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07.07.2016

08:55 Uhr

Hyundai Ioniq

Ich will nicht nur ein Prius sein

VonLukas Bay

Der Ioniq soll Hyundais neues Vorzeigemodell werden. Für die koreanische Limousine sind gleich drei verschiedene elektrische Antriebe verfügbar. Auf unserer Probefahrt schlägt sich der Prius-Herausforderer sehr gut.

Der Hybrid fällt äußerlich nicht aus der Rolle. Dass er halbelektrisch unterwegs ist, sieht man ihm nur am blauen Zierstrich und der dezenten Beschriftung an. Der Kühlergrill schließt sich automatisch, wenn der Motor keine Kühlung benötigt. So verbraucht der Ioniq noch weniger. PR

Ein ganz unnormaler Normalo

Der Hybrid fällt äußerlich nicht aus der Rolle. Dass er halbelektrisch unterwegs ist, sieht man ihm nur am blauen Zierstrich und der dezenten Beschriftung an. Der Kühlergrill schließt sich automatisch, wenn der Motor keine Kühlung benötigt. So verbraucht der Ioniq noch weniger.

AmsterdamDie Niederlande sind eine gute Umgebung, um für den elektrischen Antrieb zu werben. Das Land will sich bis 2025 vom Verbrennungsmotor verabschieden und lechzt daher nach neuen Modellen, die das möglich machen. Durch die staatliche Förderprämie sind bereits viele Elektroautos auf den Straßen unterwegs. Das Tesla Model S wird hier sogar als Taxi genutzt und auch die Ladeinfrastruktur ist deutlich besser ausgebaut als in Deutschland.
Da verwundert es nicht, dass Hyundai seine jüngste elektrische Vision auf den Straßen der Hauptstadt Amsterdam präsentiert. Der Ioniq ist das erste Auto, das mit gleich drei verschiedenen elektrischen Antrieben angeboten wird: mit Hybrid-, als Plug-in-Hybrid oder auch vollelektrisch. Für die Koreaner ist das der „Aufbruch in eine neue Ära“, für einige Marktbeobachter ist das vor allem koreanische Antwort auf den Toyota Prius.

Das Sparwunder der Japaner ist seit Jahrzehnten erfolgreich und wurde gerade neu aufgelegt. Doch Hyundai-Deutschlandchef Schrick betont, dass man keinesfalls ausschließlich im Revier des Prius wildern wolle. Im ersten vollen Verkaufsjahr plant Hyundai mit 2000 Verkäufen allein in Deutschland.

Rund die Hälfte soll dabei der Hybrid ausmachen, die andere Hälfte teilen sich die Plug-in- und die Elektrovariante. Damit wäre Ioniq hierzulande vom Start weg erfolgreicher als der Prius. Und das ganz ohne Taxifahrer, die zumindest zum Start nicht zur unmittelbaren Zielgruppe von Hyundai gehören.

Die optische Nähe zum japanischen Vorbild ist tatsächlich unübersehbar. Da ist zum einen die Tropfenform, die für einen extrem niedrigen Luftwiderstand sorgt. Auch die gespaltene Heckscheibe teilt der Ioniq mit dem Prius. Insgesamt ist die koreanische Antwort aber deutlich gefälliger gezeichnet. Weniger kantig, weniger futuristisch. Äußerlich sieht man dem Wagen seine Vorreiterrolle nicht an.

Der Hersteller betont, dass man besonders viel Wert auf eine gute Aerodynamik gelegt habe. Der Unterboden ist geschlossen, selbst der Kühlergrill wird abgeriegelt, wenn der Motor gerade keine Kühlung benötigt. Insgesamt trägt das Design dazu bei, den Verbrauch deutlich zu senken.

Die Tropfenform des Ioniq ist gewollt. Damit erreicht er beim Luftwiderstand einen Spitzenwert von 0,24 Cw. Auffällig ist sein Design allerdings nicht. PR

Nah am Wasser gebaut

Die Tropfenform des Ioniq ist gewollt. Damit erreicht er beim Luftwiderstand einen Spitzenwert von 0,24 Cw. Auffällig ist sein Design allerdings nicht.

Da der Plug-in-Hybrid erst im kommenden Jahr verfügbar sein soll, fahren wir den Ioniq rund um Amsterdam in den zwei Varianten, die bereits in den kommenden Monaten auf den Markt kommen: zum einen den Hybrid, zum anderen die vollelektrische Variante.

Der Hybrid grenzt sich von seinem vollelektrischen Konkurrenten zunächst durch sein etwas anderes Äußeres ab. Blaue Zierlinien und ein silberner Kühlergrill signalisieren, was unter der Haube steckt. Hier setzt Hyundai auf ähnliche Spezifikationen wie der japanische Gegner. Der Hybrid wird angetrieben durch einen 105-PS-starker 1,6-Liter-Motor, der unterstützt wird durch einen rund 43-PS-starken Elektromotor. Anders als Toyota verbauen die Koreaner in ihren Hybrid schon moderne Lithium-Polymer-Akkus statt der veralteten Nickel-Akkus. Möglich macht das eine Exklusivpartnerschaft mit dem koreanischen Batteriehersteller LG Chem.

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