bei älteren Autos mit vielen Gebrauchsspuren, aber nur geringer Laufleistung könnte der Tachostand manipuliert sein. Kilometerangaben im Inspektionsheft, auf Prüfberichten, Werkstattrechnungen oder dem Ölwechsel-Aufkleber im Motorraum lassen womöglich einen Betrug auffliegen. Aufschluss darüber könnten auch Nachfragen bei den Vorbesitzern geben, mit welchem Kilometerstand der Wagen jeweils weiterverkauft wurde.

Sachverständiger

Sobald auch nur geringste Zweifel daran aufkommen, dass ein Gebrauchter unfallfrei und technisch in Ordnung ist, sollten Kunden das Auto vor dem Kauf von einem unabhängigen Sachverständigen von TÜV, GTÜ, KÜS oder Dekra begutachten lassen. Das lässt sich in der Regel gut mit einer Probefahrt vereinbaren. Ist der Verkäufer damit nicht einverstanden, könnte er etwas verbergen wollen. Dann gilt grundsätzlich: Finger weg und nach einem anderen Auto suchen.

Seriösen Anbieter erkennen

Ein vertrauenswürdiger Gebrauchtwagenanbieter spricht offen über Vorschäden und Mängel an einem Auto. Er liefert eine lückenlose Fahrzeugdokumentation und im besten Fall ein technisches Gutachten von unabhängiger Stelle mit. Kunden dürfen den Gebrauchten in Ruhe besichtigen, ausführlich Probe fahren, und sie bekommen genügend Bedenkzeit vor dem Kauf. Bei Privatverkäufern gibt es meist günstigere Preise, bei Händlern dafür eine Gebrauchtwagengarantie. Oft können kleine Händler bessere Preise machen als große, da bei ihnen weniger Gemeinkosten auflaufen.

Wer sich auf dem Gebrauchtwagenmarkt nach einem vergleichsweise kräftig motorisierten Exemplar umsieht, sollte im Fall des S6 mit 320 kW/435 PS starkem Zehnzylinder von 2008 für rund 28.800 Euro fündig werden. Diesen Schätzpreis nennt die Schwacke-Liste für Wagen mit einer Durchschnittslaufleistung von etwa 89.700 Kilometern.

Wer eher nach einem Familienauto sucht, kann demnach einen A6 Avant 2.0 TFSI mit 125 kW/170 PS von 2010 für rund 19.700 Euro bekommen (58.400 Kilometer). Soll es eine Diesellimousine sein, kann der A6 3.0 TDI DPF quattro von 2009 mit 176 kW/240 PS starkem V6 eine Alternative sein - für etwa 22.250 Euro (81.300 Kilometer).

Kommentare (2)

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Bege30

27.01.2013, 16:14 Uhr

Was sind denn das alles für Mängel?
Ich habe bis zum Jahre 1996 nur deutsche Autos gefahren. U. a. ca 10 BMW 525, 1 Mercedes S Klasse. Ich habe immer nur Probleme gehabt. Dann habe ich mir einen Toyota Camry 6 Zylinder gekauft und festgestellt, dass ein Auto kein Öl brauchen muss.
Dieses Auto fahre ich immer noch. Da es ihn in Deutschland nicht mehr zu kaufen gibt, werde ich ihn reimportieren. Es ist wirklich unglaublich, ich habe erst einmal die Bremsbeläge wechseln müssen und 2 Lampen austauschen müssen. Alles andere funktioniert. Der TÜV hat ebenfalls nichts zu bemängeln.
Geld spielt bei mir keine Rolle. Prestige ist "mir Wurscht". - Also einfach gesagt, kein deutsches Auto mehr. So halte ich das die ganzen letzten 16 Jahre. Ich habe einfach keine Lust mehr auf deutschen Schrott.
Rolf Begemann

aspi

28.01.2013, 09:32 Uhr

Meinen A6 2.8, 1995 neu gekauft, fährt inzwischen mein Sohn. Kilometerstand 450.000. Letztes Frühjahr: TÜV. Einzige Beanstandung: Scheibenwischerblätter ersetzen. Und sonst: Läuftundläuftundläuft.

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