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18.09.2014

09:25 Uhr

Kia Soul im Handelsblatt-Test

Zwischen Kult und komischer Kiste

VonFrank G. Heide

Für die einen ist er Kult, für andere eine schräge Korea-Kiste. Wer beim Kia Soul vom ungewöhnlichen Äußeren auf besondere innere Werte schließt will, wird enttäuscht. Extras und Garantie versöhnen etwas.

Der Soul gibt sich erwachsen, immerhin baut die zweite Generation auf dem Kompaktmodell Ceed auf PR

Der Soul gibt sich erwachsen. Die zweite Generation baut auf dem Kompaktmodell Ceed, die Motoren kennt man vom Vorgänger. Jetzt gibt es neue Design-Details und Extras.

DüsseldorfDieser Wagen sieht aus, wie manche Kinder ein Auto malen würden, und er hat was von der Form eines Turnschuhs. Positiv ausgedrückt: Die Designer des Kia Soul haben sich besondere Mühe gegeben, das kastige Fahrzeug aus der Masse der Alltagsautos herausragen zu lassen.

Das ist insofern gelungen, als dass auch die Neuauflage des hochbeinigen Viertürers die Betrachter polarisiert. Man mag ihn, oder man mag ihn nicht. Das gilt auch für die zweite Generation des Crossover, die seit März in Deutschland verkauft wird.

Für die einen ist der Kia Soul ein komischer Kasten aus Korea, für die anderen ist er Kult, seit er 2009 auf den Markt kam. Herausragend, auch beim Neuen, ist jedenfalls die Höhe: 1,61 Meter, das ist in der Klasse der kompakten SUV für den Groß- und Vorstadt-Dschungel mehr, als die meisten Konkurrenten bieten.

Oberflächlich betrachtet unterscheidet sich die zweite Generation nur wenig vom Vorgänger, doch Kia ließ kein Außenteil unangetastet: die Karosse steht aufrecht und bietet uns praktisch breite Schultern zum Anlehnen, die streng geometrische Fensterlinie ist so gewöhnungsbedürftig wie die hoch platzierten Rückleuchten, dazu kommt eine SUV-typisch großzügige Bodenfreiheit. Markentypisch gut wiedererkennbar ist an der Front das Tigernasen-Design des Kühlergrills, dazu ein großer, trapezförmige Lufteinlass und tief platzierte Nebelscheinwerfer.

In Deutschland wird der Soul in zwei Ausstattungsvarianten angeboten. Und in beiden punktet die Hyundai-Tochter mit einer rekordverdächtig langen Werksgarantie sowie einer enormen Zahl an Extras und neuen Sicherheits-Features. 

So hat die Basisversion „Edition 7“ unter anderem Klimaanlage, Radio mit sechs Lautsprechern, Multifunktionslenkrad, Parksensoren hinten, elektrische Fensterheber vorn und hinten, elektrisch einstellbare und beheizbare Außenspiegel, Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung, 16-Zoll-Leichtmetallfelgen, Nebelscheinwerfer, LED-Tagfahrlicht, LED-Rückleuchten und viele praktische Komfortelemente, von der Dachkonsole vorn mit Lesespots und Brillenfach bis zum Ablagefach im Gepäckraumboden.

Die wichtigsten Fragen und Antworten

Alltagstauglich?

Ja, mit Einschränkungen. Gutes Platzangebot, aber zu durstig. Prima Stauraum und Übersicht. Harte Federung, aber ordentlicher Stauraum.

Das schönste Detail?

Die Außenansicht von schräg hinten.

Enttäuschend?

Schwacher Benzinmotor, wenig Motorenauswahl. Kein Allradantrieb, keine Start-Stopp-Automatik serienmäßig.

Ist er's wert?

Der Basis-Benziner ist günstig mit 17.000 Euro, aber schwach auf der Brust. Der Diesel liegt auch mit guter Ausstattung auf Augenhöhe mit der Konkurrenz. Vorsprung sichert sich Kia mit sieben Jahren Garantie.

Sound?

Außen wie innen: Beeindruckend leise. Hier muss niemand seine Stimme erheben. Es sei denn, man will zum satten Sound der Infinity-Anlage mitsingen.

Wie grün ist das Auto?

Es geht definitiv grüner. Das Kompakt-SUV ist kein Leichtgewicht und den Normverbrauch schafft der Benziner im Alltag keinesfalls, meist liegt er deutlich darüber. Nur Euro 5 und Effizienzklasse D oder E, abhängig von der Bereifung.

Vorbildlich?

Das großzügige Raumgefühl. Wer sich auf den schwachen Benziner einstellen kann, rollt angenehm leise. Viel Komfort für Fahrer und Beifahrer, z.B. mit Lenkradheizung und Sitzventilation. Gute Extras und Assistenten mit leichter Bedienbarkeit.

Was sagt der Nachbar?

„Was ist das denn für einer? Ein SUV, ein großer Kleinwagen, ein Van oder ein schräger Kompakter?“

Wer guckt?

Hauptsächlich andere Soul-Fahrer. Der Hang zur Design-Exotik verbindet.

Wie fährt er sich?

Ordentlich, wenn man es ruhig angehen lässt. Rumpelig auf schlechtem Asphalt. Wer kein professioneller Spritsparer ist, vermisst im Benziner Leistung und Beschleunigung.

Wo gehört er hin?

Für die Stadt ist er hat er die passenden Maße, Assistenten und die Übersicht.

Die zweite Ausstattungsvariante ist die von uns getestete Topversion Spirit. Zu ihrer Serienausstattung gehören zum Beispiel Smart-Key, Klimaautomatik, Radio mit TFT-LCD-Display, Rückfahrkamera, Bluetooth-Freisprecheinrichtung, Parksensoren vorn, Tempomat, selbstabblendender Innenrückspiegel und elektrisch anklappbare Außenspiegel. Das üppige Angebot wird ergänzt durch für die Kompaktklasse ungewöhnliche Features wie ein beheizbares Lederlenkrad, Sitzheizung und kühlende Sitzventilation vorn sowie ein klimatisiertes Handschuhfach.

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