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01.08.2014

13:53 Uhr

Jaguar XK 66 Cabrio

Auf dem Weg zum Klassiker

VonPeter Eck
Quelle:Spotpress

Es heißt Abschied nehmen. Der XK von Jaguar geht in den Ruhestand. Nicht der schlechteste Grund, mit dem die Baureihe abschließenden Sondermodell 66 eine letzte Fahrt zu unternehmen. Hat das Spaßmobil Oldie-Potenzial?

; 107.580 Euro kostet das Cabriolet, womit es sich letztlich nur als besser ausgestattetes und limitiertes Serienmodell outet.  Jaguar

107.580 Euro kostet das Cabriolet, womit es sich letztlich nur als besser ausgestattetes und limitiertes Serienmodell outet.

Es gehört zu den nicht immer sympathischen Errungenschaften modernen Marketings, der Einführung eines neuen Fahrzeugs ein besonders luxuriös ausgestattetes, teures Sondermodell unter Namen wie etwa „First Edition“ voranzustellen, um die Ungeduld besser betuchter Käufer clever abzuschöpfen. Mit wesentlich mehr Wohlwollen blicken wir dagegen auf die „Final Editions“, die zwar letztlich der gleichen Intention dienen, der meist aber schon deutlich abgeflachten Nachfragekurve mit einem günstigen Preis beziehungsweise viel Ausstattung entgegenarbeiten. So ein letztes Fahrzeug vor Einstellung der Produktion ist der XK 66 von Jaguar, der dem Klassiker ein würdiges Finale bereiten soll.

Wieso überhaupt „Finale“? Nun, die Baureihe XK wird von Jaguar in diesem Sommer eingestellt, der neue, aggressivere, frischere F-Type soll die Klientel mit abdecken, schließlich gibt es auch die neugeborene Katze als Coupé und Cabrio. Auch das in Deutschland auf 66 Exemplare limitierte abschließende Sondermodell gibt es in den zwei Karosserievarianten. Wir entschieden uns für das im Vergleich elegantere Cabrio.

Zunächst mal die Fakten: Letztlich ist der XK 66 nichts anderes als der bisherige XK in der höchsten Ausstattungsstufe Portfolio plus einige Schmankerln, die meist optischer Natur sind. Dazu gehören 20-(statt 19-)Zöller, Außenspiegelkappen in Chrom und eine Kofferraumleiste aus Edelstahl.

Immer an Bord ist das sogenannte Technik-Paket mit adaptivem Kurven- und Abbiegelicht, Rückfahrkamera und Reifenluftdruckkontrolle. Außerdem gibt es ausschließlich die beiden Außenfarben Racing Green und Stratus-Anthrazit.

Unser Testwagen war (leider) mit letzterer versehen, das klassische britische Grün hätte vermutlich besser zum Anlass gepasst. Im Innenraum steht hellbraunes oder graues Leder zur Wahl, wozu das Walnusswurzelholz und die Chromoberflächen nicht in jedem Fall passen.

Jaguar XK 66 Cabrio Jaguar

Dieses Navigationssystem und auch das Radio wären schon in einem Kleinwagen eine Zumutung, in einem 100.000-Euro-Fahrzeug sind sie eine Frechheit.

Das sich die Extra-Ausstattung letztlich in Grenzen hält, hat Jaguar den Preis der Portfolio-Version beibehalten; 107.580 Euro kostet das Cabriolet, womit es sich letztlich nur als besser ausgestattetes und limitiertes Serienmodell outet. Die Limitation auf 66 Fahrzeuge bezieht sich auf die Baureihenzeit.

Denn der XK mit Zusatz 120 wurde 1948 auf der London Motor Show vorgestellt, die „120“ bezogen sich auf die Maximalgeschwindigkeit in Meilen, also 192 km/h – ein für die damalige Zeit sensationeller Wert.

So gesehen ist der Fortschritt zwar keine Schnecke, aber doch gar nicht so zügig. Denn unser XK 66 Cabrio schafft heute 250 km/h (abgeregelt), eine Steigerung von gerade mal 30 Prozent. Aber das ist natürlich eine Milchmädchenrechnung, denn der 5,0-Liter-Achtzylinder ist zwar nicht mehr brandneu, aber immer noch ein moderner Motor, der zudem viel Spaß macht.

Das liegt auch daran, dass er hier nicht in der Version mit brachialem Kompressor (510 bzw. 550 PS), sondern in der Sauger-Version mit 385 PS antritt. Somit beschleunigt er relativ linear und verfügt natürlich trotzdem über mehr als genug Kraftreserven.

Die Limitation auf 66 Fahrzeuge bezieht sich auf die Baureihenzeit.  Jaguar

Die Limitierung auf 66 Fahrzeuge bezieht sich auf die Baureihenzeit.

Dass er nicht mehr zu ganz modernen Aggregaten zählt, zeigt schon sein offizieller Durchschnittsverbrauch von 11,2 Litern. Der Wert wurde offensichtlich nicht wie heute üblich unter Einbeziehung aller möglichen Tricks errechnet und bewegt sich daher einigermaßen an der Realität: Wir benötigten trotz einiger schnell gefahrener Autobahnabschnitte über 14 Tage im Schnitt 13 Liter.

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