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18.01.2014

10:48 Uhr

Gebrauchte Toyota iQ gelten als sehr unanfällig

Kurz und schmerzlos

Quelle:dpa

Er machte dem Smart Konkurrenz und war ein weiteres Auto für äußerst enge Parklücken: der Toyota iQ. Zu bemängeln war an dem technisch überzeugenden Kleinstwagen lediglich der hohe Preis.

Laut Experten in technischer Hinsicht ein überzeugendes Autos: der Toyota iQ. PR

Laut Experten in technischer Hinsicht ein überzeugendes Autos: der Toyota iQ.

BerlinMit dem Toyota iQ besetzte der japanische Hersteller eine weitere Lücke im Segment der Kleinstwagen. Verkaufshemmend wirkt bei dem City-Flitzer allerdings der recht hohe Anschaffungspreis. Mit einem jungen Gebrauchten spart der Autokäufer eine Menge. Vom Prüfstand gibt es kaum Einwände - der knapp drei Meter lange Wagen macht bei der Kfz-Hauptuntersuchung (HU) kaum Probleme.

«Beim TÜV macht der iQ eine gute Figur», vermeldet der «TÜV Report 2014». Bis auf etwas verschleißfreudige Bremsscheiben, gelegentliches Schiefziehen beim Abbremsen und tolerierbare Lichtmängel schneide der kleine Viersitzer bei der HU bestens ab.

Der ADAC kann bei dem Wagen ebenfalls recht wortkarg bleiben: Außer häufigen Batterieproblemen und defekten oder feuchten Zündkerzen - besonders bei den Baujahren 2009 und 2010 - sei der Wagen unauffällig.

Im Jahr 2008 gab Toyota den Startschuss für die Serienproduktion des iQ, Verkaufsstart war 2009. Das Auto sollte sich vom Konkurrenten Smart besonders durch mehr Platz im Innenraum positiv abheben: Anders als der je nach Generation 30 bis 50 Zentimeter kürzere Zweisitzer aus dem Daimler-Konzern bietet der Japaner zur Not Platz für zwei weitere Personen.

Wird die hintere Rücklehne umgeklappt, wächst der Stauraum von 32 auf 238 Liter. Auch in Crashtests schnitt der Mini aus Fernost besser ab als sein deutsches Pendant.

Die Motorenpalette des frontgetriebenen iQ ist sehr übersichtlich, bietet aber auch ein Dieselaggregat, was in dieser Klasse keine Selbstverständlichkeit ist. Zwei Benziner bietet Toyota an, einen Reihendreizylinder mit 50 kW/68 PS und die Variante mit vier Zylindern und 72 kW/98 PS. Der Selbstzünder schöpft aus vier Brennkammern 66 kW/90 PS.

Was es beim Gebrauchtwagenkauf zu beachten gibt

Fahrzeugbesichtigung

Die Mängelsuche beginnt mit einem Rundgang ums Auto. In aller Ruhe sollten Spalte an Stoßfängern, Türen und anderen Anbauteilen in Augenschein genommen werden. Gibt es Unterschiede bei den Spaltmaßen, lässt das meist auf einen Unfallschaden schließen. Gleiches gilt, wenn Reifen unterschiedlich stark abgefahren sind oder das auf den Fahrzeugleuchten angegebene Produktionsdatum nicht mit dem Baujahr des Autos übereinstimmt. Dann wurden die Leuchten schon einmal ausgewechselt - möglicherweise nach einem Crash.

Papiere prüfen

Vor allem bei jüngeren Gebrauchtwagen sollte es unbedingt ein Serviceheft geben, in dem die Fahrzeugwartung lückenlos dokumentiert ist. Zusätzliches Vertrauen schaffen Kundendienstrechnungen, Reparaturnachweise und Prüfberichte. Viele Vorbesitzer im Fahrzeugbrief (Zulassungsbescheinigung Teil II) könnten trotz allem auf ein Montagsauto hindeuten - mehr als zwei Halter in fünf Jahren oder drei in sieben Jahren sind verdächtig.

Blick unter die Haube

Abgeplatzter Lack und Beschädigungen an Schraubverbindungen der Karosserieteile im Motorraum können ein Hinweis auf größere Reparaturen sein. Ölspritzer und Wasserflecken begründen den Zweifel an einem einwandfreien Antrieb. Aber auch ein sehr sauberer Motorraum sollte stutzig machen: Mit einer Motorwäsche könnten Spuren beseitigt und Undichtigkeiten kaschiert worden sein.

Rostsuche

Um Korrosionsschäden an der Karosserie auf die Spur zu kommen, lohnt ein Blick in verborgene Ecken, etwa unter den Kofferraumteppich, hinter die Tankklappe und in die Radkästen. Mit etwas Fingerspitzengefühl lässt sich Rost hinter den Schwellern ertasten. Korrosion unter dem Lack ist an einer welligen oder pickeligen Oberfläche zu erkennen. Muffiger Geruch im Innenraum deutet auf Feuchtigkeit im Wagen hin. In diesem Fall nach Möglichkeit den Teppich anheben und nach Wasserpfützen und Rost suchen.

Lack-Check

Ausgebesserte Unfallschäden lassen sich mit bloßem Auge oft nicht erkennen. Indizien dafür sind Farbspuren an eigentlich unlackierten Teilen wie Gummidichtungen und Federbeinen sowie unterschiedlich helle oder matte Lackstellen, die am besten im Tageslicht zu sehen sind. Wenn der Verdacht besteht, dass einzelne Stellen nachlackiert wurden, kann eine Lackdichtenmessung in einer Werkstatt Gewissheit schaffen.

Systemtest

Vor der Probefahrt sind sämtliche Fahrzeugfunktionen zu testen - von der Klimaanlage über elektrische Außenspiegel oder Sitzheizungen bis zum Radio. Unterwegs bleibt die Musik aus, da sie verdächtige Fahrgeräusche übertönen könnte. Beim Einschalten der Zündung müssen die Kontrollleuchten im Cockpit wie für ABS, ESP und Airbags kurz aufleuchten und beim Motorstart erlöschen. Leuchten einzelne Lämpchen weiter oder blinken sie erst gar nicht auf, stimmt etwas nicht. In der Bedienungsanleitung eines Autos sind alle Kontrollleuchten aufgeführt.

Probefahrt

Mal eben eine Runde ums Autohaus zu drehen, reicht nicht. Zur Probefahrt gehören eine Überlandetappe mit mehr als 80 km/h und eine Autobahnfahrt mit 120 km/h. Denn Mängel wie eine verzogene Spur, eine ausgeschlagene Lenkung oder defekte Stoßdämpfer machen sich meist erst bei höheren Geschwindigkeiten bemerkbar. Ein Fahrzeug zieht dann zur Seite, fühlt sich schwammig an oder liegt schlecht in der Kurve. Eine hakelige Schaltung, starke Vibrationen und Ruckbewegungen deuten auf Antriebsprobleme hin.

Tachostand

Bei älteren Autos mit vielen Gebrauchsspuren, aber nur geringer Laufleistung könnte der Tachostand manipuliert sein. Kilometerangaben im Inspektionsheft, auf Prüfberichten, Werkstattrechnungen oder dem Ölwechsel-Aufkleber im Motorraum lassen womöglich einen Betrug auffliegen. Aufschluss darüber könnten auch Nachfragen bei den Vorbesitzern geben, mit welchem Kilometerstand der Wagen jeweils weiterverkauft wurde.

Sachverständiger

Sobald auch nur geringste Zweifel daran aufkommen, dass ein Gebrauchter unfallfrei und technisch in Ordnung ist, sollten Kunden das Auto vor dem Kauf von einem unabhängigen Sachverständigen von TÜV, GTÜ, KÜS oder Dekra begutachten lassen. Das lässt sich in der Regel gut mit einer Probefahrt vereinbaren. Ist der Verkäufer damit nicht einverstanden, könnte er etwas verbergen wollen. Dann gilt grundsätzlich: Finger weg und nach einem anderen Auto suchen.

Seriösen Anbieter erkennen

Ein vertrauenswürdiger Gebrauchtwagenanbieter spricht offen über Vorschäden und Mängel an einem Auto. Er liefert eine lückenlose Fahrzeugdokumentation und im besten Fall ein technisches Gutachten von unabhängiger Stelle mit. Kunden dürfen den Gebrauchten in Ruhe besichtigen, ausführlich Probe fahren, und sie bekommen genügend Bedenkzeit vor dem Kauf. Bei Privatverkäufern gibt es meist günstigere Preise, bei Händlern dafür eine Gebrauchtwagengarantie. Oft können kleine Händler bessere Preise machen als große, da bei ihnen weniger Gemeinkosten auflaufen.

Beim Preis spricht einiges gegen einen fabrikfrischen Wagen, denn neu kostet der iQ mindestens 13.650 Euro, ein Smart Fortwo als Coupé mit 45 kW/61 PS starkem Dreizylinder startet bei 10.335 Euro. Laut Schwacke-Liste sollte als günstigster gebrauchter iQ ein Exemplar des kleinen Benziners von 2009 für um die 6.450 Euro aufzutreiben sein. 48.750 Kilometer hat ein solches Auto nach Berechnungen von Schwacke durchschnittlich hinter sich.

Rund 11.850 Euro müssen Interessenten noch einplanen, wenn sie es auf einen iQ 1.4 D-4D + von 2012 mit dem Dieselmotor abgesehen haben (27.300 Kilometer). Ein 98-PS-Benziner von 2011 sollte im Falle des iQ 1,33 noch etwa 9.250 Euro kosten (30.700 Kilometer).

Bald wird es den iQ womöglich nur noch als Gebrauchtwagen geben: Gerüchten zufolge stellt Toyota den Wagen im Laufe des Jahres 2014 ersatzlos ein. Eine offizielle Bestätigung gibt es dafür bislang nicht.

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