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19.01.2013

09:51 Uhr

Gebrauchte Citroën C3

Mittelmäßiger Verwandlungskünstler aus Frankreich

Quelle:dpa

Die Grenzen verwischen: Coupés dürfen mittlerweile vier Türen haben. Und Crossover-Modelle mit Geländetugenden gibt es schon in allen Größen. Was Citroën 2003 jedoch mit dem C3 wagte, war ein Experiment.

Citroën C3:  In der Pannenstatistik des ADAC belegt der Kleinwagen einen Platz im vorderen Mittelfeld. dpa

Citroën C3: In der Pannenstatistik des ADAC belegt der Kleinwagen einen Platz im vorderen Mittelfeld.

BerlinDie kreativen Franzosen beweisen immer wieder Mut zu Experimenten. 2003 war der C3 so eines. Als Variante Pluriel ließ sich der kompakte Citroën in ein Cabrio verwandeln oder auch in einen Mini-Pick-up. So extravagant die flexible Dachkonstruktion auch war, in Sachen Zuverlässigkeit ist der Kleinwagen laut dem ADAC nur gutes Mittelmaß.

In der Pannenstatistik des Münchner Automobilclubs belegt der Franzose einen Platz im vorderen Mittelfeld und gilt deshalb noch als «recht zuverlässig». Zu seinen typischen Macken zählen Störungen im Motormanagement, die sich bei Dieseln und Benzinern der Baujahre 2002 bis 2005 häuften.

Vereinzelt sorgten defekte Anlasser für den Einsatz der Pannenhelfer (2002) sowie ausgehängte Schaltgestänge (2002/2003). Rückrufe gab es wegen defekter ABS-Steuergeräte (2003/2007), Federbrüchen (2005) und Mängeln an Generatorenbefestigungen (2007).

Bei der Kfz-Hauptuntersuchung werden vor allem die Bremsen vorne bemängelt: Nach fünf Jahren verzögere ein C3 schlechter als der Durchschnitt, heißt es im «TÜV Report 2013». Hinzu kommen ein recht hoher Ölverlust und rostende Auspuffanlagen. Bei vielen Exemplaren des Exoten C3 Pluriel ist laut dem TÜV das Dach undicht.

Im Jahr 2002 kam der C3 als konventioneller Kleinwagen in den Handel. Ein Jahr später betrat der Pluriel die Bühne. 2005 überarbeitete Citroën das Front- und Heckdesign sowie das Cockpit und bot den Wagen erstmals mit Start-Stopp-System an. 2009 feierte die zweite Generation auf der Internationalen Automobil-Ausstellung in Frankfurt Premiere. Mit ihr wurde auch die Minivan-Variante Picasso eingeführt.

Mit besonders sparsamem Dreizylindermotor gibt es den C3 zwar erst seit kurzem, doch auch die älteren Vierzylinder gelten als recht genügsame Aggregate. Verbaut wurden Benziner mit 1,1 Liter Hubraum und 44 kW/60 PS bis 1,6 Liter und 88 kW/120 PS (ab der zweiten Generation).

Die Diesel schöpfen je nach Baujahr und Auflage aus 1,4 und 1,6 Liter Hubraum 50 kW/68 PS bis 82 kW/112 PS. Von 2005 bis 2008 bot Citroën außerdem eine 54 kW/73 PS starke Erdgasversion an.

Wer sich auf dem Gebrauchtmarkt nach dem Erdgasmodell umsieht, muss laut der Schwacke-Liste für den C3 Bivalent von 2005 mit rund 4.800 Euro rechnen (durchschnittliche Laufleistung: 92.000 Kilometer). Für einen jüngeren Diesel der ersten Generation, etwa den C3 1.6 HDi FAP Exclusive von 2009 mit 80 kW/109 PS werden noch rund 8.900 Euro fällig (66.800 Kilometer).

Der C3 1.1 Advance mit dem Basisbenziner von 2011 wird für etwa 8.200 Euro gehandelt (20.000 Kilometer). Ein früher C3 Pluriel in der Gold-Edition von 2003 mit 54 kW/73 PS kostet noch gut 3.200 Euro (116.000 Kilometer).

Was es beim Gebrauchtwagenkauf zu beachten gibt

Fahrzeugbesichtigung

Die Mängelsuche beginnt mit einem Rundgang ums Auto. In aller Ruhe sollten Spalte an Stoßfängern, Türen und anderen Anbauteilen in Augenschein genommen werden. Gibt es Unterschiede bei den Spaltmaßen, lässt das meist auf einen Unfallschaden schließen. Gleiches gilt, wenn Reifen unterschiedlich stark abgefahren sind oder das auf den Fahrzeugleuchten angegebene Produktionsdatum nicht mit dem Baujahr des Autos übereinstimmt. Dann wurden die Leuchten schon einmal ausgewechselt - möglicherweise nach einem Crash.

Papiere prüfen

Vor allem bei jüngeren Gebrauchtwagen sollte es unbedingt ein Serviceheft geben, in dem die Fahrzeugwartung lückenlos dokumentiert ist. Zusätzliches Vertrauen schaffen Kundendienstrechnungen, Reparaturnachweise und Prüfberichte. Viele Vorbesitzer im Fahrzeugbrief (Zulassungsbescheinigung Teil II) könnten trotz allem auf ein Montagsauto hindeuten - mehr als zwei Halter in fünf Jahren oder drei in sieben Jahren sind verdächtig.

Blick unter die Haube

Abgeplatzter Lack und Beschädigungen an Schraubverbindungen der Karosserieteile im Motorraum können ein Hinweis auf größere Reparaturen sein. Ölspritzer und Wasserflecken begründen den Zweifel an einem einwandfreien Antrieb. Aber auch ein sehr sauberer Motorraum sollte stutzig machen: Mit einer Motorwäsche könnten Spuren beseitigt und Undichtigkeiten kaschiert worden sein.

Rostsuche

Um Korrosionsschäden an der Karosserie auf die Spur zu kommen, lohnt ein Blick in verborgene Ecken, etwa unter den Kofferraumteppich, hinter die Tankklappe und in die Radkästen. Mit etwas Fingerspitzengefühl lässt sich Rost hinter den Schwellern ertasten. Korrosion unter dem Lack ist an einer welligen oder pickeligen Oberfläche zu erkennen. Muffiger Geruch im Innenraum deutet auf Feuchtigkeit im Wagen hin. In diesem Fall nach Möglichkeit den Teppich anheben und nach Wasserpfützen und Rost suchen.

Lack-Check

Ausgebesserte Unfallschäden lassen sich mit bloßem Auge oft nicht erkennen. Indizien dafür sind Farbspuren an eigentlich unlackierten Teilen wie Gummidichtungen und Federbeinen sowie unterschiedlich helle oder matte Lackstellen, die am besten im Tageslicht zu sehen sind. Wenn der Verdacht besteht, dass einzelne Stellen nachlackiert wurden, kann eine Lackdichtenmessung in einer Werkstatt Gewissheit schaffen.

Systemtest

Vor der Probefahrt sind sämtliche Fahrzeugfunktionen zu testen - von der Klimaanlage über elektrische Außenspiegel oder Sitzheizungen bis zum Radio. Unterwegs bleibt die Musik aus, da sie verdächtige Fahrgeräusche übertönen könnte. Beim Einschalten der Zündung müssen die Kontrollleuchten im Cockpit wie für ABS, ESP und Airbags kurz aufleuchten und beim Motorstart erlöschen. Leuchten einzelne Lämpchen weiter oder blinken sie erst gar nicht auf, stimmt etwas nicht. In der Bedienungsanleitung eines Autos sind alle Kontrollleuchten aufgeführt.

Probefahrt

Mal eben eine Runde ums Autohaus zu drehen, reicht nicht. Zur Probefahrt gehören eine Überlandetappe mit mehr als 80 km/h und eine Autobahnfahrt mit 120 km/h. Denn Mängel wie eine verzogene Spur, eine ausgeschlagene Lenkung oder defekte Stoßdämpfer machen sich meist erst bei höheren Geschwindigkeiten bemerkbar. Ein Fahrzeug zieht dann zur Seite, fühlt sich schwammig an oder liegt schlecht in der Kurve. Eine hakelige Schaltung, starke Vibrationen und Ruckbewegungen deuten auf Antriebsprobleme hin.

Tachostand

Bei älteren Autos mit vielen Gebrauchsspuren, aber nur geringer Laufleistung könnte der Tachostand manipuliert sein. Kilometerangaben im Inspektionsheft, auf Prüfberichten, Werkstattrechnungen oder dem Ölwechsel-Aufkleber im Motorraum lassen womöglich einen Betrug auffliegen. Aufschluss darüber könnten auch Nachfragen bei den Vorbesitzern geben, mit welchem Kilometerstand der Wagen jeweils weiterverkauft wurde.

Sachverständiger

Sobald auch nur geringste Zweifel daran aufkommen, dass ein Gebrauchter unfallfrei und technisch in Ordnung ist, sollten Kunden das Auto vor dem Kauf von einem unabhängigen Sachverständigen von TÜV, GTÜ, KÜS oder Dekra begutachten lassen. Das lässt sich in der Regel gut mit einer Probefahrt vereinbaren. Ist der Verkäufer damit nicht einverstanden, könnte er etwas verbergen wollen. Dann gilt grundsätzlich: Finger weg und nach einem anderen Auto suchen.

Seriösen Anbieter erkennen

Ein vertrauenswürdiger Gebrauchtwagenanbieter spricht offen über Vorschäden und Mängel an einem Auto. Er liefert eine lückenlose Fahrzeugdokumentation und im besten Fall ein technisches Gutachten von unabhängiger Stelle mit. Kunden dürfen den Gebrauchten in Ruhe besichtigen, ausführlich Probe fahren, und sie bekommen genügend Bedenkzeit vor dem Kauf. Bei Privatverkäufern gibt es meist günstigere Preise, bei Händlern dafür eine Gebrauchtwagengarantie. Oft können kleine Händler bessere Preise machen als große, da bei ihnen weniger Gemeinkosten auflaufen.

Kommentare (1)

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realist

19.01.2013, 14:16 Uhr

.......sie könnten, wenn sie wollten. Was? Nun, ganz einfach! Wenn die Franzosen endlich einen Qualitätsstandard anstreben und dauerhaft halten könnten. Einen Standard, wie wir Deutschen ihn besitzen. Dazu gehört als Erstes die Verzinkung um die bekannten Rostprobleme der Nachbarfahrzeuge endgültig an Akte zu legen. Sorgfältige Verarbeitung innen, außen oben unten, vorne und hinten und überall. Wertiger Materialien zu verarbeiten, um eine Qualitätsanmutung zur Schau zu stellen. Aber das bleibt Wunschdenken, weil sie diese Gene nicht besitzen. Also ist keine Hoffnung in Sicht. Ja, so ist es! Dann müssen sie sich also mit dem zufrieden geben, was sie nur können. Ja! Bedeutet, daß sie im immer schwerer werdenden Markt kaum Chancen haben. Ja, so ist es.
(...) Herabstufung, teures Geld einkaufen, keinen Mittelstand, die großen Firmen wie oben gesagt, nicht leistungsfähig. Und dann und dann? Dann gibts kein halten mehr. Also stehen die Zeichen für die Franzosen schlecht? Ja, so ist es. Doch noch Hoffnung? Nein. Eine düstere Zukunft für unsere Nachbarn, ja, so ist es. Bleiben wir nur so, wie wir sind und was wir uns erarbeitet haben. Können nicht noch für Frankreich Grade stehen, das müssen sie selber erledigen. Zumal ich die deutsch-französische Freundschaft mit großes Skepsis und Zurückhaltung sehe. Ist es doch ausschließlich der Wunsch der Westmächte gewesen, de Gaulle zu beauftragen, Deutschland an die Kette zu nehmen, und eine sogenannte Freundschaft, die keine ist, ins Leben zu rufen. Ich glaube daran nicht und sage nur, das ist alles Geschäft mit hintergründiger Politik, daß wir nicht mehr auf andere Gedanken kommen sollen. Mein Fazit, alles nicht so gut, ja, so ist es.
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