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28.02.2013

10:42 Uhr

Lexus GS 450h im Handelsblatt-Test

Das beste Auto, das nicht deutsch ist

VonSebastian Schaal

Bei Oberklasse-Limousinen kommt hierzulande niemand an Audi, Mercedes und BMW vorbei. Mit den Jahren ist aber eine starke und ebenbürtige Konkurrenz gewachsen, wie der Lexus GS 450h im Test zeigt.

Lexus hat inzwischen ein frisches und eigenständiges Design entwickelt. Nur bei den Rücklichtern mit den L-förmigen Leuchten lehnen sich die Japaner noch sehr stark an BMW an. Sebastian Schaal

Lexus hat inzwischen ein frisches und eigenständiges Design entwickelt. Nur bei den Rücklichtern mit den L-förmigen Leuchten lehnen sich die Japaner noch sehr stark an BMW an.

DüsseldorfSolide Verarbeitung, Zuverlässigkeit und einen Hybrid-Antrieb. Das sind Eigenschaften, die die meisten Menschen mit einem Lexus verbinden. Das klingt war alles gut und praktisch für ein Alltagsauto, aber irgendwie nicht richtig sexy - und vor allem nicht sexy aussehend.

Den Gegenbeweis tritt jetzt der neue GS 450h an. Mit einer eigenständigen, aggressiven Optik sticht die Limousine aus dem Allerlei der deutschen Konkurrenz heraus. Gemeint sind hier der Audi A6, die 5er-Baureihe von BMW und die Mercedes E-Klasse, die zusammen das Segment unter sich aufgeteilt haben. Bis auf einen kleinen Rest, um den unter anderem der Lexus buhlt.

Früher waren die Japaner dafür bekannt, sich beim Design sehr stark an den deutschen Modellen anzulehnen. Mit dem GS sind diese Zeiten endgültig vorbei. Die neue Designsprache ist geprägt von Sicken und Kanten, besonders der Diabolo-Kühlergrill sticht hier heraus. Verglichen mit der zerklüfteten Front ist die Seitenlinie geradezu konservativ. Nur das Heck erinnert noch an die alten Zeiten, als ein Lexus eine Art Best-Of der deutschen Autos war: Die L-förmigen Leuchtbänder in den Rücklichtern sehen sehr nach BMW aus.

Das erfrischend andere Design setzt sich auch im Innenraum fort. Beim Einstiegen fällt der Blick sofort auf die schön gestaltete Analoguhr in der Mittelkonsole, die aus einem Stück Aluminium gefräst ist. Die serienmäßigen Ledersitze (im Hybrid ab Werk auch beheizbar und kühlbar) sind sehr bequem, das Lenkrad fasst sich gut an. Überzeugend sind auch Details wie die Armlehnen in den Türen: So angenehm weich ist kaum ein anderes Auto gepolstert. Dazu gibt es noch große Ablagen in der Mittelkonsole und den Türen. Eben alles auf das komfortable Reisen ausgelegt. Nur die Digitalanzeigen der Klimaanlage wirken etwas aus der Zeit gefallen.

Die entscheidenden Fragen und Antworten zum Lexus GS 450h

Alltagstauglich?

Wie alltagstauglich eine Limousine von 4,85 Metern Länge eben sein kann. Das Platzangebot im Innenraum ist mehr als ausreichend, der Kofferraum wegen des Hybrids aber etwas kleiner. Nur für die Stadt ist das ganze Auto etwas zu groß, auf der Autobahn aber ideal.

Das schönste Detail?

Ja, es wird langsam langweilig, aber es ist wieder die Analoguhr. In den voll digitalisierten Luxus-Autos überbieten sich die Hersteller mit ihren klassischen Chronographen gegenseitig. Und das Exemplar im Lexus ist optisch sehr gelungen.

Enttäuschend?

Wie schnell dann doch immer wieder der Benziner anspringt. Wer rein elektrisch auf Stadt-Tempo beschleunigen will, wird zum Verkehrshindernis. Und das kann in einem Auto mit 345 PS nicht der Anspruch sein.

Ist er`s wert?

70.500 Euro für unseren Testwagen sind eine Menge Geld. Zwar gibt es den Hybrid schon ab 54.750 Euro, aber dann eben ohne die schönen Details, die aus dem GS einen Konkurrenten für die deutschen Premium-Modelle machen.

Sound?

Erst nein, dann ja. Lautlos fährt er an, einmal losgelassen darf der Sechszylinder im Sportmodus auch richtig satt dröhnen. Nur die konstant hohe Drehzahl der stufenlosen Automatik trübt ab und zu das Bild.

Wie grün ist das Auto?

Der Normverbrauch liegt bei 5,9 Litern, in der Praxis waren es mindestens 7 Liter. Das ist ordentlich, aber auch mit einem ähnlich starken Diesel möglich.

Vorbildlich?

Die Verarbeitung im Innenraum. Ja, hier wird Audi meist als Maß der Dinge herangezogen. Aber der GS muss sich in diesem Punkt nicht mehr verstecken.

Was sagt der Nachbar?

Ihn stört ein wenig die aggressive Front an einem so komfortabel und ruhigen Auto. Sonst ist er in allen Belangen überzeugt – und wendet sich im nächsten Moment doch wieder seinem Mercedes zu.

Wer guckt?

Das Design an der Front polarisiert. Mir gefällt es, dem Nachbarn nicht. Aber es fällt auf. Deshalb drehen sich in der Stadt und auch auf der Autobahn einige nach dem unbekannten Gesicht um.

Wie fährt er sich?

Sehr komfortabel. Den Lexus zu fahren entspannt richtig. Dabei könnte er in der Theorie auch anders: Sein Fahrwerk wurde auf der Nordschleife entwickelt.

Wo gehört er hin?

Der GS 450h ist von seinem Wesen her ein ideales Reisemobil. Nur der Kofferraum könnte da manche Menschen stören.

In der Basis-Ausstattung kostet der Hybrid mindestens 54.750 Euro, wir sind die „Luxury Line“ für 70.500 Euro gefahren. Und das meint wirklich Luxury, fast alle technischen Luxus-Spielereien sind ab Werk an Bord. Neben den bereits erwähnten beheiz- und belüftbaren Ledersitzen ist das unter anderem ein Navigationssystem mit einem acht Zoll großen Display, eine Klimaautomatik, eine Rückfahrkamera und Totwinkel-Warner in den Außenspiegeln. Gegen Aufpreis gibt es für das Navi sogar einen 12-Zoll-Monitor, den größten in einem Serienauto.

Die aggressive Front geht in eine deutlich ruhigere Seitenlinie über. Während die Türen bei BMW mit Sicken und Kanten übersät sind, bleibt Lexus hier elegant-schlicht. Sebastian Schaal

Die aggressive Front geht in eine deutlich ruhigere Seitenlinie über. Während die Türen bei BMW mit Sicken und Kanten übersät sind, bleibt Lexus hier elegant-schlicht.

Kommentare (19)

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AntiLesetr

28.02.2013, 13:01 Uhr

Was sind Sie da gefahren? Einen RX450h? Dann kann ich das verstehen, bei dem SUV-Brummer. Ich fahre einen großen LS und verbrauche weniger als 10 Liter. Dann sollte man mal seine Fahrweise überdenken...

otto

28.02.2013, 13:09 Uhr

Warum sieht der von hinten wie ein 3er BMW aus??

Autor

28.02.2013, 13:14 Uhr

@Beamer: Bei Spritmonitor finden sie KEINEN EINZIGEN GS450h mit 12 Litern Verbrauch (oder mehr).
Sind sie sicher, dass ihr Freund nicht eher einen GS250 oder GS350 AWD fährt? Einen Hybrid fährt er sicher nicht, oder fährt er nur Rennstrecke?
Ansonsten kann man zu ihrem Kommentar auch nur sagen:
"Ein einfach trauriger Kommentar eines womöglich dafür bezahlten "Kommentators""

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