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28.07.2012

09:58 Uhr

KTM Freeride E

Sauber und lautlos in die Kiesgrube

Quelle:MID

Als erster namhafter Motorradhersteller hat der österreichische Hard-Enduro-Produzent KTM mit der voraussichtlich knapp 10.000 Euro teuren Freeride E ein elektrisch angetriebenes Offroad-Motorrad entwickelt.

Der KTM-Elektro-Offroad-Sportler Freeride E leistet bis zu 22 kW/30 PS. MID

Der KTM-Elektro-Offroad-Sportler Freeride E leistet bis zu 22 kW/30 PS.

Mattighofen/ÖsterreichMangelnden Mut oder fehlenden Innovationsgeist kann man der österreichischen Hard-Enduro-Schmiede KTM nicht vorwerfen: Die Ausweitung der Modellpalette in Richtung Asphalt und der Einstieg in den Straßenrennsport seien nur als Beispiele genannt. Jetzt entert das Unternehmen um Visionär Stefan Pierer ein weiteres unbekanntes Terrain, und das sogar als erster etablierter Großserienhersteller: den Einstieg bei den Elektromopeds und -rollern.

Hier bringt KTM mit der Freeride E einen waschechten Geländegänger mit einem emissionsfreien und geräuschlosen Elektro-Herzen auf den Markt. Dabei wollen die Österreicher alles andere als wirtschaftliche Hasardeure sein. Neben Neu- und Wiedereinsteigern möchte KTM mit der Freeride E auch Offroad-Haudegen ansprechen, die wegen des Lärms und der Emissionen von Offroad-Motorrädern mit Verbrennungsmotoren kaum noch Gelegenheiten zum Ausüben ihres Hobbys finden.

Mit unter 100 Kilogramm lässt die Freeride E selbst gröbste Erdarbeiten zu. MID

Mit unter 100 Kilogramm lässt die Freeride E selbst gröbste Erdarbeiten zu.

Zur Verwirklichung hat es drei Jahre gebraucht. Dabei handelten die Österreicher nach dem Motto: Wie wir Enduros bauen, wissen wir, und für alles andere gibt’s Spezialisten wie zum Beispiel Johannes Proschek, den heutigen Produktmanager E-Mobility, der zuvor für das Toyota Formel 1-Team in Köln tätig war und sich dort ebenfalls um elektrische Belange kümmerte.

Statt eines vielfach verwendeten Gleichstrommotors sorgt in der Freeride E ein Permanentmagnet-Synchronmotor in Scheibenläuferbauweise für den Antrieb – der baut kompakter und lässt sich feiner regeln. Seine Spitzenleistung von 22 kW/30 PS, die einem 125er Zweitakt-Crosser entspricht, leitet der im Rahmen fixierte E-Motor wie üblich über eine Kette ans Hinterrad. Als Dauerleistung liefert der E-Motor immerhin 7 kW/10 PS. Die herausnehmbare Lithium-Ionen-Batterie mit einer Kapazität von 2,1 kWh kommt in einem vollkommen gekapselten Aluminiumgehäuse, um Umwelteinflüsse auszuschalten. Strom verträgt sich bekanntlich nicht gut mit Wasser und Schlamm, die beim Offroadbetrieb spätestens beim Einsatz des Hochdruckreinigers ins Spiel kommen.

Die Freeride E ist ein heißer Tipp für Anfänger und alte Offroad-Hasen gleichermaßen. MID

Die Freeride E ist ein heißer Tipp für Anfänger und alte Offroad-Hasen gleichermaßen.

Natürlich stellt sich bei allen stromgetriebenen Fahrzeugen die Frage nach der Sicherheit, doch bei der Freeride E in besonderem Maße: KTM setzt als bislang einziger Zweiradanbieter auf eine Hochvolttechnologie mit 300 Volt Betriebsspannung – im Pkw-Bereich durchaus üblich – um eine höhere Leistungsdichte erzielen und die Strom führenden Bauteile möglichst kompakt halten zu können.

Das Sportgerät wird es wohl zum Preis von knapp unter 10.000 Euro geben. Eine Enduro-Variante ist ebenso geplant. MID

Das Sportgerät wird es wohl zum Preis von knapp unter 10.000 Euro geben. Eine Enduro-Variante ist ebenso geplant.

Dieser innovative Antrieb steckt in einem voll geländetauglichen Fahrwerk mit üppigen Federwegen, das weitgehend dem der Freeride-Schwester mit 350er-Viertaktmotor entspricht. Das Chassis zeichnet sich durch gute Handlichkeit und leichte Fahrbarkeit aus, und weil die „E“ lediglich 95 Kilo auf die Waage bringt, ist sie selbst für Offroad-Anfänger leicht beherrschbar.

Kommentare (2)

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ktmFahrradIstAuchNochDa

29.07.2012, 10:37 Uhr

Die Drehmomenteneinstellung "hat was". Das Motorenkonzept ebenfalls. Es sollte auch in ein klassisches VESPA-ähnliches Rollerkonzept eingebaut werden. Das verspricht dann eine bessere Massenserientauglichkeit. Der KTM-Enduroeinsatz ist eine interessante Nische - aber nicht jeder fährt gerne so im Gelände herum.

Hier kommen auch mehr e-mountainbikes zum Einatz ... hier leitet ein anderes Unternehmen auch große Erfolge: KTM Fahrräder.

Beide KTM-Unternehmen haben sich ganz erstaunlich aus dem damaligen Insolvenzunternehmen entwickelt. Hier kann man nur wünschen: Toller Erfolg und weiter so :-).

Account gelöscht!

29.07.2012, 12:49 Uhr

Und wie schön wäre es erst, wenn die Formel 1 so geräuschlos daherkäme.

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