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17.06.2014

14:16 Uhr

Harley-Davidson

Über 84.000 Motorräder müssen in die Werkstätten

Wenn das Vorderrad von selber bremst, wirds für den Fahrer schnell kritisch: Wegen eventuell einklemmender Bremsleitungen ruft Harley-Davidson Touring-Modelle zurück.

Bremsleitung kann einklemmen: Harley-Davidson Electra Glide Touring Ultra Limited. PR

Bremsleitung kann einklemmen: Harley-Davidson Electra Glide Touring Ultra Limited.

DüsseldorfNach General Motors und Ford hat es nun auch einen Zweiradhersteller aus den USA erwischt: Harley-Davidson ruft weltweit 84.590 Motorräder zurück. Bei den Modellen der Touring-Baureihe kann die Leitung für die Vorderradbremse wegen einer fehlenden Befestigung falsch verlegt sein und zwischen Tank und Rahmen eingeklemmt werden. Dies kann unter Umständen zu unkontrolliert ansteigendem Bremsdruck oder ungewollt ansprechender Vorderradbremse führen.

Betroffen sind in Deutschland 678 Fahrzeuge, europaweit sind es 6724 Maschinen. Es handelt sich um die Typen Road King Classic, Street Glide, Electra Glide Ultra Classic, Electra Glide Ultra Limited, CVO Ultra Limited und CVO Road King, die zwischen dem 1. Juli 2013 und dem 7. Mai 2014 hergestellt wurden. 
In Kooperation mit dem Kraftfahrtbundesamt wird Harley-Davidson in Deutschland die Fahrzeughalter anschreiben. Sie sollten so rasch wie möglich einen Termin beim Vertragshändler vereinbaren.

Kurze Harley-Fahrer-Typologie

Viel mehr als nur Bad Boys

In seinem Aufsatz "Magie einer Marke" greift der Hamburger Soziologe Kai-Uwe Hellmann eine eingängige Typisierung verschiedener Gruppen von Harley-Davidson-Fahrern auf, von der leider nicht belegt ist, aus welcher Quelle sie stammt. Unterhaltsam und zutreffend ist ist allemal, auch wenn es einigen Harley-Fahrern nicht gefallen wird ...

MOPS

MOPS steht für „mom-and-pops-bikers“: Paare, die ihre Harley als normales Transportmittel benutzen.

RUBS

RUBS sind „Rich Urban Bikers“: vorwiegend Männer, die sich mit Blick auf ihr fortgeschrittenes Alter und vor dem Hintergrund ihres beruflichen Erfolgs (Anwälte, Broker, Ärzte etc.) eine Harley (problemlos) leisten
(können), um das Lebensgefühl der Teenager und Outlaws nochmals in sich aufleben zu lassen.

SEWERS

SEWERS steht für „Suburban Weekend Riders“: Vorstadtbewohner, die unter der Woche ein ganz normales Leben führen, in den weitverzweigten „suburbs“ mit den vielen gleich aussehenden Einfamilienhäusern wohnen und zum Wochenende ihre Harley aus der Garage holen, um eine kleine Spritztour zum nächsten Harley-Treffpunkt zu machen.

RIOTS

„Retired Idiots On Tour”: zumeist ältere Personen, die ihren verdienten Ruhestand dazu nutzen, ihre Freizeit und ihre finanzielle Abgesichertheit zu genießen, indem sie sich eine Harley kaufen und längere Überlandfahrten machen.

MUGWUMPS

MUGWUMPS („My Ugly Goldwing Was Upsetting My Peers”): ehemalige Fahrer einer Honda Goldwing, deren Behäbigkeit und betuliches Image im Bekanntenkreis auf wenig Gegenliebe gestoßen ist, weshalb sie sich zu einem Markenwechsel genötigt sahen.

AHABS

„Aspiring Hardass Bikers”: Vermutlich handelt es sich hierbei um Harley-Fahrer, die vorgeben, besonders lange Fahrten übers Land zu unternehmen, mit den entsprechenden Folgen fürs eigene Gesäß.

BASTARDS

„Bought A Sportser, Therefore a Radical Dude”: Diese Bezeichnung betrifft das prätentiöse Gehabe mancher Harley-Fahrer, die sich durch den Besitz einer solchen Maschine im antibürgerlichen Image der Harley-Kultur sonnen.

IGLOOS

„I got the look, Own one Soon”: Personen, die zwar gerne eine Harley hätten, sich aber keine leisten können und sich statt dessen durch entsprechende Kleidungsstücke und die zugehörigen Accessoires schmücken, um den Anschein von Harley-Besitz und H.O.G.-Zugehörigkeit zu erwecken; siehe auch HOOTS ...

HOOTS

„Have one Ordered, True Story”: HOOTS sind den IGLOOS sehr ähnlich, nur begnügen diese sich mit der nur vorgetäuschten Tatsache, dass sie demnächst eine Harley besitzen werden, deren Bestellung schon erfolgt
ist.

Die Kontrolle und gegebenenfalls Erneuerung der Bremsleitung beansprucht in den meisten Fällen weniger als eine Stunde. Kosten muss der Kunde selbstverständlich nicht tragen. Bei Motorrädern, die derzeit beim Händler zur Auslieferung bereitstehen, werden die Maßnahmen vor der Übergabe durchgeführt

Von

amp

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