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18.05.2016

14:27 Uhr

Honda CRF1000L Africa Twin

Die Legende ist endlich zurück

VonUlf Böhringer
Quelle:Spotpress

Mehr als ein Jahrzehnt hat Honda gezaudert, ein direktes Nachfolgemodell seiner in den 1990er Jahren sehr erfolgreichen Reiseenduro Africa Twin zu entwickeln. Jetzt ist die Neue da, und sie löst einen echten Run aus.

Fahrbericht: Honda CRF1000L Africa Twin - Die Legende ist zurück - endlich Honda

Honda CRF1000L Africa Twin

Bereits auf den ersten Blick als Nachfahrin der Legende zu erkennen.

Die gute Nachricht: Bis Ende April haben die deutschen Honda-Händler nach Angaben des Industrieverbandes Motorrad (IVM) bereits 1.470 Stück der neuen Africa Twin zulassen können – Rang zwei hinter der „ewigen“ BMW R 1200 GS. Die schlechte Nachricht: Bis zum Ende des Jahres wird die Zahl nicht höher als auf 2.550 steigen können, denn so viele Fahrzeuge konnte Honda Deutschland fürs erste Jahr in Japan bestellen.

Bleibt der deutsche Motorradmarkt auf dem gegenwärtigen Wachstumskurs von 2,2 Prozent, wird die Honda ihren zweiten Platz kaum halten können. Wer die mit Einliter-Zweizylinderreihenmotor (70 kW/95 PS) ausgerüstete CRF1000L Africa Twin gefahren hat, vermag den Run der Honda-Freunde auf dieses Bike durchaus nachzuvollziehen.

Ein Grund für den Erfolg ist, dass die neue Africa Twin bereits auf den ersten Blick als Nachfahrin der Legende zu erkennen ist: Die Speichenräder mit goldfarbenen Felgenbetten, aber auch die Fahrzeugproportionen orientieren sich stark an den Ur-Modellen, deren Bau im Jahr 2000 eingestellt worden ist; bis 2003 gab’s noch Restbestände. Und sie wirkt schlank, auch wenn sie nicht wirklich leicht ist.

Wer sie anschaut, nimmt ihr auf Anhieb ab, dass man auch mit der neuen Africa Twin problemlos von München nach Kapstadt reisen könnte. Unter Fernreisenden waren die Modelle RD04 und RD07 nicht zuletzt wegen ihrer Robustheit und ihrer Zuverlässigkeit hoch geschätzt.

Der Twin fühlt sich gut an, tönt gut und zieht auch bei niedrigen wie mittleren Drehzahlen angenehm, ein wenig ähnlich dem seligen V2 Honda

Zieht auch bei niedrigen Drehzahlen angenehm

Der Twin fühlt sich gut an, tönt gut und zieht auch bei niedrigen wie mittleren Drehzahlen angenehm, ein wenig ähnlich dem seligen V2

Statt eines 750 ccm-V-Motors mit 60 PS weist die aktuelle Africa Twin einen 1000er-Paralleltwin mit 95 PS auf. Eine zeitgemäße Motorisierung, aber doch leistungsmäßig weit unter der momentanen Reiseenduro-Spitzenklasse angesiedelt: KTM und Ducati liegen bei bis zu 160 PS, Triumph bei 139, BMW und Aprilia bei 125 PS.

Auch in punkto elektronische Fahrhilfen hält sich die Honda eher zurück: Klar gibt es ein ABS (außer bei der nur dieses Jahr erhältlichen und wohl selten gefragten Standardversion), und auch eine Traktionskontrolle ist bestellbar. Das war’s aber auch schon. Fährt man die CRF10000L auf der Straße und im nicht allzu schweren Gelände, erscheint sie als typische Honda: Als „rundes“, nämlich sehr ausgewogenes und leicht zu handhabendes Motorrad.

Der Twin fühlt sich gut an, tönt gut und zieht auch bei niedrigen wie mittleren Drehzahlen angenehm, ein wenig ähnlich dem seligen V2. Die konventionelle Sechsgang-Schaltbox ist gut abgestimmt, die Gangwechsel funktionieren leicht und präzise. Braucht man das elektronisch gesteuerte Schaltgetriebe DCT? Eindeutige Antwort: Ja! Die jüngste Entwicklungsstufe des vielstufig agierenden Doppelkupplungsgetriebes wiegt zwar nach wie vor zehn Kilo mehr als das Sechsganggetriebe, aber dieses Gewicht wie auch der Mehrpreis von 1.120 Euro sind gut angelegt.

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