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30.01.2012

11:59 Uhr

Gebrauchte Opel Antara und Frontera

Allrad-Ahn ohne Allüren

Quelle:dpa

Mit dem Antara hat Opel seit 2006 ein SUV im Programm. Das Kapitel der Geländewagen schlug der Hersteller aber bereits 1991 auf: mit dem Frontera. Die älteren Modelle hatten noch viele Mängel.

Zum Start des Opel Frontera 1991 sprach noch niemand von SUV. Der Geländewagen war ein Isuzu-Lizenzbau. dpa

Zum Start des Opel Frontera 1991 sprach noch niemand von SUV. Der Geländewagen war ein Isuzu-Lizenzbau.

BerlinOpel baute den vor 20 Jahren eingeführten Frontera mit Lizenz nach, wohl weil die Entwicklung von Geländegängern bis dato nicht die Spezialität der Rüsselsheimer war. Vorbild waren Fahrzeuge des japanischen Herstellers Isuzu. Bei den Gebrauchten trennt sich die Spreu vom Weizen. Während ältere Modelle mit vielen Mängeln zu kämpfen haben, befindet der ADAC: «Neuere Modelle sind ausgereift.»

In der Pannenstatistik des Automobilclubs ist der Frontera mit Motorschäden durch überhitzte Zylinderkopfdichtungen präsent, davon betroffen sind vor allem die älteren Turbodieselmotoren mit 2,3 Litern Hubraum. Zudem verzeichnet der ADAC Undichtigkeiten im Kühlsystem, Risse im Auspuffkrümmer und die Neigung der Luftmengenmesser, bei Kälte einzufrieren. Bei Dieseln von 1997 und 1998 streikten vergleichsweise häufig die Heizungswärmetauscher.

Die erste Modellpflege nach der Markteinführung brachte 1995 andere Motoren und eine verbesserte Federung für den Wagen mit dem starr zuschaltbaren Allradantrieb. Drei Jahre später kam die zweite Auflage, der Frontera B, in den Handel, die 2001 unter anderem mit Scheinwerfern in Klarglasoptik noch einmal der Mode angepasst wurde, bevor 2003 der letzte Frontera für das Modelljahr 2004 von Band lief.

Motorenseitig machte Opel beim Frontera einen kleinen Spagat: Ein Vierzylinder-Benziner mit 85 kW/115 PS war ebenso im Angebot wie ein großer Sechszylinder mit 3,2 Liter Hubraum und 151 kW/205 PS. An Dieseln wurde ab dem Baujahr 2000 ein 2,2-Liter-Motor in zwei Leistungsstufen mit 85 kW/115 PS und 88 kW/120 PS angeboten.

Was es beim Gebrauchtwagenkauf zu beachten gibt

Fahrzeugbesichtigung

Die Mängelsuche beginnt mit einem Rundgang ums Auto. In aller Ruhe sollten Spalte an Stoßfängern, Türen und anderen Anbauteilen in Augenschein genommen werden. Gibt es Unterschiede bei den Spaltmaßen, lässt das meist auf einen Unfallschaden schließen. Gleiches gilt, wenn Reifen unterschiedlich stark abgefahren sind oder das auf den Fahrzeugleuchten angegebene Produktionsdatum nicht mit dem Baujahr des Autos übereinstimmt. Dann wurden die Leuchten schon einmal ausgewechselt - möglicherweise nach einem Crash.

Papiere prüfen

Vor allem bei jüngeren Gebrauchtwagen sollte es unbedingt ein Serviceheft geben, in dem die Fahrzeugwartung lückenlos dokumentiert ist. Zusätzliches Vertrauen schaffen Kundendienstrechnungen, Reparaturnachweise und Prüfberichte. Viele Vorbesitzer im Fahrzeugbrief (Zulassungsbescheinigung Teil II) könnten trotz allem auf ein Montagsauto hindeuten - mehr als zwei Halter in fünf Jahren oder drei in sieben Jahren sind verdächtig.

Blick unter die Haube

Abgeplatzter Lack und Beschädigungen an Schraubverbindungen der Karosserieteile im Motorraum können ein Hinweis auf größere Reparaturen sein. Ölspritzer und Wasserflecken begründen den Zweifel an einem einwandfreien Antrieb. Aber auch ein sehr sauberer Motorraum sollte stutzig machen: Mit einer Motorwäsche könnten Spuren beseitigt und Undichtigkeiten kaschiert worden sein.

Rostsuche

Um Korrosionsschäden an der Karosserie auf die Spur zu kommen, lohnt ein Blick in verborgene Ecken, etwa unter den Kofferraumteppich, hinter die Tankklappe und in die Radkästen. Mit etwas Fingerspitzengefühl lässt sich Rost hinter den Schwellern ertasten. Korrosion unter dem Lack ist an einer welligen oder pickeligen Oberfläche zu erkennen. Muffiger Geruch im Innenraum deutet auf Feuchtigkeit im Wagen hin. In diesem Fall nach Möglichkeit den Teppich anheben und nach Wasserpfützen und Rost suchen.

Lack-Check

Ausgebesserte Unfallschäden lassen sich mit bloßem Auge oft nicht erkennen. Indizien dafür sind Farbspuren an eigentlich unlackierten Teilen wie Gummidichtungen und Federbeinen sowie unterschiedlich helle oder matte Lackstellen, die am besten im Tageslicht zu sehen sind. Wenn der Verdacht besteht, dass einzelne Stellen nachlackiert wurden, kann eine Lackdichtenmessung in einer Werkstatt Gewissheit schaffen.

Systemtest

Vor der Probefahrt sind sämtliche Fahrzeugfunktionen zu testen - von der Klimaanlage über elektrische Außenspiegel oder Sitzheizungen bis zum Radio. Unterwegs bleibt die Musik aus, da sie verdächtige Fahrgeräusche übertönen könnte. Beim Einschalten der Zündung müssen die Kontrollleuchten im Cockpit wie für ABS, ESP und Airbags kurz aufleuchten und beim Motorstart erlöschen. Leuchten einzelne Lämpchen weiter oder blinken sie erst gar nicht auf, stimmt etwas nicht. In der Bedienungsanleitung eines Autos sind alle Kontrollleuchten aufgeführt.

Probefahrt

Mal eben eine Runde ums Autohaus zu drehen, reicht nicht. Zur Probefahrt gehören eine Überlandetappe mit mehr als 80 km/h und eine Autobahnfahrt mit 120 km/h. Denn Mängel wie eine verzogene Spur, eine ausgeschlagene Lenkung oder defekte Stoßdämpfer machen sich meist erst bei höheren Geschwindigkeiten bemerkbar. Ein Fahrzeug zieht dann zur Seite, fühlt sich schwammig an oder liegt schlecht in der Kurve. Eine hakelige Schaltung, starke Vibrationen und Ruckbewegungen deuten auf Antriebsprobleme hin.

Tachostand

Bei älteren Autos mit vielen Gebrauchsspuren, aber nur geringer Laufleistung könnte der Tachostand manipuliert sein. Kilometerangaben im Inspektionsheft, auf Prüfberichten, Werkstattrechnungen oder dem Ölwechsel-Aufkleber im Motorraum lassen womöglich einen Betrug auffliegen. Aufschluss darüber könnten auch Nachfragen bei den Vorbesitzern geben, mit welchem Kilometerstand der Wagen jeweils weiterverkauft wurde.

Sachverständiger

Sobald auch nur geringste Zweifel daran aufkommen, dass ein Gebrauchter unfallfrei und technisch in Ordnung ist, sollten Kunden das Auto vor dem Kauf von einem unabhängigen Sachverständigen von TÜV, GTÜ, KÜS oder Dekra begutachten lassen. Das lässt sich in der Regel gut mit einer Probefahrt vereinbaren. Ist der Verkäufer damit nicht einverstanden, könnte er etwas verbergen wollen. Dann gilt grundsätzlich: Finger weg und nach einem anderen Auto suchen.

Seriösen Anbieter erkennen

Ein vertrauenswürdiger Gebrauchtwagenanbieter spricht offen über Vorschäden und Mängel an einem Auto. Er liefert eine lückenlose Fahrzeugdokumentation und im besten Fall ein technisches Gutachten von unabhängiger Stelle mit. Kunden dürfen den Gebrauchten in Ruhe besichtigen, ausführlich Probe fahren, und sie bekommen genügend Bedenkzeit vor dem Kauf. Bei Privatverkäufern gibt es meist günstigere Preise, bei Händlern dafür eine Gebrauchtwagengarantie. Oft können kleine Händler bessere Preise machen als große, da bei ihnen weniger Gemeinkosten auflaufen.

Die aktuelle Schwacke-Liste beginnt beim Baujahr 2000, fünf Frontera-Jahrgänge sind darin also noch berücksichtigt. In der Preissammlung ist der Frontera 2.2 mit 100 kW/136 PS starkem Vierzylinder aus dem Jahr 2001 für rund 3800 Euro gelistet. 177 300 Kilometer hat ein solches Exemplar im Durchschnitt auf dem Tacho. Die Hardtopversion Sport aus dem gleichen Jahr sollte mit 3150 Euro etwas weniger kosten.

Ein großer Benziner vom letzten Modelljahr 2004, der Frontera 3.2 Barbour mit 151 kW/205 PS, steht mit 8550 Euro bei 130 500 Kilometern Laufleistung in der Liste.

Für einen der vergleichsweise jungen Diesel fallen noch mehr als 7000 Euro an: So sollte ein Frontera 2.2 DTI Limited mit 88 kW/120 PS von 2004 mit etwa 130 500 Kilometern für rund 7150 Euro zu haben sein.

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