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14.05.2012

08:02 Uhr

Grauchtwagen-Check Skoda Roomster

Viel Raum und doch kaum Platz nach oben

Quelle:dpa

Der Skoda Roomster ist ein Wagen mit Van-Anleihen: Zu den wichtigsten Merkmalen gehört sein großer Stauraum. In der Pannenstatistik schneidet das Auto der tschechischen VW-Tochter gut ab.

Aus Sicht des ADAC ist der Skoda Roomster ein Auto, an dem es mit Blick auf die Zuverlässigkeit kaum etwas zu verbessern gibt. Pressefoto

Aus Sicht des ADAC ist der Skoda Roomster ein Auto, an dem es mit Blick auf die Zuverlässigkeit kaum etwas zu verbessern gibt.

BerlinBei Skoda ließ man mit dem Roomster einen Evolutionsschritt aus. Musste sich bei der Konzernmutter Volkswagen der Caddy der ersten Stunde vom Pritschenwagen über das Handwerkerauto mit hohem Dach zum Familientyp entwickeln, startete man bei den Tschechen gleich mit der Pkw-Variante durch. All das offenbar, ohne große Fehler bei Entwicklung und Fertigung zu begehen. Denn der tschechische Wagen mit Van-Anleihen belegt zumindest in der ADAC-Pannenstatistik in der Klasse der Kleinwagen vordere Plätze.

Das Auto «glänzt durch wenige Alltagsprobleme», berichtet der Automobilclub. Vereinzelt fiel der Roomster den ADAC-Pannenhelfern mit Fehlfunktionen der Einspritzanlage auf, doch wurden diese durch Software-Änderungen seitens des Herstellers meist behoben. Bei Benzinern ab dem Baujahr 2006 gaben die Zündspulen hin und wieder den Geist auf. Bis ab Herbst 2009 Longlife-Glühbirnen verbaut wurden, ging manchem Exemplar außerdem ungewollt das Licht aus. Einen Rückruf gab es 2009 wegen gebrochener Gurtschließzungen am Mittelsitz im Fond. Die insgesamt gute Bilanz trüben dem TÜV zufolge unter anderem recht schnell verschlissene Bremsscheiben sowie Rostanfälligkeit bei älteren Exemplaren.

Was es beim Gebrauchtwagenkauf zu beachten gibt

Fahrzeugbesichtigung

Die Mängelsuche beginnt mit einem Rundgang ums Auto. In aller Ruhe sollten Spalte an Stoßfängern, Türen und anderen Anbauteilen in Augenschein genommen werden. Gibt es Unterschiede bei den Spaltmaßen, lässt das meist auf einen Unfallschaden schließen. Gleiches gilt, wenn Reifen unterschiedlich stark abgefahren sind oder das auf den Fahrzeugleuchten angegebene Produktionsdatum nicht mit dem Baujahr des Autos übereinstimmt. Dann wurden die Leuchten schon einmal ausgewechselt - möglicherweise nach einem Crash.

Papiere prüfen

Vor allem bei jüngeren Gebrauchtwagen sollte es unbedingt ein Serviceheft geben, in dem die Fahrzeugwartung lückenlos dokumentiert ist. Zusätzliches Vertrauen schaffen Kundendienstrechnungen, Reparaturnachweise und Prüfberichte. Viele Vorbesitzer im Fahrzeugbrief (Zulassungsbescheinigung Teil II) könnten trotz allem auf ein Montagsauto hindeuten - mehr als zwei Halter in fünf Jahren oder drei in sieben Jahren sind verdächtig.

Blick unter die Haube

Abgeplatzter Lack und Beschädigungen an Schraubverbindungen der Karosserieteile im Motorraum können ein Hinweis auf größere Reparaturen sein. Ölspritzer und Wasserflecken begründen den Zweifel an einem einwandfreien Antrieb. Aber auch ein sehr sauberer Motorraum sollte stutzig machen: Mit einer Motorwäsche könnten Spuren beseitigt und Undichtigkeiten kaschiert worden sein.

Rostsuche

Um Korrosionsschäden an der Karosserie auf die Spur zu kommen, lohnt ein Blick in verborgene Ecken, etwa unter den Kofferraumteppich, hinter die Tankklappe und in die Radkästen. Mit etwas Fingerspitzengefühl lässt sich Rost hinter den Schwellern ertasten. Korrosion unter dem Lack ist an einer welligen oder pickeligen Oberfläche zu erkennen. Muffiger Geruch im Innenraum deutet auf Feuchtigkeit im Wagen hin. In diesem Fall nach Möglichkeit den Teppich anheben und nach Wasserpfützen und Rost suchen.

Lack-Check

Ausgebesserte Unfallschäden lassen sich mit bloßem Auge oft nicht erkennen. Indizien dafür sind Farbspuren an eigentlich unlackierten Teilen wie Gummidichtungen und Federbeinen sowie unterschiedlich helle oder matte Lackstellen, die am besten im Tageslicht zu sehen sind. Wenn der Verdacht besteht, dass einzelne Stellen nachlackiert wurden, kann eine Lackdichtenmessung in einer Werkstatt Gewissheit schaffen.

Systemtest

Vor der Probefahrt sind sämtliche Fahrzeugfunktionen zu testen - von der Klimaanlage über elektrische Außenspiegel oder Sitzheizungen bis zum Radio. Unterwegs bleibt die Musik aus, da sie verdächtige Fahrgeräusche übertönen könnte. Beim Einschalten der Zündung müssen die Kontrollleuchten im Cockpit wie für ABS, ESP und Airbags kurz aufleuchten und beim Motorstart erlöschen. Leuchten einzelne Lämpchen weiter oder blinken sie erst gar nicht auf, stimmt etwas nicht. In der Bedienungsanleitung eines Autos sind alle Kontrollleuchten aufgeführt.

Probefahrt

Mal eben eine Runde ums Autohaus zu drehen, reicht nicht. Zur Probefahrt gehören eine Überlandetappe mit mehr als 80 km/h und eine Autobahnfahrt mit 120 km/h. Denn Mängel wie eine verzogene Spur, eine ausgeschlagene Lenkung oder defekte Stoßdämpfer machen sich meist erst bei höheren Geschwindigkeiten bemerkbar. Ein Fahrzeug zieht dann zur Seite, fühlt sich schwammig an oder liegt schlecht in der Kurve. Eine hakelige Schaltung, starke Vibrationen und Ruckbewegungen deuten auf Antriebsprobleme hin.

Tachostand

Bei älteren Autos mit vielen Gebrauchsspuren, aber nur geringer Laufleistung könnte der Tachostand manipuliert sein. Kilometerangaben im Inspektionsheft, auf Prüfberichten, Werkstattrechnungen oder dem Ölwechsel-Aufkleber im Motorraum lassen womöglich einen Betrug auffliegen. Aufschluss darüber könnten auch Nachfragen bei den Vorbesitzern geben, mit welchem Kilometerstand der Wagen jeweils weiterverkauft wurde.

Sachverständiger

Sobald auch nur geringste Zweifel daran aufkommen, dass ein Gebrauchter unfallfrei und technisch in Ordnung ist, sollten Kunden das Auto vor dem Kauf von einem unabhängigen Sachverständigen von TÜV, GTÜ, KÜS oder Dekra begutachten lassen. Das lässt sich in der Regel gut mit einer Probefahrt vereinbaren. Ist der Verkäufer damit nicht einverstanden, könnte er etwas verbergen wollen. Dann gilt grundsätzlich: Finger weg und nach einem anderen Auto suchen.

Seriösen Anbieter erkennen

Ein vertrauenswürdiger Gebrauchtwagenanbieter spricht offen über Vorschäden und Mängel an einem Auto. Er liefert eine lückenlose Fahrzeugdokumentation und im besten Fall ein technisches Gutachten von unabhängiger Stelle mit. Kunden dürfen den Gebrauchten in Ruhe besichtigen, ausführlich Probe fahren, und sie bekommen genügend Bedenkzeit vor dem Kauf. Bei Privatverkäufern gibt es meist günstigere Preise, bei Händlern dafür eine Gebrauchtwagengarantie. Oft können kleine Händler bessere Preise machen als große, da bei ihnen weniger Gemeinkosten auflaufen.

Im September 2006 kam der hauptsächlich aus Modulen der Modelle Fabia und Octavia Tour zusammengesetzte Roomster auf den Markt. Eines seiner bestechendsten Merkmale war von Beginn an das Platzangebot. Maximal 1.780 Liter Stauraum bietet das Modell bei ausgebauter Sitzbank, 480 Liter sind immer möglich, auch wenn alle Plätze belegt sind.

Auf Schiebetüren für den Fond - wie beim VW Caddy - verzichteten die Tschechen. Eine zweisitzige Lieferwagenversion namens Praktik ohne Rückbank und mit Blechwänden statt den hinteren Fenstern wurde 2007 ins Programm aufgenommen. Im Frühjahr 2010 überarbeitete der Hersteller den Wagen. Es gab ein aufgefrischtes Design vor allem für die nun breiter wirkende Frontpartie und neue Motoren, die alle die Euro-5-Abgasnorm erfüllen.

Die Leistungsspanne der seit der Markteinführung verfügbaren Drei- und Vierzylindermotoren reicht je nach Baujahr bei den Benzinern von 47 kW/64 PS bis 77 kW/105 PS. Dieselseitig wurden Motoren mit 51 kW/70 kW bis 77 kW/105 PS verbaut.

ADAC-Umfrage 2011: So haben die VW-Marken abgeschnitten

Porsche

Dem Volkswagen-Konzern ist es gelungen, sich bei all seinen Marken in der ADAC-Kundenbefragung zu verbessern. Porsche führt das Feld mit einer Zufriedenheitsnote von 1,42 an.

Skoda

Skoda erreicht eine Marken-Zufriedenheit von 1,57. Die Bewertungen von 1899 Kunden führten zu Platz 12.

Audi

Audi belegt im Gesamtranking Platz 15. Die Kunden bewerteten ihre Zufriedenheit mit der Marke im Durchschnitt mit der Note 1,59.

Seat

Seat bekam von seinen Kunden die Note 1,72 verpasst. Damit belegt Seat Platz 21 unter den 35 getesteten Marken im ADAC-Ranking.

Volkswagen

Die Muttermarke schließlich schafft nur Platz 27, aber auch hier zeigt der Trend nach oben. 6406 Kunden vergaben durchschnittlich die Note 1,82.

Auf dem Gebrauchtwagenmarkt sollte ein Roomster des ersten Jahrgangs ab 5.750 Euro aufzutreiben sein. Für etwa diesen Preis wird laut der Schwacke-Liste der Roomster 1.2 HTP mit 47 kW/64 PS gehandelt, der im Schnitt 79.200 Kilometer Laufleistung hat.

Ein Dieselexemplar von 2008 wie der Roomster 1.9 TDI DPF in der Version Scout wird für rund 11.700 Euro gehandelt und hat im Mittel 62.400 Kilometer hinter sich.

Ein Roomster 1.2 TDI DPF Greenline von 2011 mit 55 kW/75 PS und 15.600 Kilometern auf dem Tacho kostet noch etwa 13.250 Euro. Für diese Version gibt Skoda einen kombinierten Verbrauch von nur 3,4 Litern an (CO2-Ausstoß: 89 g/km).

Tipps für ein langes Auto-Leben

Öl regelmäßig wechseln

Autobauer geben vor, wie oft das Öl des eigenen Fahrzeugs gewechselt werden muss. Auch welche Sorte und Viskosität die richtige ist, findet man in den Hersteller-Informationen. An diese Vorgaben sollten sich Fahrzeugbesitzer dringend halten, denn Motoröl schmiert nicht nur - auch Metallpartikel und Verbrennungsrückstände lagern sich mit der Zeit darin ab.

Inspektionen nach Wartungsplan

Bei Inspektionen sollten die Wartungspläne des Herstellers genau eingehalten werden. Nur so kann sichergestellt werden, dass alle möglichen Schwachstellen überprüft und gegebenenfalls auch gefunden werden können. Außerdem wichtig: Der Zahnriemen des Autos sollte regelmäßig ausgetauscht werden.

Langsam "Warmfahren"

Auf den ersten Kilometern sollten Autofahrer den Motor mit relativ niedriger Drehzahl warmfahren. Der Grund: Der Motor besteht aus verschiedenen Materialien, die sich nach dem Kaltstart unterschiedlich schnell erwärmen und demzufolge auch ausdehnen. Zu schnelles Aufs-Gas-Drücken könnte also dazu führen, dass der Kolben nicht mehr in den Zylinder passt und klemmt. Hinzu kommt, dass auch das Öl nach dem Start noch kalt und zähflüssig ist - es braucht also eine gewisse Zeit, um zu den Schmierstellen gepumpt zu werden.

Motor abkühlen lassen

Turbomotoren können sich sehr stark erhitzen. Damit das Öl nicht an der Achse des Turbinenrades verkohlt und die Ölkanäle verstopft, sind Fahrer gut beraten, wenn sie den Motor ein paar Minuten im Leerlauf abkühlen lassen.

Kurzstrecken und Kaltstarts vermeiden

Beim Kaltstart eines Verbrennungsmotors wird das Kühlwasser und Öl nicht vorgewärmt. Auch im Schmierölkreislauf kann vorher kein Druck aufgebaut werden. Die hohen Temperaturunterschiede belasten den Motor. Unnötige Kaltstarts und Kurzstrecken sollten aus diesen Gründen vermieden werden.

Drehzahlen im Auge behalten

Wird ein kaltes Triebwerk zu hoch gedreht, führt das zu Verschleißerscheinungen. Wer permanent mit voller Leistung fährt, wird auch trotz behutsamen "Warmfahrens" und regelmäßigem Ölwechsel mit mehr Abnutzungserscheinungen rechnen müssen. Aus diesem Grund sind Drehzahlen im mittleren Bereich zu empfehlen.

Durchlüftung

Auch wenn das Merkmal "Garagenwagen" bei Gebrauchtwagenkäufern gern gesehen ist, trocknen nasse Fahrzeuge aufgrund der mangelnden Belüftung in Garagen meist langsamer - vor allem in den Zwischenräumen. Besser aufgehoben sind Autos in einem Carport.

Reinigung

Die Schmutz- und Rostnester eines Autos liegen meist im Verborgenem. Deswegen sollte bei einer Reinigung wirklich gründlich vorgegangen werden. Dabei sollten vor allem die Tür- und Haubenkanten, die Radläufe und der Unterboden nicht vergessen werden.

Hohlraumkonservierung

Wer seinem Fahrzeug ein langes Leben bescheren möchte, sollte Hohlräume und den Unterboden vor Rost schützen. Am besten geht das mit Wachs oder Fett.

"Reifenschonend" fahren

Wer ständig über Bordsteine und durch Schlaglöcher brettert, setzt nicht nur den Reifen seines Autos ordentlich zu, sondern auch eine Achse wird das auf Dauer kaum unbeschadet aushalten können. Deswegen ist bei solchen Hindernissen Vorsicht gefragt.

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