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04.07.2015

08:55 Uhr

Gebrauchtwagen-Check

Durchschnittsnote für den Nissan Note

Quelle:dpa

Mit den weit ins Dach gezogenen Rücklichtern ist der Nissan Note eine ungewöhnliche Erscheinung. Der Van glänzt vor allem mit viel Variabilität und viel Platz. Doch er hat auch typische Schwächen.

Der Note glänzt nicht in allen Belangen, liefert aber insgesamt eine solide Vorstellung. PR

Variabler Van

Der Note glänzt nicht in allen Belangen, liefert aber insgesamt eine solide Vorstellung.

BerlinIn einigen Belangen gibt es durchaus Grund zur Freude. Die Lenkung ist laut dem „Tüv-Report 2015” bei der Hauptuntersuchung (HU) öfter fehlerfrei als bei vielen gleichaltrigen Autos. Auch bei den Bremsen gibt es Entwarnung. Radaufhängung und Achsen sind hingegen anfälliger, Federn und Dämpfer auch, aber erst ab der zweiten HU. Die Beleuchtung gibt ebenfalls Anlass zur Beanstandung. Ebenso die Auspuffanlage bei vier- bis fünfjährigen Fahrzeugen.

Pannensicher ist der Note nach Auffassung des ADAC durchaus. Zumindest für die Baujahre 2006 bis 2009 lassen sich kaum ernsthafte Probleme feststellen. Die Kraftstoffpumpe streikte bei Modellen der Baujahre 2007 bis 2008 häufig, bis 2009 gab es Ärger mit den Generatoren. Wegen geringer Verkaufszahlen sind laut dem ADAC für die Baujahre ab 2010 keine wirklich repräsentativen Aussagen zu treffen, aber entladene Batterien gab es bis 2011 häufiger, bis 2010 auch defekte Scheinwerfer.

Insgesamt ist der Note ein empfehlenswerter Gebrauchter. Auch wegen seiner inneren Werte. Die verschiebbare Rückbank etwa lässt das Kofferraumvolumen von 280 auf 437 Liter steigen, wer sie umlegt bekommt sogar mehr als 1300 Liter hinein. Vier Türen sind immer an Bord und auch die große Heckklappe weiß man zu schätzen, wenn sperrige Güter eingeladen werden müssen. Seit Ende 2013 ist die zweite Generation auf dem Markt.

Bei den Motoren können Note-I-Interessenten zwischen zwei Benzinern mit 1,4 und 1,6 Litern Hubraum und 65 kW/88 PS oder 81 kW/110 PS wählen. Diesel-Käufer haben die Wahl zwischen drei Leistungsstufen zwischen 50 kW/68 PS und 76 kW/103 PS. Wobei die mittlere Stufe bis 2010 63 kW/86 PS leistete, danach standen 66 kW/90 PS zur Verfügung. Gut 1,5 Liter Hubraum haben alle Selbstzünder.

Was es beim Gebrauchtwagenkauf zu beachten gibt

Fahrzeugbesichtigung

Die Mängelsuche beginnt mit einem Rundgang ums Auto. In aller Ruhe sollten Spalte an Stoßfängern, Türen und anderen Anbauteilen in Augenschein genommen werden. Gibt es Unterschiede bei den Spaltmaßen, lässt das meist auf einen Unfallschaden schließen. Gleiches gilt, wenn Reifen unterschiedlich stark abgefahren sind oder das auf den Fahrzeugleuchten angegebene Produktionsdatum nicht mit dem Baujahr des Autos übereinstimmt. Dann wurden die Leuchten schon einmal ausgewechselt - möglicherweise nach einem Crash.

Papiere prüfen

Vor allem bei jüngeren Gebrauchtwagen sollte es unbedingt ein Serviceheft geben, in dem die Fahrzeugwartung lückenlos dokumentiert ist. Zusätzliches Vertrauen schaffen Kundendienstrechnungen, Reparaturnachweise und Prüfberichte. Viele Vorbesitzer im Fahrzeugbrief (Zulassungsbescheinigung Teil II) könnten trotz allem auf ein Montagsauto hindeuten - mehr als zwei Halter in fünf Jahren oder drei in sieben Jahren sind verdächtig.

Blick unter die Haube

Abgeplatzter Lack und Beschädigungen an Schraubverbindungen der Karosserieteile im Motorraum können ein Hinweis auf größere Reparaturen sein. Ölspritzer und Wasserflecken begründen den Zweifel an einem einwandfreien Antrieb. Aber auch ein sehr sauberer Motorraum sollte stutzig machen: Mit einer Motorwäsche könnten Spuren beseitigt und Undichtigkeiten kaschiert worden sein.

Rostsuche

Um Korrosionsschäden an der Karosserie auf die Spur zu kommen, lohnt ein Blick in verborgene Ecken, etwa unter den Kofferraumteppich, hinter die Tankklappe und in die Radkästen. Mit etwas Fingerspitzengefühl lässt sich Rost hinter den Schwellern ertasten. Korrosion unter dem Lack ist an einer welligen oder pickeligen Oberfläche zu erkennen. Muffiger Geruch im Innenraum deutet auf Feuchtigkeit im Wagen hin. In diesem Fall nach Möglichkeit den Teppich anheben und nach Wasserpfützen und Rost suchen.

Lack-Check

Ausgebesserte Unfallschäden lassen sich mit bloßem Auge oft nicht erkennen. Indizien dafür sind Farbspuren an eigentlich unlackierten Teilen wie Gummidichtungen und Federbeinen sowie unterschiedlich helle oder matte Lackstellen, die am besten im Tageslicht zu sehen sind. Wenn der Verdacht besteht, dass einzelne Stellen nachlackiert wurden, kann eine Lackdichtenmessung in einer Werkstatt Gewissheit schaffen.

Systemtest

Vor der Probefahrt sind sämtliche Fahrzeugfunktionen zu testen - von der Klimaanlage über elektrische Außenspiegel oder Sitzheizungen bis zum Radio. Unterwegs bleibt die Musik aus, da sie verdächtige Fahrgeräusche übertönen könnte. Beim Einschalten der Zündung müssen die Kontrollleuchten im Cockpit wie für ABS, ESP und Airbags kurz aufleuchten und beim Motorstart erlöschen. Leuchten einzelne Lämpchen weiter oder blinken sie erst gar nicht auf, stimmt etwas nicht. In der Bedienungsanleitung eines Autos sind alle Kontrollleuchten aufgeführt.

Probefahrt

Mal eben eine Runde ums Autohaus zu drehen, reicht nicht. Zur Probefahrt gehören eine Überlandetappe mit mehr als 80 km/h und eine Autobahnfahrt mit 120 km/h. Denn Mängel wie eine verzogene Spur, eine ausgeschlagene Lenkung oder defekte Stoßdämpfer machen sich meist erst bei höheren Geschwindigkeiten bemerkbar. Ein Fahrzeug zieht dann zur Seite, fühlt sich schwammig an oder liegt schlecht in der Kurve. Eine hakelige Schaltung, starke Vibrationen und Ruckbewegungen deuten auf Antriebsprobleme hin.

Tachostand

Bei älteren Autos mit vielen Gebrauchsspuren, aber nur geringer Laufleistung könnte der Tachostand manipuliert sein. Kilometerangaben im Inspektionsheft, auf Prüfberichten, Werkstattrechnungen oder dem Ölwechsel-Aufkleber im Motorraum lassen womöglich einen Betrug auffliegen. Aufschluss darüber könnten auch Nachfragen bei den Vorbesitzern geben, mit welchem Kilometerstand der Wagen jeweils weiterverkauft wurde.

Sachverständiger

Sobald auch nur geringste Zweifel daran aufkommen, dass ein Gebrauchter unfallfrei und technisch in Ordnung ist, sollten Kunden das Auto vor dem Kauf von einem unabhängigen Sachverständigen von TÜV, GTÜ, KÜS oder Dekra begutachten lassen. Das lässt sich in der Regel gut mit einer Probefahrt vereinbaren. Ist der Verkäufer damit nicht einverstanden, könnte er etwas verbergen wollen. Dann gilt grundsätzlich: Finger weg und nach einem anderen Auto suchen.

Seriösen Anbieter erkennen

Ein vertrauenswürdiger Gebrauchtwagenanbieter spricht offen über Vorschäden und Mängel an einem Auto. Er liefert eine lückenlose Fahrzeugdokumentation und im besten Fall ein technisches Gutachten von unabhängiger Stelle mit. Kunden dürfen den Gebrauchten in Ruhe besichtigen, ausführlich Probe fahren, und sie bekommen genügend Bedenkzeit vor dem Kauf. Bei Privatverkäufern gibt es meist günstigere Preise, bei Händlern dafür eine Gebrauchtwagengarantie. Oft können kleine Händler bessere Preise machen als große, da bei ihnen weniger Gemeinkosten auflaufen.

Für einen Note 1.4 Acenta von 2007 sollten Interessenten etwa 4.600 Euro einplanen. Die Laufleistung beträgt dann laut Schwacke ungefähr 105.200 Kilometer. Der stärkere Note 1.6 Tekna aus demselben Baujahr mit ähnlicher Laufleistung steht mit rund 5.350 Euro in der Liste. Für den gut ausgestatteten Note 1.6 I-Way+ von 2013 sind noch circa 10.400 Euro einzukalkulieren (32.550 Kilometer).

Wer sich mit dem 50 kW/68 PS starken 1.5 dCi in der Ausstattung Visia begnügt, wird laut Schwacke etwa 3.300 Euro los, wenn es ein Modell von 2006 mit 158 600 Kilometern ist. Der Note 1.5 dCi Acenta von 2008 mit 63 kW/86 PS wird mit 5.100 Euro gelistet (108.800 Kilometer).

Den kräftigen Diesel mit 76 kW/103 PS gab es unterdessen nur bis 2010. Für ihn werden als 1.5 dCi Tekna etwa 8.400 Euro fällig (96.200 Kilometer).

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