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27.04.2013

09:39 Uhr

Gebrauchte Chevrolet Matiz

Reparaturkosten gleich mit einplanen

Quelle:dpa

Es gibt Autos, die schnell aus dem Bewusstsein verschwinden, nachdem sie eingestellt wurden. Der Chevrolet Matiz ist so einer. Wer ihn als Gebrauchten kauft, gibt zunächst nicht viel aus. Aber es gibt einen Haken.

Luftsprünge sind da weniger angebracht: Laut dem TÜV fallen schon recht junge Exemplare des Chevrolet Matiz mit Macken auf. PR

Luftsprünge sind da weniger angebracht: Laut dem TÜV fallen schon recht junge Exemplare des Chevrolet Matiz mit Macken auf.

BerlinWenig imageträchtige Fahrzeuge wie der Chevrolet Matiz sind in der Regel recht günstig auf dem Gebrauchtwagenmarkt zu bekommen. Im Falle des Matiz geht die Rechnung aber nicht unbedingt auf, denn es können schnell Reparaturen anfallen: Laut dem "TÜV Report 2013" macht der kleine Chevy bei der Kfz-Hauptuntersuchung keinen besonders guten Eindruck.

Dem TÜV zufolge verschleißen Vorder- und Hinterachse vergleichsweise schnell, und Rost an tragenden Teilen zeichnet sich bereits ab dem siebten Jahr ab. Viele Defekte stellten die Prüfer auch an den Rückleuchten fest, anfällig sind zudem Bremsleitungen, wobei Bremsschläuche und die Lenkung eher selten beanstandet werden. 2006 gab es eine Rückrufaktion wegen defekter Beifahrerairbags.

Was es beim Gebrauchtwagenkauf zu beachten gibt

Fahrzeugbesichtigung

Die Mängelsuche beginnt mit einem Rundgang ums Auto. In aller Ruhe sollten Spalte an Stoßfängern, Türen und anderen Anbauteilen in Augenschein genommen werden. Gibt es Unterschiede bei den Spaltmaßen, lässt das meist auf einen Unfallschaden schließen. Gleiches gilt, wenn Reifen unterschiedlich stark abgefahren sind oder das auf den Fahrzeugleuchten angegebene Produktionsdatum nicht mit dem Baujahr des Autos übereinstimmt. Dann wurden die Leuchten schon einmal ausgewechselt - möglicherweise nach einem Crash.

Papiere prüfen

Vor allem bei jüngeren Gebrauchtwagen sollte es unbedingt ein Serviceheft geben, in dem die Fahrzeugwartung lückenlos dokumentiert ist. Zusätzliches Vertrauen schaffen Kundendienstrechnungen, Reparaturnachweise und Prüfberichte. Viele Vorbesitzer im Fahrzeugbrief (Zulassungsbescheinigung Teil II) könnten trotz allem auf ein Montagsauto hindeuten - mehr als zwei Halter in fünf Jahren oder drei in sieben Jahren sind verdächtig.

Blick unter die Haube

Abgeplatzter Lack und Beschädigungen an Schraubverbindungen der Karosserieteile im Motorraum können ein Hinweis auf größere Reparaturen sein. Ölspritzer und Wasserflecken begründen den Zweifel an einem einwandfreien Antrieb. Aber auch ein sehr sauberer Motorraum sollte stutzig machen: Mit einer Motorwäsche könnten Spuren beseitigt und Undichtigkeiten kaschiert worden sein.

Rostsuche

Um Korrosionsschäden an der Karosserie auf die Spur zu kommen, lohnt ein Blick in verborgene Ecken, etwa unter den Kofferraumteppich, hinter die Tankklappe und in die Radkästen. Mit etwas Fingerspitzengefühl lässt sich Rost hinter den Schwellern ertasten. Korrosion unter dem Lack ist an einer welligen oder pickeligen Oberfläche zu erkennen. Muffiger Geruch im Innenraum deutet auf Feuchtigkeit im Wagen hin. In diesem Fall nach Möglichkeit den Teppich anheben und nach Wasserpfützen und Rost suchen.

Lack-Check

Ausgebesserte Unfallschäden lassen sich mit bloßem Auge oft nicht erkennen. Indizien dafür sind Farbspuren an eigentlich unlackierten Teilen wie Gummidichtungen und Federbeinen sowie unterschiedlich helle oder matte Lackstellen, die am besten im Tageslicht zu sehen sind. Wenn der Verdacht besteht, dass einzelne Stellen nachlackiert wurden, kann eine Lackdichtenmessung in einer Werkstatt Gewissheit schaffen.

Systemtest

Vor der Probefahrt sind sämtliche Fahrzeugfunktionen zu testen - von der Klimaanlage über elektrische Außenspiegel oder Sitzheizungen bis zum Radio. Unterwegs bleibt die Musik aus, da sie verdächtige Fahrgeräusche übertönen könnte. Beim Einschalten der Zündung müssen die Kontrollleuchten im Cockpit wie für ABS, ESP und Airbags kurz aufleuchten und beim Motorstart erlöschen. Leuchten einzelne Lämpchen weiter oder blinken sie erst gar nicht auf, stimmt etwas nicht. In der Bedienungsanleitung eines Autos sind alle Kontrollleuchten aufgeführt.

Probefahrt

Mal eben eine Runde ums Autohaus zu drehen, reicht nicht. Zur Probefahrt gehören eine Überlandetappe mit mehr als 80 km/h und eine Autobahnfahrt mit 120 km/h. Denn Mängel wie eine verzogene Spur, eine ausgeschlagene Lenkung oder defekte Stoßdämpfer machen sich meist erst bei höheren Geschwindigkeiten bemerkbar. Ein Fahrzeug zieht dann zur Seite, fühlt sich schwammig an oder liegt schlecht in der Kurve. Eine hakelige Schaltung, starke Vibrationen und Ruckbewegungen deuten auf Antriebsprobleme hin.

Tachostand

Bei älteren Autos mit vielen Gebrauchsspuren, aber nur geringer Laufleistung könnte der Tachostand manipuliert sein. Kilometerangaben im Inspektionsheft, auf Prüfberichten, Werkstattrechnungen oder dem Ölwechsel-Aufkleber im Motorraum lassen womöglich einen Betrug auffliegen. Aufschluss darüber könnten auch Nachfragen bei den Vorbesitzern geben, mit welchem Kilometerstand der Wagen jeweils weiterverkauft wurde.

Sachverständiger

Sobald auch nur geringste Zweifel daran aufkommen, dass ein Gebrauchter unfallfrei und technisch in Ordnung ist, sollten Kunden das Auto vor dem Kauf von einem unabhängigen Sachverständigen von TÜV, GTÜ, KÜS oder Dekra begutachten lassen. Das lässt sich in der Regel gut mit einer Probefahrt vereinbaren. Ist der Verkäufer damit nicht einverstanden, könnte er etwas verbergen wollen. Dann gilt grundsätzlich: Finger weg und nach einem anderen Auto suchen.

Seriösen Anbieter erkennen

Ein vertrauenswürdiger Gebrauchtwagenanbieter spricht offen über Vorschäden und Mängel an einem Auto. Er liefert eine lückenlose Fahrzeugdokumentation und im besten Fall ein technisches Gutachten von unabhängiger Stelle mit. Kunden dürfen den Gebrauchten in Ruhe besichtigen, ausführlich Probe fahren, und sie bekommen genügend Bedenkzeit vor dem Kauf. Bei Privatverkäufern gibt es meist günstigere Preise, bei Händlern dafür eine Gebrauchtwagengarantie. Oft können kleine Händler bessere Preise machen als große, da bei ihnen weniger Gemeinkosten auflaufen.

In Deutschland wurde der 3,50 Meter lange Kleinstwagen Matiz erstmals 2005 angeboten. Zuvor war ein baugleiches Modell vom damaligen Kooperationspartner Daewoo am Markt. Angeboten wurde der Matiz nur als Fünftürer. Nachfolger des Wagens ist seit 2010 der Chevrolet Spark, der unter anderem in den USA, Korea und Deutschland entwickelt wurde.

Das Angebot unter der Haube des Matiz ist dünn, aber es gibt eine Besonderheit: Für einen Kleinstwagen unüblich gab es das Modell neu auch mit bivalenten Motoren für Autogas und Benzin zu kaufen - mit 0,8 Liter Hubraum und 38 kW/52 PS sowie mit 1,0 Liter Hubraum und 49 kW/67 PS. Beide Motoren waren auch als reine Benziner erhältlich.

Wer sich auf dem Gebrauchtwagenmarkt nach einem Chevrolet Matiz umsieht, dürfte ab 2.650 Euro fündig werden. Dieser Richtpreis ist in der Schwacke-Liste für einen Matiz 0.8 SE von 2005 mit dem kleinen Ottomotor verzeichnet. Die Marktbeobachter legen bei ihrer Berechnung eine Laufleistung von 78.000 Kilometern zugrunde. Teuerster Matiz dürfte demnach der 1.0 Gas SX mit 49 kW/67 PS von 2010 für 6.600 Euro sein (Laufleistung: 33.000 Kilometer).

Preislich dazwischen ist zum Beispiel der Matiz 0.8 Automatik S mit 38 kW/52 PS von 2008 für 4.600 Euro angesiedelt (51.000 Kilometer). Wer einen möglichst jungen Benziner sucht, sollte im Falle des Matiz 1.0 SX mit 49 kW/67 PS von 2010 noch etwa 5.650 Euro einkalkulieren (33.000 Kilometer).

Kommentare (1)

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scharfschuetze

29.04.2013, 16:59 Uhr

Für so´ne Badge -Engineering Krücke ist jeder Cent zuviel.
Und wér´s trotzdem gekauft hat, wird bestraft.
Völlig zu Recht!

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