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18.06.2013

10:33 Uhr

Klimatechnik im Auto

Hightech gegen den Mief

Quelle:dpa

Warm im Winter, kühl im Sommer - das ist nicht mehr alles, was bei der Klimatisierung von Autos zählt. Viele Hersteller haben mehr zu bieten: Naturdüfte, Windböen, beheizte Polster mit Massagefunktion.

Im Lexus GS binden negativ geladene Ionen Schadstoffe und Gerüche aus der Luft. Ein ähnliches System gibt es für das Elektroauto Renault Zoe. PR

Im Lexus GS binden negativ geladene Ionen Schadstoffe und Gerüche aus der Luft. Ein ähnliches System gibt es für das Elektroauto Renault Zoe.

Stuttgart/ParisDie tägliche Pendelei, Urlaubsfahrten über den halben Kontinent und ständig Staus: "Die Menschen verbringen immer mehr Zeit im Auto", sagt Götz Renner aus der Kundenforschung von Mercedes. So werde das Auto zusehends vom Transportmittel zum Lebensraum, an den Verbraucher ganz andere Anforderungen stellen. „Wo man lebt, will man sich wohlfühlen.“ Und dafür muss das Klima stimmen.

Bei der nächsten S-Klasse hat Mercedes darauf viel Wert gelegt. Auf Kundenwunsch verwandeln die Schwaben ihr neues Flaggschiff in eine Art Wellness-Oase. So bauen sie nicht nur eine Klimaautomatikmit vier Temperaturzonen und Sitzheizungen für alle Plätze ein. Sondern es gibt gegen Aufpreis auch ein Beduftungssystem mit vier eigens für die Luxuslimousine komponierten Parfüms -und sogar Sitze, die mitbeheizten und individuell ansteuerbaren Luftkissen eine Hot-Stone-Massage nachahmen.

Mit diesem Engagement fürs gute Klima ist Mercedes nicht alleine: So hat Lexus zum Beispiel im 2012 vorgestellten GS eine neue Klimaautomatiknamens S-Flow eingebaut, die mit einer mehrschichtigen Belüftungstechnologie arbeitet und jeden Insassen individuell anströmt. Die Luftführung ist den Unternehmensangaben zufolge in zwei Bereiche unterteilt: Frischluft von außen wird in den oberen Teil des Innenraums geführt, um ein Beschlagen der Scheiben zu vermeiden. Im unteren Bereich zirkuliert die klimatisierte Luft, um eine hohe Heizleistung zu gewährleisten.

Für reine Luft sorgt im Lexus GS die so genannte Nano-Technologie, die mikroskopisch kleine, negativ geladene Ionen in einer Hülle aus Wassermolekülen in den Innenraum leitet. Diese binden Schadstoffe aus der Luft, entfernen lästige Gerüche aus Sitzen und Dachhimmel und haben obendrein einen feuchtigkeitsspendenden Effekt, verspricht der Hersteller. Passagiere sollen erfrischt aus dem Wagen steigen.

Teure Extras der neuen S-Klasse

Auffälligkeiten bei Extras und Preisen

Verkaufsprospekt und Preisliste der neuen S-Klasse lagen dem Internet schon vor, als der Hersteller das Modell noch gar nicht präsentiert hatte. Wir haben mal einige besonders interessante Punkte herausgepickt ...

Ohne Schlüssel

Sonderausstattung Keyless Go: Zugangs- und Fahrberechtigungssystem, besteht aus Kofferraumdeckelfernschließung, Servoschließen für Kofferraumdeckel, Hands-Free Access, Griffmuldenbeleuchtung: 1.737,40 Euro.

Fahrwerk

MAGIC BODY CONTROL: vorausschauendes Fahrwerk, das die aktive Federung des Fahrwerks mit kontinuierlich einstellbaren Dämpfern und ROAD SURFACE SCAN kombiniert: 5.057,50 Euro.

Darkroom

Sonnenschutz-Paket: elektrischer Sonnenrollo für die Heckscheibe und Sonnenrollos in den Fondtüren: 1.178,10 Euro.

Anhängerkupplung

Anhängevorrichtung mit ESP Anhängerstabilisierung und elektrischer Entriegelung: 1.356 Euro.

Guter Klang

Burmester High-End 3D-Surround-Soundsystem: mit 24 Lautsprechern, 24 Verstärkerkanälen und insgesamt 1.540 Watt Systemleistung: 7.497 Euro.

Nappaleder

Polsterung Leder Nappa: bestehend aus Sitzen, Armauflagen in Türen und Mittelarmlehne in Leder Nappa mit Kontrastziernähten, Instrumententafel-Oberteil in Ledernachbildung ARTICO, Sitzgrafik im Pfeifen-Design, Innenhimmel Stoff und Fußmatten Velours: 4.641 Euro

Aschenbecher und Cupholder

Doppelcupholder vorne und Aschenbechereinsätze inklusive Deckel mit Zigarettenanzünder in den Ablagefächern vorne und hinten: jeweils 89,25 Euro.

Teure Sicherheit

Fahrassistenz-Paket Plus: inklusive DISTRONIC PLUS mit Lenk-Assistent und Stop & Go Pilot, PRE-SAFE Bremse, BAS PLUS mit Kreuzungs-Assistent, Aktivem Totwinkel-Assistenten, Aktivem Spurhalte-Assistenten und PRE-SAFE PLUS: 2.677,50 Euro.
Nachtsicht-Assistent Plus: mit Personenerkennung inklusive Frontscheibe wärme- und geräuschdämmend und Infrarot reflektierend: 2.6180 Euro.
Park-Paket: inklusive Aktivem Park-Assistenten mit PARKTRONIC und Rückfahrkamera: 1.344,60 Euro.
360°-Kamera: 1.023,40 Euro.

Es werde Licht

LED Intelligent Light System: Variable Lichtverteilung für Landstraße und Autobahn, aktive Kurvenlichtfunktion, Abbiegelichtfunktion, erweitertes Nebellicht und adaptiver Fernlicht-Assistent Plus: 1.773,10 Euro.

Nach oben offen

Panorama-Schiebedach: mit Komfort- und automatischer Regenschließung, elektrischem Sonnenrollo, Einklemmschutz sowie PRE-SAFE-Schließfunktion: 1.666 Euro.

Beduftung

Überraschend preiswert mutet der Parfümzerstäuber im Handschuhfach an: 416,50 Euro kostet das System AIR BALANCE, das von der Klimaanlage losgelöst die Möglichkeit bietet, den Innenraum mit vier verschiedenen Düfte anzureichern.

Infotainment

TV-Tuner für digitalen Fernsehempfang mit Unterstützung u.a. von Mehrkanalton, EPG (Elektronische Programmzeitschrift) und Videotext: 1.285 Euro.

Business-Telefonie im Fond: Bedienhörer mit Touchscreen (8,9 cm/3,5" Display mit TFT-Technologie) in der Fondarmlehne bzw. Mittelkonsole in einer Aufnahmeschale: 1.130 Euro

Tablet-Ablage

Klapptische im Fond: mechanisch, ausklappbar und in der Business-Konsole des First-Class Fond (1.368,50 Euro zusätzlich) versenkbar: 2.142 Euro.

Große Räder

20" Leichtmetallräder im 5-Speichen-Design, VA 245/40 R 20 auf 8,5 J x 20 ET36,5 und HA 275/35 R 20 auf 9,5 J x 20 ET44: 3.689 Euro.

Garantieverlängerung

Das Mercedes-Benz Garantie-Paket schließt an die 2-jährige Neufahrzeug-Garantie an und schützt vor unvorhersehbaren Reparaturkosten. Es kostet für 24 Monate genau 1.035 Euro

Die noble Nissan-Marke Infiniti hat sich für ein neues Klimasystem von einem Waldspaziergang inspirieren lassen: „Im Wald fühlt sich der Mensch in der Regel am wohlsten“, sagt Entwickler Yuzuru Yoshinami und präsentiert zwei Duftspender, aus denen es nach Holz und Laub riecht. Kombiniert werden sie mit einer Zufallssteuerung für das Gebläse, die einem im Cockpit sanfte Windböen vorgaukelt. „So fühlt man sich erfrischt wie von einer Brise und gewöhnt sich nicht so leicht an die Atmosphäre“, erklärt Yoshinami.

Dass solche Systeme kein Privileg im automobilen Oberhaus sind, sieht man zum Beispiel bei Renault: Für den elektrischen Kleinwagen Zoe gibt es in der Ausstattungslinie Zen ein „Take-Care-Paket“ mit Ionisator, der ähnlich wie im Lexus die Luft reinigt und auffrischt. Duftspender, für die acht „revitalisierende und entspannende“ Parfüms zur Wahl stehen, und ein Luftbefeuchter helfen dabei. „Von einem Sensor gesteuert, verhindert der das Austrocknen von Haut, Augen und Atemwegen“, erläutert Renault-Sprecher Thomas May-Englert.

Cool bleiben: Was gegen Hitze im Auto hilft

Cool bleiben

Was gegen Hitze im Auto hilft

Im Freien hat es angenehme 25 Grad – in Autos erreicht die Temperatur schnell das Dreifache. Doch das Aufdrehen der Klimaanlage bis zum Anschlag ist nicht die Lösung, um den Wagen angenehm zu temperieren.

Das Beduftungssystem für den Innenraum, das Mercedes in der neuen S-Klasse als Innovation anpreist, ist laut Citroën auch längst für das Kompaktklassemodell C4 zu haben: “Der aktuelle C4 war das erste Auto, in dem solche Parfümspender eingesetzt wurden“, heißt es aus der Presseabteilung des französischen Autobauers.

Tatsächlich neu in der S-Klasse von Mercedes sind die Heizdrähte in den Türverkleidungen und den Armauflagen auf der Mittelkonsole. Durch Lenkrad und Sitze ziehen sie sich aber inzwischen bei Modellen quer durch alle Fahrzeugklassen, wenn auch in der Regel nur gegen Aufpreis.

Die Weiterentwicklung der Klimatechnikhat für die Autobauer übrigens nicht allein deshalb so einen hohen Stellenwert, weil sie für das Wohlbefinden der Passagiere wichtig und damit ein Verkaufsargument ist. Sondern gutes Klima im Wagen trägt laut Mercedes-Forscher Renner auch zur Verkehrssicherheit bei: “Denn nur ein entspannter Fahrer ist auch ein sicherer Fahrer. Deshalb kann ein wenig Wellness im Wagen nicht schaden.“

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