Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

16.06.2011

07:45 Uhr

Lancia Ypsilon

Picobello durch die Stadt

Quelle:dpa

Die noble Fiat-Tochter Lancia kämpft eifrig gegen das Vergessen an. Der neue Ypsilon soll die Kunden aufrütteln. Er folgt der italienischen Liebe zu Stil und Eleganz.

Lancia hat mit dem Ypsilon einen hübschen Stadtflitzer auf den Markt gebracht.

Lancia hat mit dem Ypsilon einen hübschen Stadtflitzer auf den Markt gebracht.

BerlinDer neue Ypsilon will es mit Lifestyle-Modellen wie dem Mini oder dem Citroen DS3 nicht nur aufnehmen, sondern sogar noch eins draufsetzen - und so zum Luxusliner unter den Kleinwagen werden. Er basiert auf dem Fiat Cinquecento. In den Handel kommt der Wagen im Juli, die Preise beginnen bei etwa 12.500 Euro.

Erstmals und ausschließlich als Fünftürer

Dafür gibt es einen 3,84 Meter langen Stadtflitzer, der zum ersten Mal seit drei Generationen als Fünftürer angeboten wird. Allerdings sind die hinteren Türen so geschickt in die schmucke Flanke integriert, dass man sie erst auf den zweiten Blick erkennt. Auf Anhieb zu sehen ist dagegen der üppige Zierrat, den die Italiener aufgetragen haben. Der Grill an der gekürzten Front ist groß und glänzend, Scheinwerfer und Rückleuchten funkeln wie Edelsteine, und der Typenschriftzug glitzert auf dem knuffigen Heck im Sonnenlicht.

Der transportiert jetzt die ganze Familie. Denn den Ypsilon gibt es erstmals als Fünftürer.

Der transportiert jetzt die ganze Familie. Denn den Ypsilon gibt es erstmals als Fünftürer.

Für ein Auto dieser Größe bietet der Ypsilon ziemlich viel Platz. Klar geht es hinten ein wenig enger zu und man muss schon etwas den Kopf einziehen, wenn einem am Sitz der Frisur gelegen ist. Aber der Kofferraum ist mit 245 Litern absolut alltagstauglich und in der ersten Reihe sitzt man nicht schlecht. Selbst mit knapp 1,90 Metern hat man genügend Platz für Kopf und Knie und hält gebührenden Abstand zum Nebenmann. Nur ein paar mehr Ablagen würden nicht schaden.

Als Luxusauto eine Mogelpackung

Mit dem versprochenen Luxus ist es innen allerdings nicht sonderlich weit her: Vornehme Extras wie Lederpolster, Klimaautomatik und sogar das Radio gibt es nur gegen Aufpreis oder in gehobenen Modellvarianten. Was auf den ersten Blick hübsch aussieht, fühlt sich enttäuschend billig an. Die Hutze über den wie ein Breitbild-Fernseher in die Mitte gerückten Instrumenten wackelt wie ein Palmwedel im Wind und knistert, wenn man sie anfasst. Die Plastikkonsolen rund um die Musik- und Klimazentrale wirken trotz des Klavierlacks preiswert. Und die Kopfstützen sind ungeheuer hart und nicht weit genug verstellbar.

Wichtigster Motor neben dem Basisbenziner mit 1,2 Liter Hubraum und 69 PS und dem Diesel mit 1,3 Liter Hubraum und 95 PS ist der TwinAir-Zweizylinder. Mit ihm haben die Italiener die Idee vom Downsizing auf die Spitze getrieben: Der Turbo mit gerade einmal 0,9 Liter Hubraum leistet 85 PS und gibt sich im Schnitt mit 4,2 Litern Sprit zufrieden. Das entspricht einem CO2-Ausstoß von 99 g/km. Damit man diesen Wert in der Praxis auch nur annähernd erreicht, muss man jedoch den Eco-Modus aktivieren. Dann werden die Leistungsspitzen gekappt und das Auto reagiert so träge, als sei das Gaspedal aus Gummi.

Seinen Anspruch als Luxusliner wird der Kleinwagen nicht gerecht. Das zeigt sich schon an den billig wirkenden Plastikkonsolen.

Seinen Anspruch als Luxusliner wird der Kleinwagen nicht gerecht. Das zeigt sich schon an den billig wirkenden Plastikkonsolen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×