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09.03.2016

10:11 Uhr

KTM 1290 Super Duke GT

Gran Turismo mit Schmäh

VonUlf Böhringer
Quelle:Spotpress

KTM hat sein Power-Nakedbike 1290 Super Duke R langstreckentauglich gemacht. Eine gelungene Mutation, denn die sportiven Eigenschaften der Maschine sind dabei nicht auf der Strecke geblieben.

Fahrbericht: KTM 1290 Super Duke GT - Gran Turismo mit Schmäh KTM

KTM 1290 Super Duke GT

Gelungene Mutation.

Mit .659 Neuzulassungen hat die ultrastarke KTM 1290 Super Duke R in ihren ersten beiden Verkaufsjahren einen Raketenstart hingelegt. Angesichts dessen verwundert es nicht, dass der österreichische Zweiradhersteller das erfolgreiche Grundkonzept nutzt und nun ein zweites Modell präsentiert, das auf der R-Version gründet.

Während der Erstling eine kompromisslose Fahrmaschine darstellt, weist die neue 1290 Super Duke GT einen weitaus höheren Nutzwert auf: Mit ihr lassen sich auch lange Strecken hinreichend komfortabel absolvieren, ohne deshalb in nennenswertem Umfang auf den großen Fahrspaß des Super Duke-Konzepts verzichten zu müssen.

Die Mutation von der R- zur GT-Version bedingte zahlreiche Änderungen: Der Heckrahmen wurde verlängert und tragfähiger, um nicht nur einen Sozius, sondern auch das auf längeren Touren unverzichtbare Gepäck sicher transportieren zu können. Zugunsten größerer Reichweite wurde der Tank auf 23 Liter Fassungsvermögen vergrößert, die Sitzposition mittels eines 2,5 Zentimeter breiteren und einen Zentimeter höher positionierten Lenkers weiter entspannt.

Dem Ziel, mehr Fahrkomfort zur Verfügung zu stellen, dienen zudem besser gepolsterte Sitze sowie der mit einer Hand verstellbare Windschild. Auch die Radführungen wurden verändert: In der GT sind die Feder- und Dämpfungselemente halbaktiv angesteuert. Die vielfältigen Maßnahmen haben natürlich auch einen höheren Preis zur Folge: Mit 17.995 Euro liegt die 1290 Super Duke GT um 2.100 Euro über dem Preis der 1290 Super Duke R.

Die neue 1290 Super Duke GT weist einen hohen Nutzwert auf: Mit ihr lassen sich auch lange Strecken hinreichend komfortabel absolvieren, ohne auf den Fahrspaß des Super Duke-Konzepts verzichten zu müssen. KTM

Hoher Nutzwert

Die neue 1290 Super Duke GT weist einen hohen Nutzwert auf: Mit ihr lassen sich auch lange Strecken hinreichend komfortabel absolvieren, ohne auf den Fahrspaß des Super Duke-Konzepts verzichten zu müssen.

Der zugunsten von noch mehr Durchzug modifizierte V2-Motor mit 127 kW/173 PS Spitzenleistung ist schlicht eine Macht: Enormes Anfahrdrehmoment, gigantischer Druck in der Drehzahlmitte (144 Nm Drehmoment bei 6.750/min.) und ein breites nutzbares Drehzahlband zwischen 2.500 und 10.000 Touren lassen jeden anderen Sporttourer blass aussehen.

Sehr gut harmoniert das Sechsganggetriebe mit dem hochpotenten V2, der Quickshifter macht seine Sache ebenfalls prima – schade nur, dass er nicht auch über die „Blipper“-Funktion (kupplungsloses Zurückschalten) verfügt. Nicht weniger souverän zeigen sich Fahrwerk und Bremsanlage: Fraglos spielt die KTM diesbezüglich in der absoluten Spitzengruppe mit. Das ABS verfügt sogar über einen Supermoto-Modus (Hinterrad-ABS deaktiviert) wie auch über eine Kurvenbremsfunktion. Das semiaktive Feder- und Dämpfungssystem arbeitet ebenfalls auf hohem Niveau.

Natürlich ist die KTM vom Komfort eines Fullsize-Tourers ein Stück weit entfernt; das ist konzeptionell unvermeidlich. Doch Windschutz und Sitzkomfort machen es leicht möglich, zwei oder auch drei Tankfüllungen direkt hintereinander in schnelle Distanzüberbrückung umzuwandeln. Der Verbrauch pendelt laut Bordcomputer zwischen rund sechs Liter/100 km bei zurückhaltender Überlandfahrt und etwa acht Litern bei gasiger Bergstraßenfahrt mit vielen Beschleunigungsphasen. 250 bis 300 Kilometer sind also pro Tank möglich.

Nicht überzeugen kann die Menüführung des Bordcomputers: Veränderungen von Fahrwerk oder Motor-Mapping bedingen das Drücken mehrerer Knöpfe, wozu bei der Fahrt viel Konzentration vonnöten ist. Diesbezüglich haben andere Hersteller deutlich bessere Systeme zu bieten, deren Bedienung wesentlich einfacher ist. In allen anderen relevanten Details (Spiegel, Ablesbarkeit der Instrumente, Navi-Unterbringung etc.) gibt sich die KTM keine Blöße.

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