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27.05.2015

10:58 Uhr

Interview mit Fritz Indra

„Tesla wird scheitern“

Verbrenner schlagen E-Mobilität und Plug-in-Hybride sind Betrug an der Umwelt: Der bekannte Motorenentwickler Fritz Indra räumt im Interview mit dem Hype um die Elektroautos auf.

Der 1940 geborene Diplom-Ingenieur arbeitete als Motoren- und Fahrzeugentwickler unter anderem bei BMW Alpina, Opel, General Motors, und Audi. ampnet

Professor Fritz Indra

Der 1940 geborene Diplom-Ingenieur arbeitete als Motoren- und Fahrzeugentwickler unter anderem bei BMW Alpina, Opel, General Motors, und Audi.

Wien/DüsseldorfDas Wiener Motorensymposium stand Anfang des Monats ganz im Zeichen überraschender Verbesserungen beim Verbrennungsmotor, weil die umweltpolitischen Ansprüche in Europa die Kreativität der Hersteller zwangsläufig beflügelt haben. Welchen Folgen das für die alternativen Antiebe hat, darüber sprach Jens Meiners mit dem bekannten Ingenieur und Fahrzeugentwickler Prof. Fritz Indra, einst Motorenentwickler bei BMW Alpina, Audi und General Motors, heute im Ruhestand noch Berater des österreichischen Entwicklungsdienstleisters AVL List.

Professor Indra, was ist für sie die wichtigste Erkenntnis des Motorensymposiums?

„Es gab keinen einzigen Vortrag mehr über das Elektroauto, das ist ein Riesenfortschritt. Denken Sie einmal drei Jahre zurück: Damals hat jeder von der Elektromobilität geschwärmt, wenngleich niemand verraten hat, wann, wie und wo. Jetzt ist die Nachfrage wieder auf einem absoluten Tiefpunkt angekommen. Ich gehe davon aus, dass der private Markt fast gesättigt ist.“

Auch dort, wo subventioniert wird?

„Das Thema wird verschwinden vor allem auch deshalb, weil jetzt Norwegen als das gelobte Land der E-Autos die immensen Förderungen, die es hier gab, einstellt. Frau Merkel redet von einer Million bis 2020; in Wirklichkeit werden es nicht einmal 100.000 sein. Damit man sich nicht all zu sehr blamiert, sollen nun auch die Hybride mitgezählt werden. Das wird aber auch nicht reichen. Vielleicht braucht man dann auch noch die E-Fahrräder.“

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Seit Jahren sind sie im Gespräch, doch noch führen E-Autos ein Nischendasein. Auch die Zahl neu zugelassener Hybride bleibt niedrig. Hersteller wie VW und Audi motzen die magere Statistik mit Eigenzulassungen auf.

Einige Redner haben den Plug-In-Hybrid als passable technische Lösung gewürdigt.

„Die Hersteller brauchen diese Technologie bei den großen Autos, weil die Flottenverbräuche sonst zu hoch sind. Aber der Plug-In-Hybrid, genau wie das Elektroauto, ist ein Betrug an der Umwelt ist – weil der Strom nicht einbezogen wird. In dem Moment, in dem sich diese Autos am Stromnetz bedienen, blasen die Kraftwerke den Schmutz in die Luft, und zwar ungleich mehr als moderne Verbrennungsmotoren. Das erste, was in China bei schmutziger Luft passieren müsste, wäre ein Fahrverbot für Elektroautos.“

Erwarten Sie staatliche Absetzbewegungen von der E-Mobilität?

„Letztlich ist das alles eine Frage des Geldes, und irgendwann werden die Regierungen klug. In den USA wurde der Hybrid auch einmal subventioniert, nach 60.000 Fahrzeugen war dann Schluss. Ähnliches passiert gerade in Norwegen und man kann sehr gespannt sein, wie dort der Markt reagieren wird. Eine Technologie muss sich aus sich heraus rechnen. Man kann sie vielleicht am Anfang fördern, wenn sie wirklich sinnvoll ist, aber eine Dauersubventionierung kann sich keiner leisten.“

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Was prognostizieren Sie Tesla?

„Ich gehe davon aus, dass dieses Projekt einmal scheitert, weil die Firma ja jedes Jahr riesige Verluste macht und auch dieser Markt nicht beliebig groß ist. Elon Musk ist natürlich ein hervorragender Manager und vielleicht der beste PR-Mann der Welt.“

Damit hat er im vergangenen Jahr etwa 30.000 Autos verkauft.

„Ja, aber sehr viele davon im spezifischen Markt Kalifornien, und natürlich in Norwegen, wo er – noch mit Förderung – so viel kostete wie ein Golf. Trotzdem hat man bei den Elektroautos nicht bedacht, dass sie nach sechs bis sieben Jahren nichts oder nur mehr wenig wert sind. Die Batterien verlieren permanent an Leistung, und irgendwann übersteigt der Preis einer neuen Batterie den Zeitwert. Das Thema wird bis heute nicht berücksichtigt, die Kunden werden sich wundern.“

Welche Entwicklungen beobachten Sie beim Verbrenner?

„Die Entwicklungen sind phantastisch, beispielsweise der Dreizylinder mit Zylinderabschaltung, den Ford vorgestellt hat; das wird funktionieren. Es wird überall geschraubt, entwickelt und geforscht; man holt Ansätze aus der Schublade, die längst bekannt sind und sich heute lohnen, weil sie vielleicht noch ein Prozent an Einsparung bringen. Wir fahren heute mit Dreieinhalb-Liter-Autos schon sehr kommod und es wird noch weniger werden.“

Kommentare (69)

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Herr Christian Häfner

27.05.2015, 11:40 Uhr

Was redet der da? Bzw. wer druckt so etwas??? "Man darf Energie nie wandeln..... und deshalb seien Verbrennungsmotoren besser ?!" "Wir machen aus zu viel Energie flüssige oder gasförmige Stoffe!" Was macht denn ein Fahrzeug aus Benzin bevor sich die Räder drehen Herr Indra? Und das von einem Professor und Motorenentwickler. Der hat sein eigenes Prinzip wohl nicht verstanden. Wie schlecht.

Herr Marc Ho

27.05.2015, 11:59 Uhr

Endlich jemand, der die offensichtlichen wie üblichen Nachteile auf den Punkt bringt: Völlig überteuert und überhaupt im Markt nur mit -zig tausend Euro Subvention verkaufbar (wie auch Solar- und etliche andere Industrien), technisch minderwertig (Leistungsverlust Batterie, unvorhersehbare Reichweite, Infrastruktur), ökologisch zweifelhaft (Strom zum Akku aufladen aus Kohlekraftwerken, seit der Energiewende verbraucht Deutschland massiv mehr CO2 als zuvor). Höchste Zeit, dass dieses Konzept aus der Mottenkiste (bereits 1910 gab es E-Autos und sind damals wegen der Nachteile faktisch ausgestorben) wieder genau dort landet.

Herr Volker Dilger

27.05.2015, 12:03 Uhr

Also das passiert, wenn man alte Männer zu Zukunftstechniken interviewed. Es wird skurril aber leider nicht lustig. Zum Schutz des alten Herrn Professors hätte man eigentlich spätestens nach der Äußerung eines Fahrverbots für Elektrofahrzeuge bei SMOG das Interview abbrechen müssen. Der Herr Professor hat es halt nicht verstanden, dass in Zukunft - übrigens auch in China - wesentliche Teile der Energieversorgung aus Wind und Strom und anderen Erneuerbaren kommen. Was hätte wohl ein Interview mit einem Menschen aus der Pferde Droschkenzeit zur Zukunft des Elektroautos ergeben ? .......... ob Tesla eine Zukunft hat bleibt abzuwarten, das hat aber nichts mit der Zukunft des Elektroautos zu tun.

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