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03.01.2008

21:57 Uhr

Wrangler_straße dpa

Der Wrangler ist ein paar Zentimeter gewachsen, und in der „Unlimited“-Variante gibt es ihn erstmals mit vier Türen. (Bild: Chrysler)

dpa-infocom HAMBURG. Manche Autos sind gegen die Strömungen der Zeit immun. Während die meisten Geländewagen immer runder, dynamischer und komfortabler werden und dann Sports Utility Vehicle (SUV) heißen, stemmen sich einige Klassiker gegen den Trend. Einer davon ist der mittlerweile fast 70 Jahre alte Jeep Wrangler, der als Mutterschiff des amerikanischen Offroaders wie ein Denkmal auf dem Sockel steht. Dass der Wagen zum ersten Mal in der jüngeren Geschichte gründlich überarbeitet worden ist, kann man ihm deshalb kaum ansehen: Das Design ist kantig wie eh und je, die Scheinwerfer sind noch immer kugelrund, und die Serengeti ist dem Wrangler näher als das Sauerland.

Doch spätestens beim zweiten Blick reiben sich Kenner die Augen. So ganz kann sich auch ein Dinosaurier der Evolution nicht verschließen. Deshalb ist der Wrangler nicht nur ein paar Zentimeter gewachsen. Es gibt ihn als „Unlimited“ erstmals auch mit vier Türen. Schließlich bleibt auch der einsamste Wolf nicht immer alleine, und selbst Cowboys oder Großstadtindianer gründen Familien. Für einen Aufpreis von 3 000 Euro gibt es gut 50 Zentimeter mehr Radstand und zwei weitere Türen. Auch dann ist er zwar noch kein Raumwunder: Doch während die Plätze in der zweiten Reihe beim Zweitürer bessere Notsitze sind, reist man nun auch im Fond ohne Blessuren und halbwegs so bequem wie vorn. Außerdem dürfen jetzt endlich drei Passagiere auf die Rückbank, und mit 1 310 bis 2 320 Litern Stauraum macht der Wrangler sogar den meisten Kombis etwas vor.

Keine Angst vor Schlamm und Schmutz

Das Interieur passt zum rustikalen Charme: In einem modernen SUV würde man vielleicht über eine triste Kunststofflandschaft, die vielen glatten Flächen und die scharfen Kanten klagen. Aber hier gehen die graue Plastikwüste und die ebenso farblosen Sitzpolster als praktisch durch, weil man sie flugs abwaschen und vorher wenigstens auch wirklich dreckig machen kann. Denn nicht nur außen gilt als oberste Maxime für das Design: „Ein Wrangler hat keine Angst vor Schmutz.“ Ein paar mehr Ablagen allerdings und ein Handschuhfach, das mehr als die Handschuhe fasst, hätte man trotzdem erwarten dürfen. Dafür gibt es jetzt vier Airbags, und ein ESP ist auch an Bord.

Zwischen Sonnenspaß und Regenzeit

Ob und wie man eine Fahrt im Wrangler genießt, hängt auch vom Wetter ab. Vor allem, wenn man sich statt des Hardtops oder Sunrider-Verdecks mit integriertem Schiebedach für das Softtop entschieden hat. Mit etwas handwerklichem Geschick verwandelt man den Wrangler damit bei Sonnenschein in ein paar Minuten zum einzigen viertürigen Cabrio am Markt - und spürt selbst in Wanne-Eickel einen Hauch von Wildnis. Doch wer an einem Regentag unterwegs ist, fühlt sich gerne an feuchtkalte Pfadfinderlager erinnert: Der Wind pfeift, die Planen flattern, und wenn man auf einem schrägen Parkplatz die Türen öffnet, geht auch innen mal ein Schwall Regenwasser nieder.

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