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01.12.2013

09:30 Uhr

Gebrauchter Suzuki Splash

Fast so frisch wie am ersten Tag

Quelle:dpa

Optisch mag der kastenartige Suzuki Splash nicht jedermanns Fall sein. Als Gebrauchter aber macht er eine überaus gute Figur. ADAC und TÜV stufen den Kleinwagen als „sehr zuverlässig“ ein.

Klein, aber fein: Der Suzuki Splash hat laut dem ADAC selten Pannen – und er macht auch bei der Kfz-Hauptuntersuchung kaum Ärger. dpa

Klein, aber fein: Der Suzuki Splash hat laut dem ADAC selten Pannen – und er macht auch bei der Kfz-Hauptuntersuchung kaum Ärger.

BerlinUnter den Kleinwagen markiert der Splash bei Suzuki eine Zäsur. Als er 2008 eingeführt wurde, wollte der Hersteller ihn nicht als Nachfolger des kantigen Wagon R+ verstanden wissen, den er aber faktisch ablöste. Zu rund war der Neue, zu sehr sollte er den Muff des alten Kastens abwerfen. Inzwischen sind erste Exemplare des Wagens mit dem frischen Namen selbst in die Jahre gekommen. Auf den Hebebühnen bei der Kfz-Hauptuntersuchung (HU) zeigt sich der hoch gebaute Kleine aber immer noch fidel.

„Der Suzuki Splash gehört bei der Hauptuntersuchung zu den Großen“, heißt es im „TÜV Report 2013“. Deutlich öfter als der Durchschnitt fuhr der Japaner demnach ohne Mängel bei der HU vor. Fahrwerk, Lenkung und Antriebswellen gelten als solide. Unter Ölverlust jedoch leidet der Splash häufiger, überdurchschnittlich oft machen außerdem die Trommelbremsen an der Hinterachse Probleme.

Nach Erfahrungen des ADAC ist Suzukis Microvan insgesamt „sehr zuverlässig“. Als Pannenschwerpunkte nennt der Automobilclub Batterie- und Reifendefekte.

Der Suzuki Splash kam im Frühjahr 2008 zum Kampfpreis von weniger als 10.000 Euro in den Handel. Während die Basisversion lediglich mit ABS und vier Airbags ausgeliefert wurde, gehörten bei allen anderen Versionen noch der Schleuderschutz ESP und seitliche Vorhang-Airbags zur Standardausstattung. 2012 gab es ein Facelift für den rund 3,70 Meter langen und 1,60 Meter hohen Kleinwagen.

In den Jahren 2010 und 2011 hatte Suzuki bereits die Motoren überholt und durch den Einsatz einer doppelten variablen Ventilsteuerung (VVT) bessere Verbrauchswerte bei leicht gesteigerter Leistung erzielt. Der 1,2 Liter große Vierzylinder-Benziner kommt je nach Jahrgang auf 86 PS oder 94 PS, der 1,0 Liter große Dreizylinder leistet 65 PS oder 68 PS. Bis 2010 bot Suzuki für den Splash auch einen Vierzylinder-Diesel mit 75 PS an.

Ein neuer Splash kostet in der Basisausführung nach wie vor 9.900 Euro, auf dem Gebrauchtwagenmarkt können Interessenten für weniger als die Hälfte fündig werden. Zum Richtpreis von 4.100 Euro führt die Schwacke-Liste den Splash 1.0 Basic von 2008 mit 65 PS und einer durchschnittlichen Laufleistung von 74.200 Kilometern. Mit am teuersten unter den Second-Hand-Exemplaren ist das 94 PS starke Sondermodell Splash 1.2 active+ von 2012 mit Parksensoren und Nebelscheinwerfern, für das etwa 9.150 Euro fällig werden (24.400 Kilometer). Wer einen Diesel sucht, sollte zum Beispiel für einen Splash 1.3 DDiS Comfort mit 75 PS von 2010 um die 7.750 Euro einplanen (65.500 Kilometer).

Was es beim Gebrauchtwagenkauf zu beachten gibt

Fahrzeugbesichtigung

Die Mängelsuche beginnt mit einem Rundgang ums Auto. In aller Ruhe sollten Spalte an Stoßfängern, Türen und anderen Anbauteilen in Augenschein genommen werden. Gibt es Unterschiede bei den Spaltmaßen, lässt das meist auf einen Unfallschaden schließen. Gleiches gilt, wenn Reifen unterschiedlich stark abgefahren sind oder das auf den Fahrzeugleuchten angegebene Produktionsdatum nicht mit dem Baujahr des Autos übereinstimmt. Dann wurden die Leuchten schon einmal ausgewechselt - möglicherweise nach einem Crash.

Papiere prüfen

Vor allem bei jüngeren Gebrauchtwagen sollte es unbedingt ein Serviceheft geben, in dem die Fahrzeugwartung lückenlos dokumentiert ist. Zusätzliches Vertrauen schaffen Kundendienstrechnungen, Reparaturnachweise und Prüfberichte. Viele Vorbesitzer im Fahrzeugbrief (Zulassungsbescheinigung Teil II) könnten trotz allem auf ein Montagsauto hindeuten - mehr als zwei Halter in fünf Jahren oder drei in sieben Jahren sind verdächtig.

Blick unter die Haube

Abgeplatzter Lack und Beschädigungen an Schraubverbindungen der Karosserieteile im Motorraum können ein Hinweis auf größere Reparaturen sein. Ölspritzer und Wasserflecken begründen den Zweifel an einem einwandfreien Antrieb. Aber auch ein sehr sauberer Motorraum sollte stutzig machen: Mit einer Motorwäsche könnten Spuren beseitigt und Undichtigkeiten kaschiert worden sein.

Rostsuche

Um Korrosionsschäden an der Karosserie auf die Spur zu kommen, lohnt ein Blick in verborgene Ecken, etwa unter den Kofferraumteppich, hinter die Tankklappe und in die Radkästen. Mit etwas Fingerspitzengefühl lässt sich Rost hinter den Schwellern ertasten. Korrosion unter dem Lack ist an einer welligen oder pickeligen Oberfläche zu erkennen. Muffiger Geruch im Innenraum deutet auf Feuchtigkeit im Wagen hin. In diesem Fall nach Möglichkeit den Teppich anheben und nach Wasserpfützen und Rost suchen.

Lack-Check

Ausgebesserte Unfallschäden lassen sich mit bloßem Auge oft nicht erkennen. Indizien dafür sind Farbspuren an eigentlich unlackierten Teilen wie Gummidichtungen und Federbeinen sowie unterschiedlich helle oder matte Lackstellen, die am besten im Tageslicht zu sehen sind. Wenn der Verdacht besteht, dass einzelne Stellen nachlackiert wurden, kann eine Lackdichtenmessung in einer Werkstatt Gewissheit schaffen.

Systemtest

Vor der Probefahrt sind sämtliche Fahrzeugfunktionen zu testen - von der Klimaanlage über elektrische Außenspiegel oder Sitzheizungen bis zum Radio. Unterwegs bleibt die Musik aus, da sie verdächtige Fahrgeräusche übertönen könnte. Beim Einschalten der Zündung müssen die Kontrollleuchten im Cockpit wie für ABS, ESP und Airbags kurz aufleuchten und beim Motorstart erlöschen. Leuchten einzelne Lämpchen weiter oder blinken sie erst gar nicht auf, stimmt etwas nicht. In der Bedienungsanleitung eines Autos sind alle Kontrollleuchten aufgeführt.

Probefahrt

Mal eben eine Runde ums Autohaus zu drehen, reicht nicht. Zur Probefahrt gehören eine Überlandetappe mit mehr als 80 km/h und eine Autobahnfahrt mit 120 km/h. Denn Mängel wie eine verzogene Spur, eine ausgeschlagene Lenkung oder defekte Stoßdämpfer machen sich meist erst bei höheren Geschwindigkeiten bemerkbar. Ein Fahrzeug zieht dann zur Seite, fühlt sich schwammig an oder liegt schlecht in der Kurve. Eine hakelige Schaltung, starke Vibrationen und Ruckbewegungen deuten auf Antriebsprobleme hin.

Tachostand

Bei älteren Autos mit vielen Gebrauchsspuren, aber nur geringer Laufleistung könnte der Tachostand manipuliert sein. Kilometerangaben im Inspektionsheft, auf Prüfberichten, Werkstattrechnungen oder dem Ölwechsel-Aufkleber im Motorraum lassen womöglich einen Betrug auffliegen. Aufschluss darüber könnten auch Nachfragen bei den Vorbesitzern geben, mit welchem Kilometerstand der Wagen jeweils weiterverkauft wurde.

Sachverständiger

Sobald auch nur geringste Zweifel daran aufkommen, dass ein Gebrauchter unfallfrei und technisch in Ordnung ist, sollten Kunden das Auto vor dem Kauf von einem unabhängigen Sachverständigen von TÜV, GTÜ, KÜS oder Dekra begutachten lassen. Das lässt sich in der Regel gut mit einer Probefahrt vereinbaren. Ist der Verkäufer damit nicht einverstanden, könnte er etwas verbergen wollen. Dann gilt grundsätzlich: Finger weg und nach einem anderen Auto suchen.

Seriösen Anbieter erkennen

Ein vertrauenswürdiger Gebrauchtwagenanbieter spricht offen über Vorschäden und Mängel an einem Auto. Er liefert eine lückenlose Fahrzeugdokumentation und im besten Fall ein technisches Gutachten von unabhängiger Stelle mit. Kunden dürfen den Gebrauchten in Ruhe besichtigen, ausführlich Probe fahren, und sie bekommen genügend Bedenkzeit vor dem Kauf. Bei Privatverkäufern gibt es meist günstigere Preise, bei Händlern dafür eine Gebrauchtwagengarantie. Oft können kleine Händler bessere Preise machen als große, da bei ihnen weniger Gemeinkosten auflaufen.

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