Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

23.09.2011

11:16 Uhr

Kindersitz-Test

Drei fallen durch

Quelle:mid

Fünf Babyschalen und vier Kindersitze haben das Magazin "Auto Motor und Sport" und der TÜV Süd einem Crashtest unterzogen. Mit erschreckenden Ergebnissen: Drei getestete Produkte fielen komplett durch.

Manche Kindersitze lösen sich bereits bei einer Aufprallgeschwindigkeit von 50 km/h aus ihrer Verankerung. ap

Manche Kindersitze lösen sich bereits bei einer Aufprallgeschwindigkeit von 50 km/h aus ihrer Verankerung.

StuttgartFünf Babyschalen und vier Kindersitze haben das Magazin "Auto Motor und Sport" und der TÜV Süd einem Crashtest unterzogen: mit erschreckenden Ergebnissen. Neue Kindersitze müssen per Gesetz die ECE-Normen R 44/03 oder 04 erfüllen. Nur dann dürfen sie im Straßenverkehr eingesetzt werden. Doch die Norm allein sagt noch nicht viel über die Sicherheit des Sitzes aus, wie der aktuelle Crashtest von "Auto, Motor und Sport" zeigt. Von neun getesteten Systemen sind nur fünf "empfehlenswert", eins nur "bedingt" und drei "nicht empfehlenswert" - so das Urteil der Fachleute.

Alle Kindersitze wurden in einen Golf geschnallt, mit dem ein Frontalaufprall mit 51 km/h simuliert wurde. Von den fünf Babyschalen bestand das Modell "Concord Intense" als einziges den Test nicht. Beim Aufprall gaben die Befestigungshaken nach und die Schale flog durchs Auto. Die ebenfalls per Isofix befestigten Produkte "Cybex Aton", "Maxi Cosi Pebble" und "Recaro Young Profi" bekamen hingegen ein "empfehlenswert", ebenso wie der per Gurt gesicherte "BeSafe IziGo".

Die Prüfung dagegen nicht bestanden hat eine Zehn-Euro-Sitzerhöhung aus dem Baumarkt. Die "Cartrend Kids Sunny" rutschte beim Crash unter dem Dummy hervor, während der Gurt Bauch und Hals verletzte. Beim Kindersitz "Storchenmühle Taos" glitt der Gurt aus der Schulterführung, wodurch der Dummy unkontrolliert nach vorn geschleudert und dann abrupt abgebremst wurde. Dies hatte Verletzungen im Halsbereich zur Folge. Beide Systeme erhalten hierfür ein "nicht empfehlenswert". Nur "bedingt empfehlenswert" ist der Sitz "Römer Kidfix Sict", da es auch hier zu viel Bewegungsfreiraum gab und die Belastung im Brustbereich erhöht war. Ein "empfehlenswert" bekam hingegen der "Kiddy Cruiserfix Pro".

Doch trotz der teils erschreckenden Ergebnisse warnt der TÜV Süd davor, auf ein entsprechendes System zu verzichten. "Es ist auf jeden Fall besser, ein Kind in einem zugelassenen Rückhaltesystem mitzunehmen als ungesichert oder mit dem Erwachsenengurt gesichert", erklärt Dr. Lothar Wech, Experte bei der Münchner Prüforganisation, die den Crashtest durchgeführt hat.

Die Experten raten Eltern, sich beim Kauf eines Kindersitzes für rückwärtsgerichtete Systeme zu entscheiden. Sie bieten beim Frontalcrash mehr Schutz. In Sachen Befestigung sind Sitze mit Isofix die bessere Wahl, da sie fest mit dem Auto verbunden sind. Zum Sitz-Einkauf sollten Eltern ihren Sprössling in jedem Fall mitnehmen, denn das Produkt muss nicht nur zum Auto, sondern auch zum Kind passen.

Von

Sabine Stahl

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×