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09.01.2007

08:00 Uhr

In den Zulassungsstatistiken immer auf den vorderen Rängen

Als der Kadett B dem Käfer Konkurrenz machte

Im eigenen Haus hatte er auf den ersten Blick nicht viel zu melden: Während die Modelle im Opel-Oberhaus Kapitän, Admiral oder Diplomat hießen, wies den Kadett schon seine Modellbezeichnung als Nachwuchs in den unteren Rängen aus. Doch schon der Kadett A hatte gezeigt, dass mit ihm ordentliche Stückzahlen zu erzielen waren.

Kadett Rallye dpa

Ein stärkerer Motor zeichnete den Kadett Rallye aus. (Bild: Opel/dpa/gms)

dpa/gms RÜSSELSHEIM. Der Nachfolger mit Zusatzbezeichnung B machte das noch besser. Den Modellbezeichnungen bei Opel fehlte schon immer eine klare Linie. Während manche Hersteller durch Durchnummerieren oder Klassen von A bis S Zusammengehörigkeit demonstrieren, bekam man dies in Rüsselsheim nie hin. Zwar hören sich Corsa, Astra und Vectra noch ähnlich an. Signum aber schlägt aus der Richtung. In den sechziger Jahren war das nicht anders. So lässt sich zwar vom Kadett über den Kapitän bis zum Admiral mit etwas Fantasie eine Karriereleiter vorstellen - der dann in der Mitte aber Sprossen fehlen, weil dort je nach Zeitraum Modelle wie Rekord, Manta oder Ascona zu finden waren.

Der Kadett immerhin trug einen Namen, der ihn als Basis der Modellpalette identifizieren ließ. Der Name aus dem Militärjargon hat seinen Ursprung im französischen Wort „cadet“. Dies kennzeichnet ihn als den „Jüngeren“ oder als jungen Spross einer adligen Familie, der zum Offiziersdienst bestimmt ist. In der österreichisch-ungarischen Armee gab es den Rang für Offiziersanwärter.

Das alles dürfte den Interessenten aber egal gewesen sein, als der Kadett B 1965 erstmals zu sehen war. Sie sprachen lieber darüber, dass der Neue nicht mehr so fitzelig aussah wie der zerbrechlich wirkende Vorgänger. Die Hinterachskonstruktion wurde aber vom Vorgänger übernommen und sorgte weiterhin dafür, dass ein Kadett beim Gas geben schon mal das Hinterteil hob. Auch der Innenraum wahrte das Andenken mit lackiertem Blech statt elegant gepolsterter Flächen.

1967 wurde der Kadett B dann zu einem wirklich neuen Auto. Äußerlich änderte sich zwar nicht viel - in erster Linie fielen die größeren Leuchten am Heck auf. Wichtiger war, dass man es geschafft hatte, eine neue Hinterachse zu konstruieren, die mit Schraubenfedern arbeitete. Das hob das Fahrverhalten des Kadett auf ein neues Niveau. Innen gab es nun auch ein leicht gepolstertes Armaturenbrett.

Nicht geändert wurde im gesamten Lauf der Bauzeit das Grundprinzip der verwirrenden Modellvielfalt. „Den“ Kadett B gab es nämlich nicht. Vielmehr musste sich der Kunden bei der Bestellung durch eine Vielzahl an Möglichkeiten ackern, um seinen Wagen zusammenzustellen. Es gab den Kadett zweitürig und viertürig, auch ein Kombi mit der Bezeichnung Caravan war im Angebot - den gab es drei- oder fünftürig.

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