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13.11.2012

13:17 Uhr

Immer mehr Apps im Auto

Über Bluetooth und auf schmalem Grat

Quelle:dpa

Dank Smartphone sind wir immer und überall online. Und auch nützliche Apps stehen vielen zur Verfügung. Mit neuen Infotainment-Zentralen kommen diese jetzt ins Auto. Verkehrsexperten sehen das kritisch.

Zurück im Hauptmenü: So sieht die Benutzerschnittstelle des Infotainment-Systems im Renault Clio aus. Pressefoto

Zurück im Hauptmenü: So sieht die Benutzerschnittstelle des Infotainment-Systems im Renault Clio aus.

Stuttgart/KölnEin paar Minuten ohne Facebook oder Twitter - für immer mehr Menschen ist das ein Horrorszenario. «Da bleibe ich lieber zu Hause, als unterwegs mal offline zu sein», fasst Bharat Balasubramanian aus der Mercedes-Forschungsabteilung die Ergebnisse seiner Kundenbefragungen im Silicon Valley zusammen.

Weil die kleinen Programme auf den Smartphones, die sogenannten Apps, aus dem Alltag kaum mehr wegzudenken sind, sehen sich die Autohersteller unter Zugzwang. Vor allem in Fahrzeugen für jüngere Zielgruppen holen sie nicht nur das World Wide Web, sondern auch die Apps ins Cockpit.

So hat Mercedes für die neue A-Klasse und demnächst auch für B-, C- und E-Klasse ein Drive-Kit im Programm, mit dem das iPhone und der Monitor in der Mittelkonsole vernetzt werden. Mittels Bildschirm können nicht nur Kontakte und Kurznachrichten gelesen, sondern auch Apps von Twitter oder Facebook aufgerufen werden, so der Hersteller. Senden lassen sich mit Hilfe der Bedien- und Anzeigeinstrumente im Auto dann auch Nachrichten.

Nutzer können eine Musikauswahl treffen, Wetternachrichten und Aktienkurse abfragen sowie Termine vereinen, erläutert Mercedes-Pressesprecher Matthias Brock. Unabhängig von Apples iPhone lassen sich über eine Bluetooth-Verbindung mit dem Handy auch andere Programme in das Command-System von Mercedes laden. Sie werden in einem eigenen App-Store hinterlegt. Dazu zählen solche, die online bei der Parkplatzsuche helfen oder die aktuellen Aktienkurse darstellen. Über ein Dutzend Apps sind derzeit geplant.

Auch BMW und die Tochter Mini haben einen App-Store entwickelt. Allerdings haben die Bayern nicht nur die üblichen Internetanwendungen vom sozialen Netzwerk bis zum Webradio im Programm. Auch automobile Themen haben sie berücksichtigt.

Tablet-Optik: Auf diesem Monitor in der Mercedes A-Klasse laufen auch Apps von Facebook und Twitter. Daimler

Tablet-Optik: Auf diesem Monitor in der Mercedes A-Klasse laufen auch Apps von Facebook und Twitter.

So gibt es bei Mini eine Fahrspaß-App: Sie informiert über aktuelle Beschleunigungswerte und wichtige Fahrzeugkennzahlen von der Kühlwassertemperatur, über die Motorleistung bis hin zu Drehzahl und Drehmoment. Auch Wetterdaten erscheinen auf dem Bordcomputer.

Als erstes Modell von Audi ist der neue A3 mit einem ähnlichen Infotainment-Baukasten bestückt. In dem Kompaktwagen lassen sich ebenfalls spezielle Apps für Twitter oder Facebook installieren, sagt Pressesprecher Oliver Strohbach. Solche Lösungen sind dabei längst kein Privileg für Fahrer von Autos der Premiumhersteller. Auch bei günstigeren Kleinwagen wie dem Toyota Auris und dem neuen Renault Clio gibt es Apps für Autofahrer.

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Wer im Clio sein Mobiltelefon gekoppelt hat und über die richtigen Schaltflächen auf dem Autobildschirm wischt, landet automatisch bei den Zusatzprogrammen: ein E-Mail-Dienst, ein spezieller Tweet, eine Wettervorhersage und ein Pannenservice seien bei entsprechender Ausstattung bereits vorinstalliert, meldet Renault. Das R-Link genannte System ist stets online. So werden aktuelle Verkehrsinformationen, Restaurant- und Hoteltipps bei Renault direkt ins Cockpit geholt.

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