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07.01.2015

08:30 Uhr

Jaguar S-Type

Der große und schöne Unbekannte

Quelle:dpa

Man kennt den legendären E-Type und den forschen MK II. Doch dass Jaguar in den Sechzigern aus Coupé und Sportlimousine einen Luxusliner für die gehobene Mittelklasse gebaut hat, weiß 50 Jahre später kaum mehr jemand.

In die Verlängerung: Der S-Type basiert auf dem MKII, doch Jaguar streckte ihn nach hinten um 12 Zentimeter. dpa

In die Verlängerung: Der S-Type basiert auf dem MKII, doch Jaguar streckte ihn nach hinten um 12 Zentimeter.

CoventryEr ist der große Unbekannte im historischen Jaguar-Portfolio. Denn neben dem legendären Sportwagen E-Type und der bei Rennen und Rallyes erfolgreichen Limousine MKII vergisst man den S-Type leicht. «Wenn man an Jaguar und S-Type denkt, kommt einem allenfalls die betont rundlich und altertümlich gezeichnete Limousine von 1999 in den Sinn. Dass die Geschichte dieser Baureihe schon fast 40 Jahre früher begonnen hat, weiß heute kaum einer mehr», sagt Michael Dewender, der als Typreferent bei der deutschen Jaguar-Association die Limousinen jener Zeit verantwortet.

Dabei ist der S-Type nicht nur ein schönes Auto. «Er fährt auch noch viel besser als der MK II», sagt Dewender und erzählt, wie Firmenchef Sir William Lyons die Entwicklung angestoßen hat: Er wollte die aufwändige Hinterachse aus dem legendären E-Type zur Kostensenkung noch in anderen Fahrzeugen nutzen.

Weil dafür aber im MK II der Platz nicht reichte, streckte er die Limousine hinten um zwölf Zentimeter und besetzte so eine neue Fahrzeugklasse. Dafür haben die Gentlemen von der Insel aber auch kräftig zur Kasse gebeten: 22.750 Mark kostete der S-Type zur Markteinführung 1963 in Deutschland - etwa fünfmal so viel wie ein VW Käfer.

Gute Figur: Nicht nur vor britischen Herrenhäusern sieht der Jaguar S-Type gut aus. dpa

Gute Figur: Nicht nur vor britischen Herrenhäusern sieht der Jaguar S-Type gut aus.

Entsprechend gut aufgehoben fühlt man sich auch heute noch in der vornehmen Limousine. Das beginnt beim Zigaretten-Anzünder, der bei dem Briten freilich mit «Cigar» beschriftet ist. Es führt über die Gurte, die noch aus grobem Zwillich gewebt sind und endet bei Cupholdern, die stilvoller kaum sein könnten: Wo man seine Getränke heute in irgendwelchen Löchern versenken muss, haben die Briten im S-Type ein kleines Tischchen zum Ausziehen eingebaut.

Kommentare (1)

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Herr Joachim Buch

07.01.2015, 19:44 Uhr

Irgendwas stimmt mit den Daten nicht ganz: Daß ein Auto mit 213 PS ganze 14 Sekunden bis 100 brauchen soll und maximal 186 km/h rennen soll, kann irgendwie nicht sein. Mein Mercedes 280TE W123 hat 2,8 Liter Hubraum, 185 PS und ist ähnlich ungünstig vom Luftwiderstand, beschleunigt aber unter 10 Sekunden auf 100 und ist mit 200 km/h Vmax eingetragen. Das sind zwar beides theoretische Werte, weil ich das nie fahre, aber im Vergleich zu den angegebenen Werten des S-Type wären sie nachgerade sensationell.

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