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22.01.2011

09:00 Uhr

Gebrauchte Taxi-Fahrzeuge

Bei ausrangierten Droschken ist Vorsicht angesagt

Ein gutes Taxi läuft und läuft und läuft. Doch irgendwann haben auch die Droschken ausgedient. Gelegentlich tauchen ausgemusterte Taxen auf privaten Automärkten auf. Aber eignen sich diese Fahrzeuge zum Beispiel als günstiger Familienwagen?

Wer ein ausrangiertes Taxi angeboten bekommt, sollte sich den Ankauf gut überlegen. dpa

Wer ein ausrangiertes Taxi angeboten bekommt, sollte sich den Ankauf gut überlegen.

dpa/tmn BERLIN/BÜHL. Taxen sind echte Dauerläufer, die teilweise die Millionenmarke an gefahrenen Kilometern knacken. Dennoch galten sie lange auch als gute und vor allem billige Gebrauchte. Allerdings ist es heute gar nicht mehr so einfach, an ein Ex-Taxi heranzukommen - und es ist auch nicht uneingeschränkt zu empfehlen.

Mehr als 50 000 Taxen sind in Deutschland unterwegs. Rund 10 000 Kilometer legt ein gut gebuchtes Taxi jeden Monat zurück, im Extremfall läuft der Wagen 24 Stunden am Tag. Wann eine Kraftdroschke aussortiert wird, ist unterschiedlich: "Die meisten Unternehmer stoßen ihre Taxen nach zwei bis vier Jahren wieder ab", sagt Dirk Holl, Vorsitzender des Taxiverbands Deutschland (TVD). Andere, die laut Holl nur "einen oder zwei Wagen laufen haben", fahren diese auch länger. In der Regel jedoch würden die Autos nach Ablauf der Gewährleistung durch neue ersetzt - bei Mercedes beispielsweise sind dies 30 Monate. "Bei den modernen Autos kann man ja kaum noch etwas selber reparieren", argumentiert Holl.

Wegen der hohen Laufleistung ist auch ein junges, ausrangiertes Taximodell noch lange kein lohnender Gebrauchter: Kaum ein Autohändler will die gesetzlich vorgeschriebene Gewährleistung von mindestens einem Jahr übernehmen und bietet Taxen deshalb oft gar nicht erst an. Laut Ralf Kiefer aus Bühl in Baden, der viel mit ehemaligen Taxen und Mietwagen handelt, liegt die Grenze bei 150 000 Kilometern. Und die sind bei einem Taxi oft schon nach einem Jahr erreicht. "Das Risiko von Reklamationen ist einfach zu hoch, und die Garantieversicherung wäre viel zu teuer", so Kiefer.

Gebrauchte Taxen verkauft er fast ausschließlich nach Osteuropa. Dort würden die gut ausgestatteten Autos gern genommen. Ist der Gesamtzustand eines Fahrzeugs in Ordnung, können Kiefer zufolge noch zwischen 30 und 40 Prozent des Neuwagenpreises erzielt werden - unter einer Voraussetzung: Die Autos sind nicht im typischen Hellelfenbein lackiert, sondern nur mit Folien in dieser Farbe beklebt.

Das Überkleben der eigentlichen Lackfarbe ist im Taxengewerbe umstritten. Michael Much, der in Bad Tölz das nach eigenen Angaben älteste Taxiunternehmen Deutschlands mit Gründungsjahr 1 886 betreibt, hält nichts davon. Reparaturen an der Karosserie seien dadurch immer aufwendiger und kostspieliger, "denn nach dem Lackieren muss ja auch noch eine neue Folie drauf", argumentiert er. Folieren statt lackieren - das mache nur Sinn, wenn klar ist, dass ein Taxi später ins Ausland geht oder als Privatwagen weiterläuft. Letzteres sei hierzulande nur selten der Fall.

Kommentare (1)

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taxiakbuluttuebingen

12.05.2012, 00:12 Uhr

TaxiAkbulutTuebingen sagt:
Ich bin selber Taxiunternehmer...wenn bei uns die Fahrzeuge ausgesondert werden, werden Sie weiterverkauft, teilweise mit über 500000 km, dafür gibt es Ca noch 3000-6000€.
Aber heutzutage weiss jeder, dass wenn ein Taxe schön die halbe Millionen km hat, es zu jeder Zeit zu Problemen kommen kann.den bekannter weise ist ein Taxi 24std unterwegs da läuft der Motor ganz anders, wie wenn man es an ein privaten Käufer verkauft der vielleicht damit im Monat 500km fährt, da ist der Motor schnell hin! Ich persönlich empfehle keinem dieses Geschäft!

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