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03.05.2014

12:07 Uhr

Hyundai i30 als Gebrauchter

Leicht überzogenes Versprechen

Quelle:dpa

Natürlich können koreanische Hersteller Fahrzeuge bauen, die es mit der europäischen Konkurrenz aufnehmen können. Doch wenn der Kompakte Hyundai i30 in die Jahre kommt, offenbart er als Gebrauchter einige Macken.

Hyundai gibt fünf Jahre Neuwagengarantie auf den i30. Vor Kritik bei der Kfz-Hauptuntersuchung schützt das aber nicht. dpa

Hyundai gibt fünf Jahre Neuwagengarantie auf den i30. Vor Kritik bei der Kfz-Hauptuntersuchung schützt das aber nicht.

BerlinAls der Hyundai i30 2007 auf den deutschen Markt kam, zog er zwar im Rennen mit manchem Konkurrenten aus deutscher Produktion bei der Qualität und bei den Verkaufszahlen noch den Kürzeren, doch er überraschte mit guter Materialanmutung und einem beeindruckenden Handling. Dabei gibt der Hersteller mit einer fünfjährigen Neuwagengarantie zudem ein Qualitäts-Versprechen ab.

Doch das schützt nicht vor Aussetzern. So berichtet der «TÜV Report 2014» von manch gerissenem Zylinderkopf bei Dieselmodellen bereits während der Garantiezeit. Mit Blick auf die Kfz-Hauptuntersuchung (HU) moniert das Magazin überdurchschnittlich häufig auftretende Mängel an den Achsfedern. Lager an der Vorderachse weisen demnach vergleichsweise oft Spiel auf. Auch die anfällige Beleuchtungsanlage moniert der Report.

Für den ADAC zählt der VW-Golf-Konkurrent ebenfalls nicht zu den zuverlässigsten Modelle in der Kompaktklasse. Von Mängeln betroffen waren laut dem Autoclub öfter das Abblendlicht-/Fernlicht (Baujahre 2008 bis 2012), die Wegfahrsperre (2009 bis 2010) und die Kraftstoffpumpe (2009). Bei jungen Modellen von 2013 setzte laut ADAC auch schon mal der Sensor des Kupplungspedals aus.

Zu den Händlern kam der knapp 4,30 Meter lange Hyundai i30 im Herbst 2007 und wusste durch guten Federungskomfort und eine satte Straßenlage manchen Kunden spontan zu überzeugen. Im Jahr darauf folgte der cw genannte Kombi.

Mitte 2010 gab es ein Facelift für den Kompakten, bevor im März 2012 die zweite Modellgeneration kam - wahlweise mit bis zu sieben Airbags, Panoramadach, Rückfahrkamera. Seit 2013 bietet Hyundai den i30 auch als Dreitürer an. Zum Modelljahr 2014 gab es eine leichte technische Überarbeitung, die Verbesserungen für Fahrwerk und Geräuschdämmung brachte.

Als Volumenmodell bietet der Hyundai i30 eine eher überschaubare Motorenpalette. Dreizylinder fehlen ebenso wie leistungsstarke Varianten, wie sie zu einem Sportmodell passen würden. Je nach Baujahr leisten die Benziner zwischen 80 kW/109 PS und 105 kW/143 PS.

Bei den Dieseln erschöpft sich die Spanne mit 66 kW/90 PS bis 103 kW/140 PS. Die sparsamsten Motoren benötigen laut Norm weniger als 4,0 Liter und weisen damit einen CO2-Ausstoß von unter 100 g/km auf.

Was es beim Gebrauchtwagenkauf zu beachten gibt

Fahrzeugbesichtigung

Die Mängelsuche beginnt mit einem Rundgang ums Auto. In aller Ruhe sollten Spalte an Stoßfängern, Türen und anderen Anbauteilen in Augenschein genommen werden. Gibt es Unterschiede bei den Spaltmaßen, lässt das meist auf einen Unfallschaden schließen. Gleiches gilt, wenn Reifen unterschiedlich stark abgefahren sind oder das auf den Fahrzeugleuchten angegebene Produktionsdatum nicht mit dem Baujahr des Autos übereinstimmt. Dann wurden die Leuchten schon einmal ausgewechselt - möglicherweise nach einem Crash.

Papiere prüfen

Vor allem bei jüngeren Gebrauchtwagen sollte es unbedingt ein Serviceheft geben, in dem die Fahrzeugwartung lückenlos dokumentiert ist. Zusätzliches Vertrauen schaffen Kundendienstrechnungen, Reparaturnachweise und Prüfberichte. Viele Vorbesitzer im Fahrzeugbrief (Zulassungsbescheinigung Teil II) könnten trotz allem auf ein Montagsauto hindeuten - mehr als zwei Halter in fünf Jahren oder drei in sieben Jahren sind verdächtig.

Blick unter die Haube

Abgeplatzter Lack und Beschädigungen an Schraubverbindungen der Karosserieteile im Motorraum können ein Hinweis auf größere Reparaturen sein. Ölspritzer und Wasserflecken begründen den Zweifel an einem einwandfreien Antrieb. Aber auch ein sehr sauberer Motorraum sollte stutzig machen: Mit einer Motorwäsche könnten Spuren beseitigt und Undichtigkeiten kaschiert worden sein.

Rostsuche

Um Korrosionsschäden an der Karosserie auf die Spur zu kommen, lohnt ein Blick in verborgene Ecken, etwa unter den Kofferraumteppich, hinter die Tankklappe und in die Radkästen. Mit etwas Fingerspitzengefühl lässt sich Rost hinter den Schwellern ertasten. Korrosion unter dem Lack ist an einer welligen oder pickeligen Oberfläche zu erkennen. Muffiger Geruch im Innenraum deutet auf Feuchtigkeit im Wagen hin. In diesem Fall nach Möglichkeit den Teppich anheben und nach Wasserpfützen und Rost suchen.

Lack-Check

Ausgebesserte Unfallschäden lassen sich mit bloßem Auge oft nicht erkennen. Indizien dafür sind Farbspuren an eigentlich unlackierten Teilen wie Gummidichtungen und Federbeinen sowie unterschiedlich helle oder matte Lackstellen, die am besten im Tageslicht zu sehen sind. Wenn der Verdacht besteht, dass einzelne Stellen nachlackiert wurden, kann eine Lackdichtenmessung in einer Werkstatt Gewissheit schaffen.

Systemtest

Vor der Probefahrt sind sämtliche Fahrzeugfunktionen zu testen - von der Klimaanlage über elektrische Außenspiegel oder Sitzheizungen bis zum Radio. Unterwegs bleibt die Musik aus, da sie verdächtige Fahrgeräusche übertönen könnte. Beim Einschalten der Zündung müssen die Kontrollleuchten im Cockpit wie für ABS, ESP und Airbags kurz aufleuchten und beim Motorstart erlöschen. Leuchten einzelne Lämpchen weiter oder blinken sie erst gar nicht auf, stimmt etwas nicht. In der Bedienungsanleitung eines Autos sind alle Kontrollleuchten aufgeführt.

Probefahrt

Mal eben eine Runde ums Autohaus zu drehen, reicht nicht. Zur Probefahrt gehören eine Überlandetappe mit mehr als 80 km/h und eine Autobahnfahrt mit 120 km/h. Denn Mängel wie eine verzogene Spur, eine ausgeschlagene Lenkung oder defekte Stoßdämpfer machen sich meist erst bei höheren Geschwindigkeiten bemerkbar. Ein Fahrzeug zieht dann zur Seite, fühlt sich schwammig an oder liegt schlecht in der Kurve. Eine hakelige Schaltung, starke Vibrationen und Ruckbewegungen deuten auf Antriebsprobleme hin.

Tachostand

Bei älteren Autos mit vielen Gebrauchsspuren, aber nur geringer Laufleistung könnte der Tachostand manipuliert sein. Kilometerangaben im Inspektionsheft, auf Prüfberichten, Werkstattrechnungen oder dem Ölwechsel-Aufkleber im Motorraum lassen womöglich einen Betrug auffliegen. Aufschluss darüber könnten auch Nachfragen bei den Vorbesitzern geben, mit welchem Kilometerstand der Wagen jeweils weiterverkauft wurde.

Sachverständiger

Sobald auch nur geringste Zweifel daran aufkommen, dass ein Gebrauchter unfallfrei und technisch in Ordnung ist, sollten Kunden das Auto vor dem Kauf von einem unabhängigen Sachverständigen von TÜV, GTÜ, KÜS oder Dekra begutachten lassen. Das lässt sich in der Regel gut mit einer Probefahrt vereinbaren. Ist der Verkäufer damit nicht einverstanden, könnte er etwas verbergen wollen. Dann gilt grundsätzlich: Finger weg und nach einem anderen Auto suchen.

Seriösen Anbieter erkennen

Ein vertrauenswürdiger Gebrauchtwagenanbieter spricht offen über Vorschäden und Mängel an einem Auto. Er liefert eine lückenlose Fahrzeugdokumentation und im besten Fall ein technisches Gutachten von unabhängiger Stelle mit. Kunden dürfen den Gebrauchten in Ruhe besichtigen, ausführlich Probe fahren, und sie bekommen genügend Bedenkzeit vor dem Kauf. Bei Privatverkäufern gibt es meist günstigere Preise, bei Händlern dafür eine Gebrauchtwagengarantie. Oft können kleine Händler bessere Preise machen als große, da bei ihnen weniger Gemeinkosten auflaufen.

Älter als sieben Jahre kann ein gebrauchter i30 nicht sein, und in gutem Pflegezustand auch nicht günstiger als etwa 5.250 Euro.

Zu diesem Richtpreis führt die Schwacke-Liste das Einstiegsmodell von 2007, den i30 1.4 Classic mit 80 kW/109 PS und geht dabei von einer durchschnittlichen Laufleistung von 84.000 Kilometern aus.

Wer nach einem Diesel-Kombi sucht, muss im Falle des i30cw 2.0 Style von 2011 mit 105 kW/143 PS um die 12.450 Euro einplanen (43.200 Kilometer).

Soll es die zweite Modellgeneration sein, wird es teurer: Schon für den Einstiegsbenziner als Fünftürer (73 kW/99 PS) mit etwas gehobener Ausstattung werden schnell über 13.000 Euro fällig. So ist der i30 1.4 Style von 2012 noch mit 13.250 Euro gelistet (24.000 Kilometer).

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