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09.06.2012

15:45 Uhr

Gebrauchte Peugeot 407

Mittelklasse mit Altersschwäche

Quelle:dpa

Als Neuwagen bekommt man den Peugeot 407 nicht mehr. Wer den Mittelklassewagen fahren will, muss sich auf dem Gebrauchtmarkt umsehen. Allerdings hat das Auto „für sein Alter viel zu viele Mängel“, kritisiert der TÜV.

Peugeot 407 dpa

Peugeot 407

BerlinPeugeot hat 2010 die Produktion des 407 eingestellt und das Modell zusammen mit dem 607 aus dem Programm genommen, um der Limousine 508 Platz zu machen. Gebraucht ist der Wagen mit dem markanten Kühlergrill und den weit nach hinten gezogenen Scheinwerfern aber noch zu haben. Der TÜV bewertet ihn in seinem Mängelreport 2012 allerdings kritisch.

Größter Kritikpunkt ist demnach das Fahrwerk, speziell die anfällige Vorderachse. Sobald es an der Vorderachse klappere, seien meist Querlenker und Lager hinüber, schreibt der TÜV. Auf Kosten der Zuverlässigkeit gehen laut dem ADAC auch Schäden am Turbolader - betroffen seien vor allem die Dieselmotoren bis zum Baujahr 2006.

Bei den Selbstzündern allgemein machten öfters auch die Motorsteuergeräte Probleme, und mit Blick auf die Fahrzeugelektrik Elektrik gibt es dem Münchener Automobilclub zufolge häufig entladene Batterien zu beklagen.

Der Peugeot 407 startete im Mai 2004 auf dem deutschen Markt zunächst als Limousine, im September wurde die Kombiversion SW und im Folgejahr das Coupé nachgereicht. Herausstechendes Merkmal des Kombis ist das große Panorama-Glasdach, das als Extra bestellt werden konnte. Vier Jahre nach dem Debüt gab es ein Facelift für die Baureihe, bei dem die Frontpartie modifiziert und ein neuen Heckstoßfänger mit geänderten Rückleuchten montiert wurde.

Tipps für ein langes Auto-Leben

Öl regelmäßig wechseln

Autobauer geben vor, wie oft das Öl des eigenen Fahrzeugs gewechselt werden muss. Auch welche Sorte und Viskosität die richtige ist, findet man in den Hersteller-Informationen. An diese Vorgaben sollten sich Fahrzeugbesitzer dringend halten, denn Motoröl schmiert nicht nur - auch Metallpartikel und Verbrennungsrückstände lagern sich mit der Zeit darin ab.

Inspektionen nach Wartungsplan

Bei Inspektionen sollten die Wartungspläne des Herstellers genau eingehalten werden. Nur so kann sichergestellt werden, dass alle möglichen Schwachstellen überprüft und gegebenenfalls auch gefunden werden können. Außerdem wichtig: Der Zahnriemen des Autos sollte regelmäßig ausgetauscht werden.

Langsam "Warmfahren"

Auf den ersten Kilometern sollten Autofahrer den Motor mit relativ niedriger Drehzahl warmfahren. Der Grund: Der Motor besteht aus verschiedenen Materialien, die sich nach dem Kaltstart unterschiedlich schnell erwärmen und demzufolge auch ausdehnen. Zu schnelles Aufs-Gas-Drücken könnte also dazu führen, dass der Kolben nicht mehr in den Zylinder passt und klemmt. Hinzu kommt, dass auch das Öl nach dem Start noch kalt und zähflüssig ist - es braucht also eine gewisse Zeit, um zu den Schmierstellen gepumpt zu werden.

Motor abkühlen lassen

Turbomotoren können sich sehr stark erhitzen. Damit das Öl nicht an der Achse des Turbinenrades verkohlt und die Ölkanäle verstopft, sind Fahrer gut beraten, wenn sie den Motor ein paar Minuten im Leerlauf abkühlen lassen.

Kurzstrecken und Kaltstarts vermeiden

Beim Kaltstart eines Verbrennungsmotors wird das Kühlwasser und Öl nicht vorgewärmt. Auch im Schmierölkreislauf kann vorher kein Druck aufgebaut werden. Die hohen Temperaturunterschiede belasten den Motor. Unnötige Kaltstarts und Kurzstrecken sollten aus diesen Gründen vermieden werden.

Drehzahlen im Auge behalten

Wird ein kaltes Triebwerk zu hoch gedreht, führt das zu Verschleißerscheinungen. Wer permanent mit voller Leistung fährt, wird auch trotz behutsamen "Warmfahrens" und regelmäßigem Ölwechsel mit mehr Abnutzungserscheinungen rechnen müssen. Aus diesem Grund sind Drehzahlen im mittleren Bereich zu empfehlen.

Durchlüftung

Auch wenn das Merkmal "Garagenwagen" bei Gebrauchtwagenkäufern gern gesehen ist, trocknen nasse Fahrzeuge aufgrund der mangelnden Belüftung in Garagen meist langsamer - vor allem in den Zwischenräumen. Besser aufgehoben sind Autos in einem Carport.

Reinigung

Die Schmutz- und Rostnester eines Autos liegen meist im Verborgenem. Deswegen sollte bei einer Reinigung wirklich gründlich vorgegangen werden. Dabei sollten vor allem die Tür- und Haubenkanten, die Radläufe und der Unterboden nicht vergessen werden.

Hohlraumkonservierung

Wer seinem Fahrzeug ein langes Leben bescheren möchte, sollte Hohlräume und den Unterboden vor Rost schützen. Am besten geht das mit Wachs oder Fett.

"Reifenschonend" fahren

Wer ständig über Bordsteine und durch Schlaglöcher brettert, setzt nicht nur den Reifen seines Autos ordentlich zu, sondern auch eine Achse wird das auf Dauer kaum unbeschadet aushalten können. Deswegen ist bei solchen Hindernissen Vorsicht gefragt.

Bei der Markteinführung standen sechs Motorisierungen zur Wahl, darunter zwei Diesel. Im Laufe der Zeit wurde das Angebot erweitert, so dass es den 407 mit insgesamt 13 verschiedenen Motorvarianten gab. Je nach Baujahr leisten die Benziner zwischen 85 kW/116 PS und 155 kW/211 PS, auf die das V6-Topaggregat kommt. Die Dieselmotoren leisten von 80 kW/109 PS bis 150 kW/204 PS.

Was es beim Gebrauchtwagenkauf zu beachten gibt

Fahrzeugbesichtigung

Die Mängelsuche beginnt mit einem Rundgang ums Auto. In aller Ruhe sollten Spalte an Stoßfängern, Türen und anderen Anbauteilen in Augenschein genommen werden. Gibt es Unterschiede bei den Spaltmaßen, lässt das meist auf einen Unfallschaden schließen. Gleiches gilt, wenn Reifen unterschiedlich stark abgefahren sind oder das auf den Fahrzeugleuchten angegebene Produktionsdatum nicht mit dem Baujahr des Autos übereinstimmt. Dann wurden die Leuchten schon einmal ausgewechselt - möglicherweise nach einem Crash.

Papiere prüfen

Vor allem bei jüngeren Gebrauchtwagen sollte es unbedingt ein Serviceheft geben, in dem die Fahrzeugwartung lückenlos dokumentiert ist. Zusätzliches Vertrauen schaffen Kundendienstrechnungen, Reparaturnachweise und Prüfberichte. Viele Vorbesitzer im Fahrzeugbrief (Zulassungsbescheinigung Teil II) könnten trotz allem auf ein Montagsauto hindeuten - mehr als zwei Halter in fünf Jahren oder drei in sieben Jahren sind verdächtig.

Blick unter die Haube

Abgeplatzter Lack und Beschädigungen an Schraubverbindungen der Karosserieteile im Motorraum können ein Hinweis auf größere Reparaturen sein. Ölspritzer und Wasserflecken begründen den Zweifel an einem einwandfreien Antrieb. Aber auch ein sehr sauberer Motorraum sollte stutzig machen: Mit einer Motorwäsche könnten Spuren beseitigt und Undichtigkeiten kaschiert worden sein.

Rostsuche

Um Korrosionsschäden an der Karosserie auf die Spur zu kommen, lohnt ein Blick in verborgene Ecken, etwa unter den Kofferraumteppich, hinter die Tankklappe und in die Radkästen. Mit etwas Fingerspitzengefühl lässt sich Rost hinter den Schwellern ertasten. Korrosion unter dem Lack ist an einer welligen oder pickeligen Oberfläche zu erkennen. Muffiger Geruch im Innenraum deutet auf Feuchtigkeit im Wagen hin. In diesem Fall nach Möglichkeit den Teppich anheben und nach Wasserpfützen und Rost suchen.

Lack-Check

Ausgebesserte Unfallschäden lassen sich mit bloßem Auge oft nicht erkennen. Indizien dafür sind Farbspuren an eigentlich unlackierten Teilen wie Gummidichtungen und Federbeinen sowie unterschiedlich helle oder matte Lackstellen, die am besten im Tageslicht zu sehen sind. Wenn der Verdacht besteht, dass einzelne Stellen nachlackiert wurden, kann eine Lackdichtenmessung in einer Werkstatt Gewissheit schaffen.

Systemtest

Vor der Probefahrt sind sämtliche Fahrzeugfunktionen zu testen - von der Klimaanlage über elektrische Außenspiegel oder Sitzheizungen bis zum Radio. Unterwegs bleibt die Musik aus, da sie verdächtige Fahrgeräusche übertönen könnte. Beim Einschalten der Zündung müssen die Kontrollleuchten im Cockpit wie für ABS, ESP und Airbags kurz aufleuchten und beim Motorstart erlöschen. Leuchten einzelne Lämpchen weiter oder blinken sie erst gar nicht auf, stimmt etwas nicht. In der Bedienungsanleitung eines Autos sind alle Kontrollleuchten aufgeführt.

Probefahrt

Mal eben eine Runde ums Autohaus zu drehen, reicht nicht. Zur Probefahrt gehören eine Überlandetappe mit mehr als 80 km/h und eine Autobahnfahrt mit 120 km/h. Denn Mängel wie eine verzogene Spur, eine ausgeschlagene Lenkung oder defekte Stoßdämpfer machen sich meist erst bei höheren Geschwindigkeiten bemerkbar. Ein Fahrzeug zieht dann zur Seite, fühlt sich schwammig an oder liegt schlecht in der Kurve. Eine hakelige Schaltung, starke Vibrationen und Ruckbewegungen deuten auf Antriebsprobleme hin.

Tachostand

Bei älteren Autos mit vielen Gebrauchsspuren, aber nur geringer Laufleistung könnte der Tachostand manipuliert sein. Kilometerangaben im Inspektionsheft, auf Prüfberichten, Werkstattrechnungen oder dem Ölwechsel-Aufkleber im Motorraum lassen womöglich einen Betrug auffliegen. Aufschluss darüber könnten auch Nachfragen bei den Vorbesitzern geben, mit welchem Kilometerstand der Wagen jeweils weiterverkauft wurde.

Sachverständiger

Sobald auch nur geringste Zweifel daran aufkommen, dass ein Gebrauchter unfallfrei und technisch in Ordnung ist, sollten Kunden das Auto vor dem Kauf von einem unabhängigen Sachverständigen von TÜV, GTÜ, KÜS oder Dekra begutachten lassen. Das lässt sich in der Regel gut mit einer Probefahrt vereinbaren. Ist der Verkäufer damit nicht einverstanden, könnte er etwas verbergen wollen. Dann gilt grundsätzlich: Finger weg und nach einem anderen Auto suchen.

Seriösen Anbieter erkennen

Ein vertrauenswürdiger Gebrauchtwagenanbieter spricht offen über Vorschäden und Mängel an einem Auto. Er liefert eine lückenlose Fahrzeugdokumentation und im besten Fall ein technisches Gutachten von unabhängiger Stelle mit. Kunden dürfen den Gebrauchten in Ruhe besichtigen, ausführlich Probe fahren, und sie bekommen genügend Bedenkzeit vor dem Kauf. Bei Privatverkäufern gibt es meist günstigere Preise, bei Händlern dafür eine Gebrauchtwagengarantie. Oft können kleine Händler bessere Preise machen als große, da bei ihnen weniger Gemeinkosten auflaufen.

Für ein Exemplar mit dem stärksten Selbstzünder unter der Haube, wie den 407 SW HDi 205 Bi-Turbo Platinum von 2009, sind noch rund 17 800 Euro einzuplanen. Diesen Richtwert und eine durchschnittliche Laufleistung von 63 700 Kilometern nennt die Schwacke-Liste. Für einen gleich alten Benziner als Kombi, den 407 SW 165 Platinum mit 120 kW/163 PS und etwa 53 800 Kilometern auf dem Tacho, müssen noch gut 13 550 Euro bezahlt werden. Eine Limousine von 2006, so der 407 140 Esplanade mit 103 kW/140 PS, kostet um die 7200 Euro. Solch ein Exemplar hat im Schnitt 80 200 Kilometer hinter sich.

Kommentare (3)

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Tomm

09.06.2012, 20:08 Uhr

Warum, warum allen Ernstes kann nicht Peugeot dieses sauber gezeichnete Auto nicht mit einem minimalen Reklamationsanteil auf den Markt bringen. Etwas ist ja an jedem Fahrzeug. Aber die Franzosen begreifen es nicht, sich für ihre Gerätschaft voll und ganz einzusetzen. Der Wagen hat es nicht verdient eingestampft zu werden. So kann diese große alte französische Marke nicht weiter am Markt agieren. Ihnen wird man den Teppich unter den Füßen wegziehen auf dem sie stehen. Es ist unglaublich, wie schlecht die Fahrzeuge auf den Markt gebracht werden. Man kann es nicht fassen. Beide Marken Peugeot und Citroen können so weiter nicht am Markt bestehen. Sie werden untergehen, wenn sie so weiter machen.

Juni0303

21.01.2013, 10:26 Uhr

Habe einen Peugeot 407 Baujahr 2009 und bin sehr zufrieden
es wurde nach 4Jahren nur die Bremsklötze erneuert, ansons-
ten alles OK. Werner Schäfer 34233 Fuldatal

Pedro1965

13.08.2013, 21:50 Uhr

ich fahre selbst einen Peugeot seit 12 Jahren und ich gebe Ihnen recht. Immer gibt es PKW die eine Macke haben.
Aber das kann man von Volkswagen ebenso behaupten, weil die Kunden in Wirklichkeit nicht ernst genommen werden. Es gilt wie in allen anderen Bereich Geld zu scheffeln ohne Leistung!

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