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08.12.2012

11:35 Uhr

Gebrauchte Toyota Corolla Verso

Kuriert nach Schwächeanfall

Quelle:dpa

Früher gab es den Toyota Corolla Verso. Die aktuelle Auflage des Vans heißt nur noch Verso - basiert aber auf dem Corolla. Bei ihm gilt: An besten ab Baujahr 2007 kaufen. Jüngere Wagen sind zuverlässiger.

Eine Modellpflege im Jahr 2007 brachte den Toyota Corolla Verso in der Pannenstatistik nach vorn. Seit 2009 heißt der Kompaktvan nur noch Verso. PR

Eine Modellpflege im Jahr 2007 brachte den Toyota Corolla Verso in der Pannenstatistik nach vorn. Seit 2009 heißt der Kompaktvan nur noch Verso.

BerlinMit der Nomenklatur ihrer Modelle spielen Autohersteller manchmal ein unbeabsichtigtes Verwirrspiel. So führte Toyota 2007 in Deutschland den Auris als Nachfolger des Corolla ein. In anderen Teilen der Welt wurde das Kompaktmodell allerdings weiter gepflegt und dort teils parallel zum Auris angeboten. Als es hierzulande noch einen Corolla gab, hieß die Van-Variante Corolla Verso.

Die aktuelle Auflage des Vans heißt in Deutschland aber nicht etwa Auris Verso, sondern nur noch Verso - und sie basiert technisch auf dem Corolla. Mehr Klarheit gibt es bei dem Kompaktvan in Sachen Zuverlässigkeit, obwohl das Bild laut dem ADAC gespalten ist.

Beim Corolla Verso der Baujahre 2002 bis 2007 gab es der Pannenstatistik des Münchner Automobilclubs zufolge häufig Batteriedefekte, auch Scheinwerfer fielen aus (bis Baujahr 2006). Speziell bei den 1,4-Liter-Benzinern machten rutschende Kupplungen Probleme (bis 2007).

Was es beim Gebrauchtwagenkauf zu beachten gibt

Fahrzeugbesichtigung

Die Mängelsuche beginnt mit einem Rundgang ums Auto. In aller Ruhe sollten Spalte an Stoßfängern, Türen und anderen Anbauteilen in Augenschein genommen werden. Gibt es Unterschiede bei den Spaltmaßen, lässt das meist auf einen Unfallschaden schließen. Gleiches gilt, wenn Reifen unterschiedlich stark abgefahren sind oder das auf den Fahrzeugleuchten angegebene Produktionsdatum nicht mit dem Baujahr des Autos übereinstimmt. Dann wurden die Leuchten schon einmal ausgewechselt - möglicherweise nach einem Crash.

Papiere prüfen

Vor allem bei jüngeren Gebrauchtwagen sollte es unbedingt ein Serviceheft geben, in dem die Fahrzeugwartung lückenlos dokumentiert ist. Zusätzliches Vertrauen schaffen Kundendienstrechnungen, Reparaturnachweise und Prüfberichte. Viele Vorbesitzer im Fahrzeugbrief (Zulassungsbescheinigung Teil II) könnten trotz allem auf ein Montagsauto hindeuten - mehr als zwei Halter in fünf Jahren oder drei in sieben Jahren sind verdächtig.

Blick unter die Haube

Abgeplatzter Lack und Beschädigungen an Schraubverbindungen der Karosserieteile im Motorraum können ein Hinweis auf größere Reparaturen sein. Ölspritzer und Wasserflecken begründen den Zweifel an einem einwandfreien Antrieb. Aber auch ein sehr sauberer Motorraum sollte stutzig machen: Mit einer Motorwäsche könnten Spuren beseitigt und Undichtigkeiten kaschiert worden sein.

Rostsuche

Um Korrosionsschäden an der Karosserie auf die Spur zu kommen, lohnt ein Blick in verborgene Ecken, etwa unter den Kofferraumteppich, hinter die Tankklappe und in die Radkästen. Mit etwas Fingerspitzengefühl lässt sich Rost hinter den Schwellern ertasten. Korrosion unter dem Lack ist an einer welligen oder pickeligen Oberfläche zu erkennen. Muffiger Geruch im Innenraum deutet auf Feuchtigkeit im Wagen hin. In diesem Fall nach Möglichkeit den Teppich anheben und nach Wasserpfützen und Rost suchen.

Lack-Check

Ausgebesserte Unfallschäden lassen sich mit bloßem Auge oft nicht erkennen. Indizien dafür sind Farbspuren an eigentlich unlackierten Teilen wie Gummidichtungen und Federbeinen sowie unterschiedlich helle oder matte Lackstellen, die am besten im Tageslicht zu sehen sind. Wenn der Verdacht besteht, dass einzelne Stellen nachlackiert wurden, kann eine Lackdichtenmessung in einer Werkstatt Gewissheit schaffen.

Systemtest

Vor der Probefahrt sind sämtliche Fahrzeugfunktionen zu testen - von der Klimaanlage über elektrische Außenspiegel oder Sitzheizungen bis zum Radio. Unterwegs bleibt die Musik aus, da sie verdächtige Fahrgeräusche übertönen könnte. Beim Einschalten der Zündung müssen die Kontrollleuchten im Cockpit wie für ABS, ESP und Airbags kurz aufleuchten und beim Motorstart erlöschen. Leuchten einzelne Lämpchen weiter oder blinken sie erst gar nicht auf, stimmt etwas nicht. In der Bedienungsanleitung eines Autos sind alle Kontrollleuchten aufgeführt.

Probefahrt

Mal eben eine Runde ums Autohaus zu drehen, reicht nicht. Zur Probefahrt gehören eine Überlandetappe mit mehr als 80 km/h und eine Autobahnfahrt mit 120 km/h. Denn Mängel wie eine verzogene Spur, eine ausgeschlagene Lenkung oder defekte Stoßdämpfer machen sich meist erst bei höheren Geschwindigkeiten bemerkbar. Ein Fahrzeug zieht dann zur Seite, fühlt sich schwammig an oder liegt schlecht in der Kurve. Eine hakelige Schaltung, starke Vibrationen und Ruckbewegungen deuten auf Antriebsprobleme hin.

Tachostand

Bei älteren Autos mit vielen Gebrauchsspuren, aber nur geringer Laufleistung könnte der Tachostand manipuliert sein. Kilometerangaben im Inspektionsheft, auf Prüfberichten, Werkstattrechnungen oder dem Ölwechsel-Aufkleber im Motorraum lassen womöglich einen Betrug auffliegen. Aufschluss darüber könnten auch Nachfragen bei den Vorbesitzern geben, mit welchem Kilometerstand der Wagen jeweils weiterverkauft wurde.

Sachverständiger

Sobald auch nur geringste Zweifel daran aufkommen, dass ein Gebrauchter unfallfrei und technisch in Ordnung ist, sollten Kunden das Auto vor dem Kauf von einem unabhängigen Sachverständigen von TÜV, GTÜ, KÜS oder Dekra begutachten lassen. Das lässt sich in der Regel gut mit einer Probefahrt vereinbaren. Ist der Verkäufer damit nicht einverstanden, könnte er etwas verbergen wollen. Dann gilt grundsätzlich: Finger weg und nach einem anderen Auto suchen.

Seriösen Anbieter erkennen

Ein vertrauenswürdiger Gebrauchtwagenanbieter spricht offen über Vorschäden und Mängel an einem Auto. Er liefert eine lückenlose Fahrzeugdokumentation und im besten Fall ein technisches Gutachten von unabhängiger Stelle mit. Kunden dürfen den Gebrauchten in Ruhe besichtigen, ausführlich Probe fahren, und sie bekommen genügend Bedenkzeit vor dem Kauf. Bei Privatverkäufern gibt es meist günstigere Preise, bei Händlern dafür eine Gebrauchtwagengarantie. Oft können kleine Händler bessere Preise machen als große, da bei ihnen weniger Gemeinkosten auflaufen.

Jüngere Exemplare des Vans seien zuverlässiger und in der Pannenstatistik im vorderen Drittel der Kompaktklasse auf VW-Golf-Niveau zu finden. Schwächen habe im Grunde nur die Vorderradbremse, die bei Hauptuntersuchungen öfters beanstandet werde.

2002 kam der Corolla als Van Verso erstmals auf den Markt. Bereits zwei Jahre später reichte der Hersteller die zweite Generation nach - als Siebensitzer, mit zwei Klappsitzen im Heck. 2007 gönnte Toyota dem Auto eine Modellpflege, 2009 feierte schließlich auf dem Genfer Autosalon der Toyota Verso Premiere. Im Frühjahr 2013 kommt der neue Verso in den Handel.

Für Vortrieb sorgen im Corolla Verso je nach Baujahr und Generation Benzinmotoren mit 81 kW/110 PS bis 99 kW/135 PS Leistung sowie 66 kW/90 PS bis 130 kW/177 PS starke Vierzylinder-Diesel. Das Motorenangebot für den Verso umfasst zwei Benziner und drei Selbstzünder, die zwischen 93 kW/126 PS und 130 kW/177 PS leisten. Ein Hybridantrieb war für den Kompaktvan nie verfügbar.

Ein Toyota Verso kostet auf dem Gebrauchtwagenmarkt ab etwa 11.800 Euro. So viel sollten Interessenten laut der Schwacke-Liste für einen 1,6 Liter großen Benziner von 2009 mit 97 kW/132 PS einplanen (durchschnittliche Laufleistung: 50.200 Kilometer). Ein Diesel gleichen Baujahrs - der Verso 2.0 D-4D mit 93 kW/126 PS - kostet demnach noch etwa 12.600 Euro (71.500 Kilometer).

Ein Corolla Verso 2.0 D-4D von 2004 mit 66 kW/90 PS wird noch mit 5.200 Euro in der Preissammlung geführt (149.500 Kilometer).

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