Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

12.04.2006

10:00 Uhr

Jeep

Der lange Marsch zum Freizeitauto

VonDieter Hintermeier

Amerikanische Soldaten machten ihn im 2. Weltkrieg populär: der Jeep wurde das Vorbild für das geländegängige Allrad-Fahrzeug. Sozusagen der Kübel-Wagen der USA.

Woher der Name des Klassikers stammt, darüber streiten sich bis heute die Geister. Eine Version stützt sich auf den Begriff „General Purpose Vehicle“(Allzweck-Fahrzeug), kurz „GP“. „GP“ spricht sich im Englischen wie Dschieh-Pieh. Amerikanische GIs sollen daraus lautmalerisch-genial „Jeep“ gemacht haben.

Eine andere Version der Namensfindung beruft sich auf die Comicfigur „Eugene the Jeep“, die ab 1936 in Popeye-Cartoons auftauchte. Eugene wurden übermenschliche Fähigkeiten angedichtet – die GIs übertrugen diese dann auch auf ihr Allzweck-Vehikel. So die Legende.

Tatsache bleibt jedoch, dass amerikanische Militärs erstmals 1938 einen Kriterienkatalog für ein Fahrzeug entwickelten und diesen an 135 potenzielle Hersteller sandten. Mit Ford, Willys-Overland und Bantam zeigten lediglich drei Autoproduzenten Interesse. Willys-Overland erhielt schließlich 1941 den Zuschlag für den Bau von Tausenden Jeeps. Da die Produktionskapazitäten bei Willys nicht ausreichten, wurde auch Ford bei der Fabrikation des Jeeps mit ins Boot geholt.

Die Erfolgsgeschichte des Jeeps nahm auch nach dem 2. Weltkrieg kein Ende. Mit dem „CJ“, dem Civilian Jeep, nahm Willys die zivile Produktion in Toledo/Ohio auf. Von der Firma redet heute niemand mehr, wurde Willys doch kurz vor dem Ausbruch des Korea-Kriegs von Kaiser Frazer übernommen. Für das Unternehmen war der Jeep das Geschäft des Lebens, denn die Militärs bestellten während des Krieges in Korea Jeeps en masse.

Nach Flautenjahren wurde der Jeep zum Wanderpokal, landete bei der Firma AMC, die am Ende einige Jahre zu Renault gehörte, bis schließlich Chrysler beim Jeep zugriff. Heute gehört er deshalb zum Portfolio des transatlantischen Autoriesen Daimler-Chrysler. Trotz der wechselvollen Geschichte: Der Jeep blieb sich immer treu, ob als „GP“ oder als Grand Cherokee.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×