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14.10.2013

11:00 Uhr

i3 - Der Bayer aus der Elektroabteilung

Fahrspaß kostet Reichweite

VonJulian Wewer
Quelle:Spotpress

Sechs Jahre Arbeit hat BMW in dieses Projekt gesteckt, geschätzte drei Milliarden Euro investiert. Nun muss der i3 nur noch die „elektrische Revolution“ auslösen, mit der das Ganze erst rentabel wird.

Mit dem i3 soll im Hause BMW eine Art „elektrische Revolution“, zumindest aber eine neue Zeitrechnung eingeläutet werden BMW

Mit dem i3 soll im Hause BMW eine Art „elektrische Revolution“, zumindest aber eine neue Zeitrechnung eingeläutet werden

Die Vorurteile sind bekannt:  Ein Elektroauto ist teuer, seine Reichweite zu gering, die Alltagstauglichkeit eingeschränkt. Die Fakten lesen sich so: 34.500 Euro sind für ein Kompaktklasse-Modell sicher kein Schnäppchen. Aber ein fairer Preis für ein Auto wie den BMW i3. Vier vollwertige Sitze und ein Kofferraumvolumen von 260 bis 1.130 Liter geben keinen Grund zur Klage und die etwa 160 Kilometer Reichweite sind im Alltag für fast alle Autofahrer mehr als genug.

Und nicht mal unbedingt das Ende der Fahnenstange: Denn wer noch einmal 4.500 Euro für einen Range Extender, den Reichweitenverlängerer, investiert, verdoppelt damit die mögliche Fahrstrecke und halbiert die an sich schon nicht unbedingt begründete Angst vor dem Liegenbleiben.

Elektroauto-Fahren ist aber selbstverständlich (noch) trotzdem immer ein Erlebnis der ganz besonderen Art. Das lautlose Dahingleiten und die beeindruckende Beschleunigung beim Start dank des sofort zur Verfügung stehenden maximalen Drehmoments gehören genauso dazu wie die Planung der Strecke und die Suche nach einer Ladestation.

Letzteres hört sich schlimmer an, als es ist. Das Navigationsgerät des i3 zeigt den Reichweiten-Umkreis genauso an wie die möglichen „Tankstellen“, von denen bereits sehr viele auch die BMW-Karte akzeptieren. Der i3-Fahrer fährt vor, verbindet mit dem Ladekabel die Stromquelle mit dem Fahrzeug, verriegelt das Ganze per Fernbedienung und sucht sich zum Beispiel ein nettes Plätzchen in einem Café.

Dort verfolgt er über eine App auf seinem Smartphone den Ladezustand der Lithium-Ionen-Batterie. Deren  Akkus sind an einer Schnell-Ladestation innerhalb von rund 30 Minuten wieder bei 80 Prozent ihrer Kapazität, die „Strom-Rechnung“ wird vom  Konto des Karten-Nutzers abgebucht.

Vier vollwertige Sitze und ein Kofferraumvolumen von 260 bis 1.130 Liter geben keinen Grund zur Klage BMW

Vier vollwertige Sitze und ein Kofferraumvolumen von 260 bis 1.130 Liter geben keinen Grund zur Klage

Ob der i3 ein attraktives Auto ist, liegt im Auge des Betrachters. Für einen BMW ist er mit vier Metern Länge sehr kurz, mit 1,77 Metern eher schmal und mit 1,58 Metern recht hoch. Die Front trägt die markentypische Niere, die Außenhaut ist stets zweifarbig, da die Haube, das Dach und die Glasfläche der Heckklappe immer in Schwarz gehalten sind.

Ein Hingucker sind die unter diesem Glas eingebauten LED-Heckleuchten, ein Hingucker der ganz anderen Art die auf den geschmiedeten 19-Zoll-Felgen  sitzenden Bridgestone-Reifen. Denn die sind schmal, sehr schmal für ein Auto im Jahr 2013. Dimension 155/70  - da haben sogar die meisten Motorräder der Marke BMW zumindest hinten breitere „Puschen“ zu bieten.

Das Armaturenbrett wirkt zerklüftet, was laut BMW aber den „Loft-Charakter“ widerspiegeln soll. BMW

Das Armaturenbrett wirkt zerklüftet, was laut BMW aber den „Loft-Charakter“ widerspiegeln soll.

Kommentare (7)

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MrGreen13

14.10.2013, 12:38 Uhr

Der Wagen kommt fünf Jahre zu früh. Sobald aber Metall-Luft Batterien, bzw. Akkus im Handel sind und die Infrastruktur für ladestellen verbessert wurde, steht dem elekrischen Individualverkehr nichts mehr im Wege.

Sehr interessant ist der Ansatz Aluminium-Luft Batterien zu nutzen, die eine hohe Engeriedichte, bei geringem Gewicht haben. Nach Verwendung werden die Batterien getauscht und das Aluminiumoxid könnte durch Verwendung von ungenutztem Strom der PV und Windanlagen wieder zu Rein-Alu reduziert werden.

Phinergy -> http://www.phinergy.com/

Sehr interessant!

Kaurikampf

14.10.2013, 12:41 Uhr

Vorweg: Wenn es eine Marke schafft, das Elektroauto nach vorn zu bringen dann ist es BMW. Der i3 ist ein Drittauto für Betuchte. Von denen hat BMW genug in der Kundendatei. Wenn dann noch politischen "Bevorzugungen" , wie z.B. Benutzung der Bus- und Taxispuren und kostenlose Park- und Ladeplätze dazu kommen, dann mag das in Metropolregieonen klappen.
Aber nun zu der vom Autor so flapsig gemachten Bemerkung: Schnell mal mit dem Navi eine Ladestation gesucht und das Kabel eingesteckt. Nach 30 min. schnellladen ist die Battreie wieder zu 80% gefüllt. Zeit für einen Cappuccino! Wenn meiner Frau das mit guten Klamotten im Regen passiert, will sie keinen Cappuccino mehr- und sei er umsonst. Aber nehmen wir mal an, ich fahre das Auto und erwische am Hot-Spot eine Ladesäule. Was mache ich, wenn diese Pretiose besetzt ist. Vielleicht ist sie sogar von jeman "besetzt" , der gar nicht laden sondern nur parken will? Und nun habe ich Glück und bei meinem Lieblingsitaliener ist die Schnellladesäule für mich so reserviert, wie der beste Platz im Restaurant. Wenn ich das oft mache, mit dem Turbo-Laden, wie lange hält dann der sauteure Akku? Man müsste mir das Auto fast schenken oder die Innenstädte für Verbrenner abriegeln, dann würde ich es in Erwägung ziehen. Ich bin gespannt, wie sich dagegen das viel flexibelerere Konzept des Audi-Hybrid A3 E-Tron durchsetzt. Mir erscheint es attraktiver!

Skarrin

14.10.2013, 12:59 Uhr

In den USA werden bereits mehr reine E-Autos als Plug-in-Hybride verkauft. Ein weiterer Beweis dafür, dass die so sorgfältig ausgedachten Horrorgeschichtlein zu Ladung und Reichweite in der Praxis kaum eine Rolle spielen.

Auf die "sauteuren" Akkus gibt's übrigens 8 Jahre Garantie.

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