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07.01.2014

10:38 Uhr

Gebrauchtwagen-Check: Citroen C3 Picasso

Moderne Raumkunst mit Verschleißerscheinungen

Quelle:Spotpress

Ein Mini-Van zum Liebhaben, mit knuffigem Aussehen, viel Platz und gutem Ausblick. Und die reise starten schon bei 7.000 Euro. Aber schon junge Prüflinge des Franzosen stimmen Sachverständige bei der HU nachdenklich.

Knuffig sieht der kleine Bruder des C4 Picasso mit seinem rundlichen Heck aus Citroen

Knuffig sieht der kleine Bruder des C4 Picasso mit seinem rundlichen Heck aus

Ein Van muss nicht unbedingt langweilig aussehen, das beweist Citroen nicht nur, aber auch mit dem C3 Picasso. Der seit 2009 gebaute Mini-Van bringt auf gut vier Metern jede Menge Platz unter. Wem der Raumkünstler gefällt, der sollte aber bei einem angejährten Exemplar ein paar Euro für instand zu setzende Verschleißteile beiseitelegen, hat doch der Franzose bekannte Macken.

Was es beim Gebrauchtwagenkauf zu beachten gibt

Fahrzeugbesichtigung

Die Mängelsuche beginnt mit einem Rundgang ums Auto. In aller Ruhe sollten Spalte an Stoßfängern, Türen und anderen Anbauteilen in Augenschein genommen werden. Gibt es Unterschiede bei den Spaltmaßen, lässt das meist auf einen Unfallschaden schließen. Gleiches gilt, wenn Reifen unterschiedlich stark abgefahren sind oder das auf den Fahrzeugleuchten angegebene Produktionsdatum nicht mit dem Baujahr des Autos übereinstimmt. Dann wurden die Leuchten schon einmal ausgewechselt - möglicherweise nach einem Crash.

Papiere prüfen

Vor allem bei jüngeren Gebrauchtwagen sollte es unbedingt ein Serviceheft geben, in dem die Fahrzeugwartung lückenlos dokumentiert ist. Zusätzliches Vertrauen schaffen Kundendienstrechnungen, Reparaturnachweise und Prüfberichte. Viele Vorbesitzer im Fahrzeugbrief (Zulassungsbescheinigung Teil II) könnten trotz allem auf ein Montagsauto hindeuten - mehr als zwei Halter in fünf Jahren oder drei in sieben Jahren sind verdächtig.

Blick unter die Haube

Abgeplatzter Lack und Beschädigungen an Schraubverbindungen der Karosserieteile im Motorraum können ein Hinweis auf größere Reparaturen sein. Ölspritzer und Wasserflecken begründen den Zweifel an einem einwandfreien Antrieb. Aber auch ein sehr sauberer Motorraum sollte stutzig machen: Mit einer Motorwäsche könnten Spuren beseitigt und Undichtigkeiten kaschiert worden sein.

Rostsuche

Um Korrosionsschäden an der Karosserie auf die Spur zu kommen, lohnt ein Blick in verborgene Ecken, etwa unter den Kofferraumteppich, hinter die Tankklappe und in die Radkästen. Mit etwas Fingerspitzengefühl lässt sich Rost hinter den Schwellern ertasten. Korrosion unter dem Lack ist an einer welligen oder pickeligen Oberfläche zu erkennen. Muffiger Geruch im Innenraum deutet auf Feuchtigkeit im Wagen hin. In diesem Fall nach Möglichkeit den Teppich anheben und nach Wasserpfützen und Rost suchen.

Lack-Check

Ausgebesserte Unfallschäden lassen sich mit bloßem Auge oft nicht erkennen. Indizien dafür sind Farbspuren an eigentlich unlackierten Teilen wie Gummidichtungen und Federbeinen sowie unterschiedlich helle oder matte Lackstellen, die am besten im Tageslicht zu sehen sind. Wenn der Verdacht besteht, dass einzelne Stellen nachlackiert wurden, kann eine Lackdichtenmessung in einer Werkstatt Gewissheit schaffen.

Systemtest

Vor der Probefahrt sind sämtliche Fahrzeugfunktionen zu testen - von der Klimaanlage über elektrische Außenspiegel oder Sitzheizungen bis zum Radio. Unterwegs bleibt die Musik aus, da sie verdächtige Fahrgeräusche übertönen könnte. Beim Einschalten der Zündung müssen die Kontrollleuchten im Cockpit wie für ABS, ESP und Airbags kurz aufleuchten und beim Motorstart erlöschen. Leuchten einzelne Lämpchen weiter oder blinken sie erst gar nicht auf, stimmt etwas nicht. In der Bedienungsanleitung eines Autos sind alle Kontrollleuchten aufgeführt.

Probefahrt

Mal eben eine Runde ums Autohaus zu drehen, reicht nicht. Zur Probefahrt gehören eine Überlandetappe mit mehr als 80 km/h und eine Autobahnfahrt mit 120 km/h. Denn Mängel wie eine verzogene Spur, eine ausgeschlagene Lenkung oder defekte Stoßdämpfer machen sich meist erst bei höheren Geschwindigkeiten bemerkbar. Ein Fahrzeug zieht dann zur Seite, fühlt sich schwammig an oder liegt schlecht in der Kurve. Eine hakelige Schaltung, starke Vibrationen und Ruckbewegungen deuten auf Antriebsprobleme hin.

Tachostand

Bei älteren Autos mit vielen Gebrauchsspuren, aber nur geringer Laufleistung könnte der Tachostand manipuliert sein. Kilometerangaben im Inspektionsheft, auf Prüfberichten, Werkstattrechnungen oder dem Ölwechsel-Aufkleber im Motorraum lassen womöglich einen Betrug auffliegen. Aufschluss darüber könnten auch Nachfragen bei den Vorbesitzern geben, mit welchem Kilometerstand der Wagen jeweils weiterverkauft wurde.

Sachverständiger

Sobald auch nur geringste Zweifel daran aufkommen, dass ein Gebrauchter unfallfrei und technisch in Ordnung ist, sollten Kunden das Auto vor dem Kauf von einem unabhängigen Sachverständigen von TÜV, GTÜ, KÜS oder Dekra begutachten lassen. Das lässt sich in der Regel gut mit einer Probefahrt vereinbaren. Ist der Verkäufer damit nicht einverstanden, könnte er etwas verbergen wollen. Dann gilt grundsätzlich: Finger weg und nach einem anderen Auto suchen.

Seriösen Anbieter erkennen

Ein vertrauenswürdiger Gebrauchtwagenanbieter spricht offen über Vorschäden und Mängel an einem Auto. Er liefert eine lückenlose Fahrzeugdokumentation und im besten Fall ein technisches Gutachten von unabhängiger Stelle mit. Kunden dürfen den Gebrauchten in Ruhe besichtigen, ausführlich Probe fahren, und sie bekommen genügend Bedenkzeit vor dem Kauf. Bei Privatverkäufern gibt es meist günstigere Preise, bei Händlern dafür eine Gebrauchtwagengarantie. Oft können kleine Händler bessere Preise machen als große, da bei ihnen weniger Gemeinkosten auflaufen.

Karosserie und Innenraum: Knuffig sieht der kleine Bruder des C4 Picasso mit seinem rundlichen Heck aus. Vorn bietet er mit der dreigeteilten Scheibe Panorama-Ausblick. Den hat der Fahrer aber nicht nur nach vorn, sondern auch, wenn er sich umdreht. Auf nur vier Metern packt der Fünfsitzer ordentlich was weg – 385 Liter Gepäck im Normalfall, 1.506 Liter maximal.

Serienmäßig kann man den Beifahrersitz komplett umklappen, so dass eine lange Ladefläche entsteht. Variabel ist er auch noch: Die Rückbankhälften lassen sich einhändig umklappen und um 15 Zentimeter verschieben. Für Großgewachsene kann der Fond allerdings etwas knapp werden, sind die Sitze doch recht schmal und der Einstieg etwas eng.

Das Ambiente im Innenraum des C3 Picasso ist gediegen Citroen

Das Ambiente im Innenraum des C3 Picasso ist gediegen

Motor und Fahrwerk: Die zwei Benziner und drei Dieselmotoren mit Leistung zwischen 68 kW/92 PS und 84 kW/114 PS reißen zwar niemanden wirklich vom Hocker, bieten aber ausreichend Kraft. Der kleinste Diesel ist unter der Bezeichnung e-HDi 90 Airdream mit Start-Stopp-Automatik und Sechsgang-Schaltgetriebe mit 4,2 Litern Normverbrauch der sparsamste.

Die Aggregate des Minivan laufen allerdings nicht immer einwandfrei. In der TÜV-Statistik fällt das Motormanagement als dreimal so anfällig wie der Schnitt aller geprüften Fahrzeuge auf. Dafür scheint das Fahrwerk robust – lediglich bei der Achsaufhängung schneidet der Fünftürer etwas schlechter ab als der Durchschnitt.

Ausstattung und Sicherheit: Fast aller Komfort, der über die variablen Sitze hinausgeht, kostet beim C3 Picasso extra. Allerdings ist schon in der nächst höheren Ausstattungslinie „Tendance“ vieles an gängigen Optionen enthalten, wie Klima- und Audioanlage, USB-Anschluss oder Tempomat.

Nach einem solchen Modell empfiehlt es sich also durchaus zu suchen. Beim Euro-NCAP-Crashtest hat der Mini-Van 2009 mit soliden vier von fünf Sternen abgeschlossen, ESP und vier Airbags sind serienmäßig an Bord.

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