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18.08.2012

09:21 Uhr

Gebrauchte Skoda Octavia

VW-Technik unterm Blech – und Schwachstellen

Quelle:dpa

Seit Jahren fährt die Importmarke Skoda auf der Überholspur. Doch trotz deutscher Technik verbergen sich unter dem Blech des Mittelklassemodels Octavia einige Schwachstellen - insbesondere bei den älteren Modellen.

Beliebtes Import-Auto der Deutschen: Ein Octavia der ersten Generation der tschechischen VW-Tochter Skoda. Skoda

Beliebtes Import-Auto der Deutschen: Ein Octavia der ersten Generation der tschechischen VW-Tochter Skoda.

BerlinDer Name Octavia hat bei Skoda Tradition: Schon vor 53 Jahren präsentierte der tschechische Hersteller ein Fahrzeug mit dieser Bezeichnung. Nach langer Pause griff die Marke den Namen 1996 wieder auf und verwendete ihn für ein neues Mittelklassemodell - mit VW-Technik unter dem Blech. Denn damals gehörte Skoda bereits zum Volkswagen-Konzern.

In seinem aktuellen Report attestiert der TÜV dem Skoda Ocativa Dauerläuferqualitäten und eine gute Wertstabilität. Bei der aktuellen Generation werden nur Lack- und Verarbeitungsmängel moniert. Beim Vorgänger gibt es laut dem TÜV Schwachstellen, die sich das Modell mit dem Technikspender Golf IV teilt. Dazu zählen wenig zuverlässige Luftmassenmesser, Zahnriemenrisse und bei Dieseln Kupplungen mit vergleichsweise wenig Ausdauer.

ADAC-Umfrage 2011: So haben die VW-Marken abgeschnitten

Porsche

Dem Volkswagen-Konzern ist es gelungen, sich bei all seinen Marken in der ADAC-Kundenbefragung zu verbessern. Porsche führt das Feld mit einer Zufriedenheitsnote von 1,42 an.

Skoda

Skoda erreicht eine Marken-Zufriedenheit von 1,57. Die Bewertungen von 1899 Kunden führten zu Platz 12.

Audi

Audi belegt im Gesamtranking Platz 15. Die Kunden bewerteten ihre Zufriedenheit mit der Marke im Durchschnitt mit der Note 1,59.

Seat

Seat bekam von seinen Kunden die Note 1,72 verpasst. Damit belegt Seat Platz 21 unter den 35 getesteten Marken im ADAC-Ranking.

Volkswagen

Die Muttermarke schließlich schafft nur Platz 27, aber auch hier zeigt der Trend nach oben. 6406 Kunden vergaben durchschnittlich die Note 1,82.

Der ADAC beurteilt die aktuelle Generation ebenfalls als zuverlässiger, allerdings sind auch in der Pannenstatistik des Clubs einige Mängel gelistet: Beim 1,9 Liter großen TDI des Baujahrs 2005 häuften sich demnach Motorschäden, beim gleichen Motor von 2006 machte häufig der Turbolader schlapp. Benziner fielen mit maroden Lichtmaschinen (2005) und defekten Stabzündspulen (2006) auf.

Das erste Modell mit dem Namen Octavia stellte Skoda 1959 vor: einen Zweitürer mit Einzelradaufhängung an der Vorderachse. 1996 wurde der Modellname für eine Limousine wiederbelebt. Sie war der erste vollständig unter VW-Regie entwickelte Skoda. 1998 folgte eine Kombiversion. Zwei Jahre später erhielt das Modell ein Facelift, bevor 2004 die zweite Auflage zu den Händlern rollte.

Die erste Generation wurde mit einem Basisbenziner bestückt noch sechs Jahre weitergebaut. 2005 kamen die sportlichen Versionen mit dem Kürzel RS in den Handel. Ende 2008 wurde dem Mittelklassenmodell ein neues Gesicht verpasst und das Motorenprogramm überarbeitet.

Unter der Haube des Octavia arbeiten Vierzylindermotoren von VW. Die Benziner leisten je nach Baujahr und Generation zwischen 55 kW/75 PS und 147 kW/210 PS im aktuellen RS-Modell. Die Dieselaggregate decken ein Spektrum von 66 kW/90 PS bis 125 kW/170 PS ab. Seit 2010 ist eine 75 kW/102 PS starke Version mit Gasantrieb (LPG) verfügbar.

Den Skoda Octavia gibt es vom schlichten Familienkombi bis zur Sportlimousine - entsprechend variieren die Preise auf dem Gebrauchtwagenmarkt. So kostet ein Octavia RS von 2009 laut der Schwacke-Liste noch etwa 14.650 Euro. Das 147 kW/200 PS starke Stufenheckmodell hat im Schnitt 46.200 Kilometer hinter sich.

Wer sich nach einem älteren Exemplar wie dem Octavia 1.9 TDI Combi Classic mit 66 kW/90 PS von 2004 umsieht, muss mit etwa 4.700 Euro rechnen (Laufleistung: 144.300 Kilometer). Ein Octavia 1.6 LPG Elegance von 2010 sollte für 14.250 Euro zu bekommen sein (Laufleistung: 33.700 Kilometer).

Was es beim Gebrauchtwagenkauf zu beachten gibt

Fahrzeugbesichtigung

Die Mängelsuche beginnt mit einem Rundgang ums Auto. In aller Ruhe sollten Spalte an Stoßfängern, Türen und anderen Anbauteilen in Augenschein genommen werden. Gibt es Unterschiede bei den Spaltmaßen, lässt das meist auf einen Unfallschaden schließen. Gleiches gilt, wenn Reifen unterschiedlich stark abgefahren sind oder das auf den Fahrzeugleuchten angegebene Produktionsdatum nicht mit dem Baujahr des Autos übereinstimmt. Dann wurden die Leuchten schon einmal ausgewechselt - möglicherweise nach einem Crash.

Papiere prüfen

Vor allem bei jüngeren Gebrauchtwagen sollte es unbedingt ein Serviceheft geben, in dem die Fahrzeugwartung lückenlos dokumentiert ist. Zusätzliches Vertrauen schaffen Kundendienstrechnungen, Reparaturnachweise und Prüfberichte. Viele Vorbesitzer im Fahrzeugbrief (Zulassungsbescheinigung Teil II) könnten trotz allem auf ein Montagsauto hindeuten - mehr als zwei Halter in fünf Jahren oder drei in sieben Jahren sind verdächtig.

Blick unter die Haube

Abgeplatzter Lack und Beschädigungen an Schraubverbindungen der Karosserieteile im Motorraum können ein Hinweis auf größere Reparaturen sein. Ölspritzer und Wasserflecken begründen den Zweifel an einem einwandfreien Antrieb. Aber auch ein sehr sauberer Motorraum sollte stutzig machen: Mit einer Motorwäsche könnten Spuren beseitigt und Undichtigkeiten kaschiert worden sein.

Rostsuche

Um Korrosionsschäden an der Karosserie auf die Spur zu kommen, lohnt ein Blick in verborgene Ecken, etwa unter den Kofferraumteppich, hinter die Tankklappe und in die Radkästen. Mit etwas Fingerspitzengefühl lässt sich Rost hinter den Schwellern ertasten. Korrosion unter dem Lack ist an einer welligen oder pickeligen Oberfläche zu erkennen. Muffiger Geruch im Innenraum deutet auf Feuchtigkeit im Wagen hin. In diesem Fall nach Möglichkeit den Teppich anheben und nach Wasserpfützen und Rost suchen.

Lack-Check

Ausgebesserte Unfallschäden lassen sich mit bloßem Auge oft nicht erkennen. Indizien dafür sind Farbspuren an eigentlich unlackierten Teilen wie Gummidichtungen und Federbeinen sowie unterschiedlich helle oder matte Lackstellen, die am besten im Tageslicht zu sehen sind. Wenn der Verdacht besteht, dass einzelne Stellen nachlackiert wurden, kann eine Lackdichtenmessung in einer Werkstatt Gewissheit schaffen.

Systemtest

Vor der Probefahrt sind sämtliche Fahrzeugfunktionen zu testen - von der Klimaanlage über elektrische Außenspiegel oder Sitzheizungen bis zum Radio. Unterwegs bleibt die Musik aus, da sie verdächtige Fahrgeräusche übertönen könnte. Beim Einschalten der Zündung müssen die Kontrollleuchten im Cockpit wie für ABS, ESP und Airbags kurz aufleuchten und beim Motorstart erlöschen. Leuchten einzelne Lämpchen weiter oder blinken sie erst gar nicht auf, stimmt etwas nicht. In der Bedienungsanleitung eines Autos sind alle Kontrollleuchten aufgeführt.

Probefahrt

Mal eben eine Runde ums Autohaus zu drehen, reicht nicht. Zur Probefahrt gehören eine Überlandetappe mit mehr als 80 km/h und eine Autobahnfahrt mit 120 km/h. Denn Mängel wie eine verzogene Spur, eine ausgeschlagene Lenkung oder defekte Stoßdämpfer machen sich meist erst bei höheren Geschwindigkeiten bemerkbar. Ein Fahrzeug zieht dann zur Seite, fühlt sich schwammig an oder liegt schlecht in der Kurve. Eine hakelige Schaltung, starke Vibrationen und Ruckbewegungen deuten auf Antriebsprobleme hin.

Tachostand

Bei älteren Autos mit vielen Gebrauchsspuren, aber nur geringer Laufleistung könnte der Tachostand manipuliert sein. Kilometerangaben im Inspektionsheft, auf Prüfberichten, Werkstattrechnungen oder dem Ölwechsel-Aufkleber im Motorraum lassen womöglich einen Betrug auffliegen. Aufschluss darüber könnten auch Nachfragen bei den Vorbesitzern geben, mit welchem Kilometerstand der Wagen jeweils weiterverkauft wurde.

Sachverständiger

Sobald auch nur geringste Zweifel daran aufkommen, dass ein Gebrauchter unfallfrei und technisch in Ordnung ist, sollten Kunden das Auto vor dem Kauf von einem unabhängigen Sachverständigen von TÜV, GTÜ, KÜS oder Dekra begutachten lassen. Das lässt sich in der Regel gut mit einer Probefahrt vereinbaren. Ist der Verkäufer damit nicht einverstanden, könnte er etwas verbergen wollen. Dann gilt grundsätzlich: Finger weg und nach einem anderen Auto suchen.

Seriösen Anbieter erkennen

Ein vertrauenswürdiger Gebrauchtwagenanbieter spricht offen über Vorschäden und Mängel an einem Auto. Er liefert eine lückenlose Fahrzeugdokumentation und im besten Fall ein technisches Gutachten von unabhängiger Stelle mit. Kunden dürfen den Gebrauchten in Ruhe besichtigen, ausführlich Probe fahren, und sie bekommen genügend Bedenkzeit vor dem Kauf. Bei Privatverkäufern gibt es meist günstigere Preise, bei Händlern dafür eine Gebrauchtwagengarantie. Oft können kleine Händler bessere Preise machen als große, da bei ihnen weniger Gemeinkosten auflaufen.

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