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28.05.2013

13:24 Uhr

Im Test fallen die meisten durch

Sicherheitsrisiko Elektro-Fahrrad

VonFrank G. Heide, Tobias Döring

Sie sind eigentlich eine große Erfolgsgeschichte: Von Jahr zu Jahr steigen die Verkaufszahlen der Elektro-Fahrräder. Aber jetzt schlagen ADAC und Stiftung Warentest wegen miserabler Test-Ergebnisse Alarm.

Stiftung Warentest und ADAC haben Pedelecs getestet: Auf dem Prüfstand konnten bei weitem nicht alle Elektrofahrräder überzeugen. ADAC

Stiftung Warentest und ADAC haben Pedelecs getestet: Auf dem Prüfstand konnten bei weitem nicht alle Elektrofahrräder überzeugen.

München/DüsseldorfMichael Groschek glaubt an eine von Bürgern bezahlbare Revolution im Kleinen: „Die E-Mobilität des vor uns liegenden Jahrzehnts wird durch Pedelecs und Zweiräder bestimmt, nicht durch Elektromobilität im automobilen Sinn“, sagt der NRW-Verkehrsminister – und widerspricht damit im Rahmen des Elektroauto-Gipfels den hochfliegenden Plänen von Bundesregierung und Autoherstellern. Der SPD-Mann bezieht damit Gegenposition zu Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU), der die Marktchancen für E-Autos betont positiv sieht. Aber die Statistik gibt Groschek recht.

Während die Zahl der zugelassenen Elektroautos mit einigen Tausend weiter überschaubar bleibt, brummt das Geschäft mit Fahrrädern, die einen Elektromotor haben. Immer mehr junge Städter nutzen statt des Autos ein Elektrorad. Der Absatz stieg 2011 um 55 Prozent, 2012 kletterte er um weitere 15 Prozent. Fahrräder mit Elektromotor machen nach Angaben des ADFC schon zehn Prozent des Gesamtmarkts aus.

Kleine E-Bike-Typologie

Pedelecs

Pedelecs leiten ihren Namen aus den englischen Begriffen "Pedal, Electric Cycle" ab. Ein elektrischer Hilfsmotor unterstützt den Radler nur solange dieser in die Pedale tritt. Das Fahrrad darf nicht mehr als 250 Watt Leistung bereitstellen und nicht schneller als 25 km/h sein.

In vielen Bundesländern ist für Pedelecs mindestens die Mofa-Prüfbescheinigung erforderlich. Sie steht Fahrern ab 15 Jahren offen und umfasst eine theoretische und praktische Ausbildung sowie eine Theorie-Prüfung. Personen, die vor dem 01. April 1965 geboren wurden, benötigen aber lediglich einen Personalausweis. Die Mofa-Prüfbescheinigung ist in den Motorradführerscheinen A, A1 und A2 sowie im Pkw-Führerschein der Klasse B (früher Klasse 3) enthalten.

Für Pedelecs ist nur dann keine eigene Haftpflichtversicherung notwendig, wenn sie in der Privathaftpflicht enthalten ist. Oft sind in alten Verträgen Elektroräder aber nicht enthalten. Dann ist eine schriftliche Bestätigung vom Versicherer anzufordern, dass Pedelecs im Vertrag eingeschlossen sind.

Es besteht keine Helmpflicht.

S-Pedelecs

Schnelle Pedelecs sind sogenannte "S-Pedelecs", auch Schweizer Klasse genannt. Sie unterstützen den Fahrer durch den bis zu 500 Watt starken Elektromotor bis zu einer Geschwindigkeit von 45 km/h. Auch hier arbeitet der Motor nur, wenn der Fahrer in die Pedale tritt.

Für den Betrieb ist bei S-Pedelecs ein Versicherungskennzeichen erforderlich. Im Straßenverkehr benötigt der Fahrer die Fahrerlaubnis für Kleinkrafträder der Klasse M. Seit 19. Januar 2013 heißt diese Klasse AM und ist in den Motorradführerscheinen sowie im Pkw-Führerschein der Klasse B (früher Klasse 3) enthalten. Die Klasse AM steht Personen ab 16 Jahren offen und schließt sowohl eine theoretische als auch praktische Prüfung ein.

S-Pedelecs werden wie Kleinkrafträder eingestuft und dürfen nicht auf dem innerstädtischen Radwegnetz fahren. Außerhalb geschlossener Ortschaften dürfen S-Pedelecs nur Radwege benutzen, wenn diese durch das Zusatzschild "Mofas frei" für den Kraftverkehr freigegeben sind.

Es besteht Helmpflicht.

E-Bikes

Im Gegensatz zu Pedelecs und S-Pedelecs besitzen E-Bikes einen maximal 500 Watt starken Antrieb, der unabhängig vom Tritt in die Pedale funktioniert. Über einen Drehgriff oder Schalter am Lenker steuert der Fahrer die Motorleistung des bis zu 20 km/h schnellen E-Bikes. Höhere Geschwindigkeiten sind vom Tritt in die Pedale abhängig.

E-Bikes gelten wie S-Pedelecs als Kleinkraftrad und benötigen ein Versicherungskennzeichen sowie eine Betriebserlaubnis. Das Führen des E-Bikes setzt mindestens eine Mofa-Prüfbescheinigung voraus.

Es besteht Helmpflicht.

Insgesamt sind mittlerweile mehr als 1,3 Millionen E-Bikes auf Deutschlands Straßen unterwegs. Damit zählt Deutschland neben den Niederlanden als das absatzstärkste Land für Elektrofahrräder. Knapp 35 Prozent des gesamten E-Bike-Absatzes in Europa entfallen allein auf Deutschland.

Pedelecs machen nach Schätzung des Zweirad-Industrie-Verbands (ZIV) ca. 95 Prozent der insgesamt verkauften E-Bikes aus. Die restlichen fünf Prozent verteilen sich auf S-Pedelecs und andere Varianten. Hersteller und Händler freuen sich über mehr Umsatz und höhere Gewinne dank Elektrounterstützung.

Europaweit wurden 2012 rund 1,1 Millionen E-Bikes verkauft, davon 380.000 in Deutschland. Zieht man den Schienenverkehr einmal ab, so besteht die wirkliche Elektromobilität zu mehr als 99 Prozent aus Pedelecs.

Die durchaus schwungvolle Fahrt könnte nun aber durch zwei echte Hürden gebremst werden: Zum einen durch das schlechte Wetter des Frühjahrs, das Handel und Hersteller das Geschäft bislang vermiest - zum anderen durch die aktuellen Ergebnisse eines Pedelec-Tests von ADAC und Stiftung Warentest, die kaum schlechter ausfallen könnten.

ADAC und Stiftung Warentest

Miese Ergebnisse: Pedelecs im Test

ADAC und Stiftung Warentest: Miese Ergebnisse: Pedelecs im Test

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Kommentare (14)

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Account gelöscht!

28.05.2013, 12:42 Uhr

Hallo,

mir ist ein totales Rätsel was man überhaupt mit einem Fahrrad will, dass durch einen Elektromotor angetrieben wird. Das ist für mich ein Widerspruch in sich. Da könnte man ja auch bei einem Auto den Motor ausbauen und durch Ketcar Pedalen ersetzen. Das wäre das selbe.

Ein Fahrrad ist doch dazu da, um mit Muskelkraft bewegt zu werden. Wenn ich zu faul zum strampeln bin nehme ich einen Roller, Motorrad, Mofa, Auto, ... usw.

Oder: Warum nicht Inline Skates mit einem Elektromotor ausstatten.
Oder warum werden Ruderwettkämpfe mit Rudern bestritten. man könnte doch einen Aussenbordmotor anbringen. Man ist dann schneller + braucht keine Kraft mehr aufwenden.

Mir echt ein totales Rätsel was ein Fahrrad mit einem Motor zu tun hat....

Marvel

Account gelöscht!

28.05.2013, 12:43 Uhr

Die Abwertung für das preiswerte Pedelec (Top Velo Alu-Elektro-Fahrrad 28") kann ich nicht nachvollziehen. Meine Mutter (76) hat das (weitgehend) baugleiche Prophete E100 (aus einem REAL Markt) nun schon seit knapp 2 Jahren (in täglichem, ganzjährigem Einsatz) und die Bremsen sind absolut adäquat, zumal ja auch noch eine (brauchbare) Rücktrittbremse zusätzlich vorhanden ist.
Verarbeitungsmängel gibt es zwar (etwas Flugrost, teilw. schlampiger Zusammenbau) aber nichts Gravierendes. Rahmen und Lenker sind auch absolut stabil.
Das Antriebskonzept mit Motor im Vorderrad ist gerade für Ältere oder technisch Uninteressierte mMn die beste Lösung, die Steuerung über den "Tretsensor" ist zwar einfach aber man gewöhnt sich schnell daran. Auch die Reichweite (noch mit 24 Volt Akku) ist OK, auch und sogar im Winter.
Meine Mutter gibt das Ding jedenfalls nicht mehr her :-D außer im Tausch gegen ein neues und da gäbe es absolut keinen Grund, nicht wieder einfach das Nachfolgemodell für ebenfalls ca. 6-700 Euro zu kaufen.

PeterK

28.05.2013, 13:07 Uhr

@marvel_master
Tja, vielleicht einfach mal selbst ausprobieren, was es heisst mit einem normalen Fahrrad ins Büro zu fahren, vielleich noch mit der einen oder anderern Steigung dabei. Wenns dann im Büro keine Dusche gibt, die KOllegen freuen sich übers kräftige Aroma.
Oder wenn Mutti beim Sonntagsausflug mithalten können will.
Allzuviel Phantasie brauchts nun wirklich nicht um zu erkennen, das marvel_master wohl zur harten Automobilfraktion gehört, die nur einfache Antworten kennt.

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