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21.09.2013

09:07 Uhr

Interview

„Beamtenjob auf Lebenszeit? Nein, danke!“

VonSebastian Schaal

200 Tage im Jahr auf Achse, immer unter Strom, kaum eine Rast: Das ist das Leben von Dag Rogge. Handelsblatt Online sprach mit dem Mann hinter der Abenteuer-Reise über die Anfänge und wohin die nächste Reise geht.

Dag Rogge neben seinem Reisefahrzeug: „Organisation ist bei einer solchen Tour alles.“ Craig Pusey Photography

Dag Rogge neben seinem Reisefahrzeug: „Organisation ist bei einer solchen Tour alles.“

Dag Rogge, 48, lebt für seinen Job. Rund 200 Tage im Jahr ist er unterwegs, meist auf vier Rädern, irgendwo auf diesem Planeten. Pausen kennt er kaum. Dass er eine Tour mit 22 Menschen anführt, scheint ihm nicht genug. Der Innenraum seines Autos gleicht einer Kommandozentrale, er muss immer mit seinem Büro in Deutschland in Verbindung sein. So findet auch das Gespräch mit Handelsblatt Online während der Fahrt statt, irgendwo rund um die russische Stadt Krasnodar.

Wie hat das mit der „Land Rover Experience Tour“ angefangen?

Die Vorgänger-Veranstaltung bis zum Jahr 2000 war die „Camel Trophy“. Aus mehreren Gründen ist dann Camel ausgestiegen, unter anderem wegen des Verbots von Zigaretten-Werbung. Daraufhin habe ich mit einem guten Freund und Mitarbeiter zusammen ein neues Konzept ausgearbeitet, mit einer anderen Ausrichtung: Zum Ende der „Camel Trophy“ mussten die Teilnehmer quasi Zehnkämpfer sein, einen Jet fliegen und einen Marathon laufen können. Das neue Event sollte nicht eine solche Spezialgruppe, sondern den „gewöhnlichen“ Land Rover-Kunden ansprechen.

Ist das neue Konzept bei den Entscheidern im Unternehmen gut angekommen?

Zu dieser Zeit, das war 1999, gehörte Land Rover noch zu BMW. Wegen der großen Probleme mit den britischen Marken ist das Konzept in München aber erst einmal in der Schublade gelandet. 2000 wurde Land Rover an Ford verkauft, BMW führte die Geschäfte aber kommissarisch weiter, bis eine neue Handelsgesellschaft aufgebaut war. In dieser Zeit musste aber trotzdem das Marketing weitergehen. Da ist dann wieder das Konzept für die Experience Tour aus der Schublade auf die Schreibtische gewandert. Dann musste alles schnell gehen, innerhalb von zwei Monaten stand die erste „Entdecker-Tour“ nach Jordanien.

Wie ging es in der Zeit nach BMW weiter?

Der Chef der neuen Vertriebsgesellschaft hat dann schnell verstanden, dass die Tour ein hervorragendes Marketing-Tool für eine Offroad-Marke ist. Der Erfolg gab uns recht, für die erste Tour nach Jordanien hatten wir quasi aus dem Nichts 4.000 Bewerber.

Waren die Bewerberzahlen immer so hoch?

Ja, wir hatten mit jeder Tour steigende Bewerberzahlen – mit einer Ausnahme, Schottland. Schottland ist einfach zu nah, das hat einen anderen Abenteuer-Charakter als um Beispiel Bolivien, Argentinien oder Malaysia. Mit einem Ziel wie der Seidenstraße sieht das anders aus, dieses Jahr haben sich mehr als 30.000 Menschen auf einen Platz beworben.

Warum findet die Experience Tour nur alle zwei Jahre statt?

Eine Reise wie über die Seidenstraße oder das bolivianische Hochland schüttelt man nicht einfach aus dem Ärmel. Der komplette Ablauf muss organisiert werden, jeder noch so kleine Stopp muss vorher geplant sein. Wenn ich mit einem Konvoi von elf Autos zum Beispiel eine Mittagspause in einem komplett fremden Land einlegen will, muss ich schon vorher wissen, wo das geht. Sonst endet das im Chaos. Deshalb fahren wir im Jahr vor der eigentlichen Tour die komplette Strecke schon einmal ab. Nur so können wir kontrollieren, ob das auch funktioniert, was wir uns in Deutschland am Schreibtisch ausgedacht haben.

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