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07.11.2015

16:42 Uhr

Kia Sportage als Gebrauchter

Früher war nicht alles besser

Quelle:dpa

Der bis 2010 gebaute Kia Sportage (Typ JE) stammt nicht nur vom Design her aus einer anderen Zeit, er war auch technisch nicht ganz auf der Höhe. Gebraucht-Käufer sollten sich bestimmte Stellen daher genau ansehen.

Erst mit der Nachfolge-Generation wurde der Sportage zum Design-SUV. PR

Auffällig unauffällig

Erst mit der Nachfolge-Generation wurde der Sportage zum Design-SUV.

Das düsterste Kapitel bei der Kfz-Hauptuntersuchung (HU) ist die Beleuchtung. Vorne wie hinten brennen die Lampen oft durch, außerdem sind die Scheinwerfer oft falsch eingestellt. Schlecht steht es auch um die Lenkung (hat oft Spiel), die Federn (brechen oft) und die Achsgelenke (sind oft ausgeschlagen). Ansonsten fällt der Kia Sportage den Prüfern gelegentlich durch verschlissene Bremsscheiben negativ auf.

Was die Pannensicherheit betrifft, steht es recht gut um den Kia Sportage. Allzu oft bleibt er nicht liegen, der ADAC macht aber dennoch einige Pannenschwerpunkte aus. So gab es bei Modellen des Baujahres 2005 öfter defekte Generatoren, das Baujahr 2006 fällt durch kaputte Wegfahrsperren und Probleme mit der Abgasrückführung auf. Im Jahr 2008 sorgten auch defekte Anlasser für Pannen.

Was es beim Gebrauchtwagenkauf zu beachten gibt

Fahrzeugbesichtigung

Die Mängelsuche beginnt mit einem Rundgang ums Auto. In aller Ruhe sollten Spalte an Stoßfängern, Türen und anderen Anbauteilen in Augenschein genommen werden. Gibt es Unterschiede bei den Spaltmaßen, lässt das meist auf einen Unfallschaden schließen. Gleiches gilt, wenn Reifen unterschiedlich stark abgefahren sind oder das auf den Fahrzeugleuchten angegebene Produktionsdatum nicht mit dem Baujahr des Autos übereinstimmt. Dann wurden die Leuchten schon einmal ausgewechselt - möglicherweise nach einem Crash.

Papiere prüfen

Vor allem bei jüngeren Gebrauchtwagen sollte es unbedingt ein Serviceheft geben, in dem die Fahrzeugwartung lückenlos dokumentiert ist. Zusätzliches Vertrauen schaffen Kundendienstrechnungen, Reparaturnachweise und Prüfberichte. Viele Vorbesitzer im Fahrzeugbrief (Zulassungsbescheinigung Teil II) könnten trotz allem auf ein Montagsauto hindeuten - mehr als zwei Halter in fünf Jahren oder drei in sieben Jahren sind verdächtig.

Blick unter die Haube

Abgeplatzter Lack und Beschädigungen an Schraubverbindungen der Karosserieteile im Motorraum können ein Hinweis auf größere Reparaturen sein. Ölspritzer und Wasserflecken begründen den Zweifel an einem einwandfreien Antrieb. Aber auch ein sehr sauberer Motorraum sollte stutzig machen: Mit einer Motorwäsche könnten Spuren beseitigt und Undichtigkeiten kaschiert worden sein.

Rostsuche

Um Korrosionsschäden an der Karosserie auf die Spur zu kommen, lohnt ein Blick in verborgene Ecken, etwa unter den Kofferraumteppich, hinter die Tankklappe und in die Radkästen. Mit etwas Fingerspitzengefühl lässt sich Rost hinter den Schwellern ertasten. Korrosion unter dem Lack ist an einer welligen oder pickeligen Oberfläche zu erkennen. Muffiger Geruch im Innenraum deutet auf Feuchtigkeit im Wagen hin. In diesem Fall nach Möglichkeit den Teppich anheben und nach Wasserpfützen und Rost suchen.

Lack-Check

Ausgebesserte Unfallschäden lassen sich mit bloßem Auge oft nicht erkennen. Indizien dafür sind Farbspuren an eigentlich unlackierten Teilen wie Gummidichtungen und Federbeinen sowie unterschiedlich helle oder matte Lackstellen, die am besten im Tageslicht zu sehen sind. Wenn der Verdacht besteht, dass einzelne Stellen nachlackiert wurden, kann eine Lackdichtenmessung in einer Werkstatt Gewissheit schaffen.

Systemtest

Vor der Probefahrt sind sämtliche Fahrzeugfunktionen zu testen - von der Klimaanlage über elektrische Außenspiegel oder Sitzheizungen bis zum Radio. Unterwegs bleibt die Musik aus, da sie verdächtige Fahrgeräusche übertönen könnte. Beim Einschalten der Zündung müssen die Kontrollleuchten im Cockpit wie für ABS, ESP und Airbags kurz aufleuchten und beim Motorstart erlöschen. Leuchten einzelne Lämpchen weiter oder blinken sie erst gar nicht auf, stimmt etwas nicht. In der Bedienungsanleitung eines Autos sind alle Kontrollleuchten aufgeführt.

Probefahrt

Mal eben eine Runde ums Autohaus zu drehen, reicht nicht. Zur Probefahrt gehören eine Überlandetappe mit mehr als 80 km/h und eine Autobahnfahrt mit 120 km/h. Denn Mängel wie eine verzogene Spur, eine ausgeschlagene Lenkung oder defekte Stoßdämpfer machen sich meist erst bei höheren Geschwindigkeiten bemerkbar. Ein Fahrzeug zieht dann zur Seite, fühlt sich schwammig an oder liegt schlecht in der Kurve. Eine hakelige Schaltung, starke Vibrationen und Ruckbewegungen deuten auf Antriebsprobleme hin.

Tachostand

Bei älteren Autos mit vielen Gebrauchsspuren, aber nur geringer Laufleistung könnte der Tachostand manipuliert sein. Kilometerangaben im Inspektionsheft, auf Prüfberichten, Werkstattrechnungen oder dem Ölwechsel-Aufkleber im Motorraum lassen womöglich einen Betrug auffliegen. Aufschluss darüber könnten auch Nachfragen bei den Vorbesitzern geben, mit welchem Kilometerstand der Wagen jeweils weiterverkauft wurde.

Sachverständiger

Sobald auch nur geringste Zweifel daran aufkommen, dass ein Gebrauchter unfallfrei und technisch in Ordnung ist, sollten Kunden das Auto vor dem Kauf von einem unabhängigen Sachverständigen von TÜV, GTÜ, KÜS oder Dekra begutachten lassen. Das lässt sich in der Regel gut mit einer Probefahrt vereinbaren. Ist der Verkäufer damit nicht einverstanden, könnte er etwas verbergen wollen. Dann gilt grundsätzlich: Finger weg und nach einem anderen Auto suchen.

Seriösen Anbieter erkennen

Ein vertrauenswürdiger Gebrauchtwagenanbieter spricht offen über Vorschäden und Mängel an einem Auto. Er liefert eine lückenlose Fahrzeugdokumentation und im besten Fall ein technisches Gutachten von unabhängiger Stelle mit. Kunden dürfen den Gebrauchten in Ruhe besichtigen, ausführlich Probe fahren, und sie bekommen genügend Bedenkzeit vor dem Kauf. Bei Privatverkäufern gibt es meist günstigere Preise, bei Händlern dafür eine Gebrauchtwagengarantie. Oft können kleine Händler bessere Preise machen als große, da bei ihnen weniger Gemeinkosten auflaufen.

Der bis 2010 gebaute Sportage mag noch aussehen, wie ein echter Geländewagen, doch für grobes Geläuf eignet er sich nicht wirklich. Er ist schon ein echtes SUV und wird auch ohne Allradantrieb angeboten. Wenn Allradantrieb an Bord ist, wirkt der permanent und wird über eine Lamellenkupplung an Vorder- und Hinterachse verteilt. Mit 4,35 Metern Länge war er noch neun Zentimeter kürzer als der progressiv gestaltete Nachfolger.

Das Motorenangebot ist überschaubar, umfasst aber zwei Varianten mit LPG-Antrieb. Neben einem 2,0-Liter-Vierzylinder mit 104 kW/141 PS gibt es auch den 2,7-Liter-V6 (129 kW/175 PS) in einer Autogas-Version. Beide sind auch als herkömmliche Benziner zu haben. Das Diesel-Angebot reicht von 83 kW/113 PS bis 110 kW/150 PS. Der Hubraum ist bei allen Selbstzündern mit 2,0 Litern gleich.

Die Preise für den Sportage des ersten Baujahres beginnen bei etwa 3800 Euro. Dafür bekommt man laut Schwacke den 2.0 2WD LX mit etwa 141 200 Kilometern Laufleistung. Ein Sportage 2.0 4WD Champ von 2008 wird mit rund 7500 Euro gelistet (93 200 Kilometer), der große 2.7 V6 EX aus dem gleichen Baujahr und mit der gleichen Laufleistung mit 8050 Euro. Etwas teurer ist der 2.0 4WD LPG EX von 2009 mit rund 9550 Euro (81 200 Kilometer).

Die Preise für frühe Modelle mit Diesel-Antrieb starten bei rund 4200 Euro, so Schwacke. So viel zahlt man etwa für einen 2.0 CRDi LX von 2004 mit 189 800 Kilometern. Der stärkere 2.0 CRDi EX von 2008 ist für rund 8100 Euro zu bekommen (127 400 Kilometer). Rund 10 600 Euro müssen Interessenten noch für einen 2.0 CRDi 4WD EX einplanen, wenn er aus dem letzten Baujahr 2010 stammt und 96 200 Kilometer auf dem Tacho hat.

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