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02.03.2013

09:36 Uhr

Gebrauchte Kia Sorento

Alte Exemplare besser beim Händler kaufen

Quelle:dpa

Die erste Generation des Kia Sorento weist ab einem Alter von neun Jahren zahlreiche Mängel auf. Wer den Wagen haben will, sollte zu einem Händler gehen. Oder lieber gleich die zweite Generation kaufen.

Aus dem Jahr 2006: Beim Kia Sorento der ersten Generation sind gravierende Mängel keine Seltenheit. Ab einem Alter von neun Jahren wird es laut dem TÜV besonders heikel. dpa

Aus dem Jahr 2006: Beim Kia Sorento der ersten Generation sind gravierende Mängel keine Seltenheit. Ab einem Alter von neun Jahren wird es laut dem TÜV besonders heikel.

BerlinAm Kia Sorento kann man sehr gut eine modische Entwicklung ablesen: War die erste Generation noch klar ein Offroader mit Ecken und Kanten, ist die aktuelle Generation nach dem jüngsten Facelift ein glatt geschliffenes SUV. Der Wandel zeigt sich auch in einem technischen Detail: Konnte der Sorento in Verbindung mit einem Automatikgetriebe einmal 3,5 Tonnen ziehen, ist die Anhängelast bei der jüngsten Auflage auf bis zu 2 Tonnen geschrumpft.

Was es beim Gebrauchtwagenkauf zu beachten gibt

Fahrzeugbesichtigung

Die Mängelsuche beginnt mit einem Rundgang ums Auto. In aller Ruhe sollten Spalte an Stoßfängern, Türen und anderen Anbauteilen in Augenschein genommen werden. Gibt es Unterschiede bei den Spaltmaßen, lässt das meist auf einen Unfallschaden schließen. Gleiches gilt, wenn Reifen unterschiedlich stark abgefahren sind oder das auf den Fahrzeugleuchten angegebene Produktionsdatum nicht mit dem Baujahr des Autos übereinstimmt. Dann wurden die Leuchten schon einmal ausgewechselt - möglicherweise nach einem Crash.

Papiere prüfen

Vor allem bei jüngeren Gebrauchtwagen sollte es unbedingt ein Serviceheft geben, in dem die Fahrzeugwartung lückenlos dokumentiert ist. Zusätzliches Vertrauen schaffen Kundendienstrechnungen, Reparaturnachweise und Prüfberichte. Viele Vorbesitzer im Fahrzeugbrief (Zulassungsbescheinigung Teil II) könnten trotz allem auf ein Montagsauto hindeuten - mehr als zwei Halter in fünf Jahren oder drei in sieben Jahren sind verdächtig.

Blick unter die Haube

Abgeplatzter Lack und Beschädigungen an Schraubverbindungen der Karosserieteile im Motorraum können ein Hinweis auf größere Reparaturen sein. Ölspritzer und Wasserflecken begründen den Zweifel an einem einwandfreien Antrieb. Aber auch ein sehr sauberer Motorraum sollte stutzig machen: Mit einer Motorwäsche könnten Spuren beseitigt und Undichtigkeiten kaschiert worden sein.

Rostsuche

Um Korrosionsschäden an der Karosserie auf die Spur zu kommen, lohnt ein Blick in verborgene Ecken, etwa unter den Kofferraumteppich, hinter die Tankklappe und in die Radkästen. Mit etwas Fingerspitzengefühl lässt sich Rost hinter den Schwellern ertasten. Korrosion unter dem Lack ist an einer welligen oder pickeligen Oberfläche zu erkennen. Muffiger Geruch im Innenraum deutet auf Feuchtigkeit im Wagen hin. In diesem Fall nach Möglichkeit den Teppich anheben und nach Wasserpfützen und Rost suchen.

Lack-Check

Ausgebesserte Unfallschäden lassen sich mit bloßem Auge oft nicht erkennen. Indizien dafür sind Farbspuren an eigentlich unlackierten Teilen wie Gummidichtungen und Federbeinen sowie unterschiedlich helle oder matte Lackstellen, die am besten im Tageslicht zu sehen sind. Wenn der Verdacht besteht, dass einzelne Stellen nachlackiert wurden, kann eine Lackdichtenmessung in einer Werkstatt Gewissheit schaffen.

Systemtest

Vor der Probefahrt sind sämtliche Fahrzeugfunktionen zu testen - von der Klimaanlage über elektrische Außenspiegel oder Sitzheizungen bis zum Radio. Unterwegs bleibt die Musik aus, da sie verdächtige Fahrgeräusche übertönen könnte. Beim Einschalten der Zündung müssen die Kontrollleuchten im Cockpit wie für ABS, ESP und Airbags kurz aufleuchten und beim Motorstart erlöschen. Leuchten einzelne Lämpchen weiter oder blinken sie erst gar nicht auf, stimmt etwas nicht. In der Bedienungsanleitung eines Autos sind alle Kontrollleuchten aufgeführt.

Probefahrt

Mal eben eine Runde ums Autohaus zu drehen, reicht nicht. Zur Probefahrt gehören eine Überlandetappe mit mehr als 80 km/h und eine Autobahnfahrt mit 120 km/h. Denn Mängel wie eine verzogene Spur, eine ausgeschlagene Lenkung oder defekte Stoßdämpfer machen sich meist erst bei höheren Geschwindigkeiten bemerkbar. Ein Fahrzeug zieht dann zur Seite, fühlt sich schwammig an oder liegt schlecht in der Kurve. Eine hakelige Schaltung, starke Vibrationen und Ruckbewegungen deuten auf Antriebsprobleme hin.

Tachostand

Bei älteren Autos mit vielen Gebrauchsspuren, aber nur geringer Laufleistung könnte der Tachostand manipuliert sein. Kilometerangaben im Inspektionsheft, auf Prüfberichten, Werkstattrechnungen oder dem Ölwechsel-Aufkleber im Motorraum lassen womöglich einen Betrug auffliegen. Aufschluss darüber könnten auch Nachfragen bei den Vorbesitzern geben, mit welchem Kilometerstand der Wagen jeweils weiterverkauft wurde.

Sachverständiger

Sobald auch nur geringste Zweifel daran aufkommen, dass ein Gebrauchter unfallfrei und technisch in Ordnung ist, sollten Kunden das Auto vor dem Kauf von einem unabhängigen Sachverständigen von TÜV, GTÜ, KÜS oder Dekra begutachten lassen. Das lässt sich in der Regel gut mit einer Probefahrt vereinbaren. Ist der Verkäufer damit nicht einverstanden, könnte er etwas verbergen wollen. Dann gilt grundsätzlich: Finger weg und nach einem anderen Auto suchen.

Seriösen Anbieter erkennen

Ein vertrauenswürdiger Gebrauchtwagenanbieter spricht offen über Vorschäden und Mängel an einem Auto. Er liefert eine lückenlose Fahrzeugdokumentation und im besten Fall ein technisches Gutachten von unabhängiger Stelle mit. Kunden dürfen den Gebrauchten in Ruhe besichtigen, ausführlich Probe fahren, und sie bekommen genügend Bedenkzeit vor dem Kauf. Bei Privatverkäufern gibt es meist günstigere Preise, bei Händlern dafür eine Gebrauchtwagengarantie. Oft können kleine Händler bessere Preise machen als große, da bei ihnen weniger Gemeinkosten auflaufen.

Wer es auf einen Gebrauchten der ersten Generation absieht, sollte genau hinschauen - denn ab einem Fahrzeugalter von neun Jahren hat der Allradler oft eklatante Macken, warnt der TÜV. Vor allem fällt der Kia Sorento der ersten Generation laut dem "TÜV Report 2013" mit ausgeschlagenen Spurstangengelenken und von Korrosion befallenen oder teils sogar durchgerosteten Bremsleitungen auf.

Hinzu kommen demnach gerissene Zylinderköpfe, Kolbenfresser und Nockenwellenschäden bei den Dieseln. Auch der ADAC meldet Motordefekte, vor allem bei Dieselexemplaren der Baujahre 2007 und 2008, sowie aussetzende Turbolader (2006 bis 2008) und häufige Batterieprobleme.

Im Jahr 2002 kam der Kia Sorento auf den Markt. 2006 stand eine Modellpflege an, ab der vier Airbags und der Schleuderschutz ESP zur Serienausstattung gehörten. Die zweite Fahrzeuggeneration kam 2009 in den Handel, sie wurde mit sechs Airbags bestückt. Im vergangenen Herbst spendierte Kia dem aktuellen Sorento ein Facelift, bei dem die Karosserie versteift sowie Motoren und Innenausstattung verbessert wurden. Von außen ist das geliftete SUV an modifizierten Stoßfängern vorne und hinten, LED-Tagfahrlicht und LED-Rückleuchten zu erkennen.

Der Großteil der ersten Sorento-Generation wurde mit einem vergleichsweise sparsamen, 2,5 Liter großen Vierzylinder-Diesel ausgeliefert. Vor dem Facelift kam der Selbstzünder auf 103 kW/140 PS, danach wurde er durch eine 125 kW/170 PS starke Version abgelöst. Benziner verbaute Kia als Reihenvierzylinder mit 102 kW/139 PS und als Sechszylinder mit 143 kW/194 PS sowie 182 kW/248 PS. Letzterer wurde 2009 auch als Autogas-Version (LPG) angeboten.

Tipps für ein langes Auto-Leben

Öl regelmäßig wechseln

Autobauer geben vor, wie oft das Öl des eigenen Fahrzeugs gewechselt werden muss. Auch welche Sorte und Viskosität die richtige ist, findet man in den Hersteller-Informationen. An diese Vorgaben sollten sich Fahrzeugbesitzer dringend halten, denn Motoröl schmiert nicht nur - auch Metallpartikel und Verbrennungsrückstände lagern sich mit der Zeit darin ab.

Inspektionen nach Wartungsplan

Bei Inspektionen sollten die Wartungspläne des Herstellers genau eingehalten werden. Nur so kann sichergestellt werden, dass alle möglichen Schwachstellen überprüft und gegebenenfalls auch gefunden werden können. Außerdem wichtig: Der Zahnriemen des Autos sollte regelmäßig ausgetauscht werden.

Langsam "Warmfahren"

Auf den ersten Kilometern sollten Autofahrer den Motor mit relativ niedriger Drehzahl warmfahren. Der Grund: Der Motor besteht aus verschiedenen Materialien, die sich nach dem Kaltstart unterschiedlich schnell erwärmen und demzufolge auch ausdehnen. Zu schnelles Aufs-Gas-Drücken könnte also dazu führen, dass der Kolben nicht mehr in den Zylinder passt und klemmt. Hinzu kommt, dass auch das Öl nach dem Start noch kalt und zähflüssig ist - es braucht also eine gewisse Zeit, um zu den Schmierstellen gepumpt zu werden.

Motor abkühlen lassen

Turbomotoren können sich sehr stark erhitzen. Damit das Öl nicht an der Achse des Turbinenrades verkohlt und die Ölkanäle verstopft, sind Fahrer gut beraten, wenn sie den Motor ein paar Minuten im Leerlauf abkühlen lassen.

Kurzstrecken und Kaltstarts vermeiden

Beim Kaltstart eines Verbrennungsmotors wird das Kühlwasser und Öl nicht vorgewärmt. Auch im Schmierölkreislauf kann vorher kein Druck aufgebaut werden. Die hohen Temperaturunterschiede belasten den Motor. Unnötige Kaltstarts und Kurzstrecken sollten aus diesen Gründen vermieden werden.

Drehzahlen im Auge behalten

Wird ein kaltes Triebwerk zu hoch gedreht, führt das zu Verschleißerscheinungen. Wer permanent mit voller Leistung fährt, wird auch trotz behutsamen "Warmfahrens" und regelmäßigem Ölwechsel mit mehr Abnutzungserscheinungen rechnen müssen. Aus diesem Grund sind Drehzahlen im mittleren Bereich zu empfehlen.

Durchlüftung

Auch wenn das Merkmal "Garagenwagen" bei Gebrauchtwagenkäufern gern gesehen ist, trocknen nasse Fahrzeuge aufgrund der mangelnden Belüftung in Garagen meist langsamer - vor allem in den Zwischenräumen. Besser aufgehoben sind Autos in einem Carport.

Reinigung

Die Schmutz- und Rostnester eines Autos liegen meist im Verborgenem. Deswegen sollte bei einer Reinigung wirklich gründlich vorgegangen werden. Dabei sollten vor allem die Tür- und Haubenkanten, die Radläufe und der Unterboden nicht vergessen werden.

Hohlraumkonservierung

Wer seinem Fahrzeug ein langes Leben bescheren möchte, sollte Hohlräume und den Unterboden vor Rost schützen. Am besten geht das mit Wachs oder Fett.

"Reifenschonend" fahren

Wer ständig über Bordsteine und durch Schlaglöcher brettert, setzt nicht nur den Reifen seines Autos ordentlich zu, sondern auch eine Achse wird das auf Dauer kaum unbeschadet aushalten können. Deswegen ist bei solchen Hindernissen Vorsicht gefragt.

Zwar gibt es den Sorento laut "TÜV Report 2013" gebraucht schon recht günstig, allerdings empfiehlt die Prüforganisation wegen der vielen Altersschwächen den in der Regel teureren Kauf beim Händler. Dieser muss eine einjährige Gewährleistung auf den Gebrauchten geben. Die Schwacke-Liste führt für einen Sorento 2.4 16V LX mit 102 kW/139 PS von 2006 für 8.750 Euro (durchschnittliche Laufleistung: 89.200 Kilometer).

Wer sich nach einem neueren Diesel umsieht, sollte für den Sorento 2.5 CRDi VGT LX mit 125 kW/170 PS von 2009 noch 13.200 Euro einplanen (69.400 Kilometer). Ein Autogas-Sorento aus dem gleichen Jahr sollte laut Schwacke bei gleicher Laufleistung für etwa 17.400 Euro zu haben sein.

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