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14.04.2013

16:21 Uhr

Gebrauchter Audi A2

Auch im Alter sparsam

Quelle:dpa

Sparsam, geräumig, zuverlässig: Der Audi A2 gilt als Geheimtipp. Die Mängelliste des Minivans ist erfreulich kurz. Und weil er nicht mehr produziert wird, ist er als Gebrauchter äußerst gefragt.

Gefragter Gebrauchter: Fast acht Jahre nach Produktionsende ist der Audi A2 heiß begehrt – denn er gilt als sparsam und zuverlässig. dpa

Gefragter Gebrauchter: Fast acht Jahre nach Produktionsende ist der Audi A2 heiß begehrt – denn er gilt als sparsam und zuverlässig.

BerlinEr schluckt wenig Sprit und bietet bei nur 3,80 Metern Länge innen viel Platz. Trotzdem stellte Audi 2005 die Produktion des A2 nach sechs Jahren ein. Der Grund: Kaum einer wollte den eigenartig geformten Minivan kaufen. Das hat sich grundlegend geändert: Auf dem Gebrauchtwagenmarkt ist der Wagen stark nachgefragt – nicht zuletzt auch wegen seiner langlebigen Technik.

Im „TÜV Report 2013“ wird der Audi A2 als Geheimtipp gehandelt: Rost komme bei unfallfreien Exemplaren wegen der Aluminiumkarosserie fast nie vor. Die Kraftstoffanlage sei haltbar. Und selbst an elfjährigen Autos gebe es bei der Kfz-Hauptuntersuchung (HU) kaum etwas zu beanstanden. Auch in der Pannenstatistik des ADAC belegte der A2 stets Spitzenplätze.

So ist die Mängelliste kurz: Bei den Benzinern riss laut ADAC vereinzelt der Zahnriemen. Bei Dieselexemplaren von 2001 und 2002 rutschte gelegentlich der Turboschlauch ab. Defekte Zündspulen machten bei einigen Benzinern des Baujahrs 2000 Probleme. Bei der HU beanstanden die TÜV-Prüfer recht oft falsch eingestellte Scheinwerfer, Mängelschwerpunkt sind auch die Trommelbremsen hinten.

Marktstart für das bucklige Modell mit den schmalen Rädern war 1999. Einen Generationswechsel gab es bis zum Produktionsende nach rund 175.000 Exemplaren im Jahr 2005 nicht. Immerhin stellte Audi der Öffentlichkeit im Februar 2001 einen Sparmeister vor: den A2 1.2 TDI, der als das weltweit erste viertürige Fahrzeug mit einem Kraftstoffverbrauch von 3 Litern auf 100 Kilometern beworben wurde.

Was es beim Gebrauchtwagenkauf zu beachten gibt

Fahrzeugbesichtigung

Die Mängelsuche beginnt mit einem Rundgang ums Auto. In aller Ruhe sollten Spalte an Stoßfängern, Türen und anderen Anbauteilen in Augenschein genommen werden. Gibt es Unterschiede bei den Spaltmaßen, lässt das meist auf einen Unfallschaden schließen. Gleiches gilt, wenn Reifen unterschiedlich stark abgefahren sind oder das auf den Fahrzeugleuchten angegebene Produktionsdatum nicht mit dem Baujahr des Autos übereinstimmt. Dann wurden die Leuchten schon einmal ausgewechselt - möglicherweise nach einem Crash.

Papiere prüfen

Vor allem bei jüngeren Gebrauchtwagen sollte es unbedingt ein Serviceheft geben, in dem die Fahrzeugwartung lückenlos dokumentiert ist. Zusätzliches Vertrauen schaffen Kundendienstrechnungen, Reparaturnachweise und Prüfberichte. Viele Vorbesitzer im Fahrzeugbrief (Zulassungsbescheinigung Teil II) könnten trotz allem auf ein Montagsauto hindeuten - mehr als zwei Halter in fünf Jahren oder drei in sieben Jahren sind verdächtig.

Blick unter die Haube

Abgeplatzter Lack und Beschädigungen an Schraubverbindungen der Karosserieteile im Motorraum können ein Hinweis auf größere Reparaturen sein. Ölspritzer und Wasserflecken begründen den Zweifel an einem einwandfreien Antrieb. Aber auch ein sehr sauberer Motorraum sollte stutzig machen: Mit einer Motorwäsche könnten Spuren beseitigt und Undichtigkeiten kaschiert worden sein.

Rostsuche

Um Korrosionsschäden an der Karosserie auf die Spur zu kommen, lohnt ein Blick in verborgene Ecken, etwa unter den Kofferraumteppich, hinter die Tankklappe und in die Radkästen. Mit etwas Fingerspitzengefühl lässt sich Rost hinter den Schwellern ertasten. Korrosion unter dem Lack ist an einer welligen oder pickeligen Oberfläche zu erkennen. Muffiger Geruch im Innenraum deutet auf Feuchtigkeit im Wagen hin. In diesem Fall nach Möglichkeit den Teppich anheben und nach Wasserpfützen und Rost suchen.

Lack-Check

Ausgebesserte Unfallschäden lassen sich mit bloßem Auge oft nicht erkennen. Indizien dafür sind Farbspuren an eigentlich unlackierten Teilen wie Gummidichtungen und Federbeinen sowie unterschiedlich helle oder matte Lackstellen, die am besten im Tageslicht zu sehen sind. Wenn der Verdacht besteht, dass einzelne Stellen nachlackiert wurden, kann eine Lackdichtenmessung in einer Werkstatt Gewissheit schaffen.

Systemtest

Vor der Probefahrt sind sämtliche Fahrzeugfunktionen zu testen - von der Klimaanlage über elektrische Außenspiegel oder Sitzheizungen bis zum Radio. Unterwegs bleibt die Musik aus, da sie verdächtige Fahrgeräusche übertönen könnte. Beim Einschalten der Zündung müssen die Kontrollleuchten im Cockpit wie für ABS, ESP und Airbags kurz aufleuchten und beim Motorstart erlöschen. Leuchten einzelne Lämpchen weiter oder blinken sie erst gar nicht auf, stimmt etwas nicht. In der Bedienungsanleitung eines Autos sind alle Kontrollleuchten aufgeführt.

Probefahrt

Mal eben eine Runde ums Autohaus zu drehen, reicht nicht. Zur Probefahrt gehören eine Überlandetappe mit mehr als 80 km/h und eine Autobahnfahrt mit 120 km/h. Denn Mängel wie eine verzogene Spur, eine ausgeschlagene Lenkung oder defekte Stoßdämpfer machen sich meist erst bei höheren Geschwindigkeiten bemerkbar. Ein Fahrzeug zieht dann zur Seite, fühlt sich schwammig an oder liegt schlecht in der Kurve. Eine hakelige Schaltung, starke Vibrationen und Ruckbewegungen deuten auf Antriebsprobleme hin.

Tachostand

Bei älteren Autos mit vielen Gebrauchsspuren, aber nur geringer Laufleistung könnte der Tachostand manipuliert sein. Kilometerangaben im Inspektionsheft, auf Prüfberichten, Werkstattrechnungen oder dem Ölwechsel-Aufkleber im Motorraum lassen womöglich einen Betrug auffliegen. Aufschluss darüber könnten auch Nachfragen bei den Vorbesitzern geben, mit welchem Kilometerstand der Wagen jeweils weiterverkauft wurde.

Sachverständiger

Sobald auch nur geringste Zweifel daran aufkommen, dass ein Gebrauchter unfallfrei und technisch in Ordnung ist, sollten Kunden das Auto vor dem Kauf von einem unabhängigen Sachverständigen von TÜV, GTÜ, KÜS oder Dekra begutachten lassen. Das lässt sich in der Regel gut mit einer Probefahrt vereinbaren. Ist der Verkäufer damit nicht einverstanden, könnte er etwas verbergen wollen. Dann gilt grundsätzlich: Finger weg und nach einem anderen Auto suchen.

Seriösen Anbieter erkennen

Ein vertrauenswürdiger Gebrauchtwagenanbieter spricht offen über Vorschäden und Mängel an einem Auto. Er liefert eine lückenlose Fahrzeugdokumentation und im besten Fall ein technisches Gutachten von unabhängiger Stelle mit. Kunden dürfen den Gebrauchten in Ruhe besichtigen, ausführlich Probe fahren, und sie bekommen genügend Bedenkzeit vor dem Kauf. Bei Privatverkäufern gibt es meist günstigere Preise, bei Händlern dafür eine Gebrauchtwagengarantie. Oft können kleine Händler bessere Preise machen als große, da bei ihnen weniger Gemeinkosten auflaufen.

Bei dieser auch 3L genannten Variante mit 61 PS ist laut dem TÜV selbst bei gebrauchten, wenigstens rund acht Jahre alten Fahrzeugen noch ein Verbrauchswert mit einer Drei vor dem Komma möglich. Weitere Selbstzünder in der Motorenpalette sind zwei 1,4 Liter große Aggregate, die 75 PS beziehungsweise 90 PS leisten. Als Benziner wurde der A2 mit einem 1,4-Liter-Motor (75 PS) oder einer 1,6-Liter-Maschine (110 PS) ausgeliefert. Alle Ottomotoren sind Reihenvierzylinder, die Diesel kommen mit drei Brennkammern aus.

Die Qualitäten des A2 müssen Käufer auf dem Gebrauchtwagenmarkt mit stabilen Preisen bezahlen. So kostet ein A2 1.2 TDI (3L) von 2001 laut Schwacke-Liste noch etwa 3.300 Euro - bei einer angenommenen Laufleistung von 195.500 Kilometern. Nur für etwas mehr Geld sollte auch schon ein Audi A4 Avant aus dem gleichen Jahr aufzutreiben sein. Einen möglichst jungen A2 1.6 FSI - also vom Jahrgang 2005 - führen die Branchenexperten mit einem Richtpreis von 7.100 Euro (95.000 Kilometer). Preislich dazwischen liegt der A2 1.4 TDI mit 75 PS von 2003: Er ist mit 5.150 Euro gelistet (164.300 Kilometer).

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

14.04.2013, 19:52 Uhr

Das Problem des A2 war beim Neukauf der Preis. Ansonsten kann man nur zustimmen: Geniales Leichtbaukonzept dank Alu-Karosse, hohe Qualität und wenig Elektronikmüll (sprich Assistenzsysteme). Genau das macht die Langlebigkeit und Zuverlässigkeit des A2 aus.

1montezuma1

08.07.2013, 15:02 Uhr

Beim Audi A2 1.2 TDI wird die Fehlkonstruktion Automatikgangsteller meistens verschwiegen. In der Regl geht der um die 100.000 km kaputt und kostet dann, meist in Kombination mit dem elektronischen Schalter im Umbau an die 4.500 € (inkl. Arbeit). Winterreifen in dieser Sondergröße: fast nicht erhältlich. Die Felgengröße ist eingetragen, kann man praktisch nicht ändern. Ich hab das Fahrzeug jerzt 3 Jahre (72.000 km + 100.000 km) und musste insgesamt 8.500 € Reparaturen investieren. Die Spritersparnis (durchschnittlich 2.8 L/100km) wiegt sich so wieder mit einem normalen Spritfresser auf

MM98

09.07.2013, 10:40 Uhr

....A2 1.4, mit 60 000 km gekauft, in 2,5 Jahren 100 000 km gefahren, 2 ausserplanmaessige Reparaturen (ca. 400 Euro)...besser geht's doch gar nicht... :)

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