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21.07.2014

15:20 Uhr

Lexus NX

Der Böse mit dem guten Herzen

VonBenjamin Bessinger
Quelle:Spotpress

Er sieht aus wie ein Fiesling, ist aber eigentlich ein feiner Kerl. Obwohl er sportlich aussieht, ist sich der Lexus NX im Vergleich mit der deutschen Konkurrenz besonders sparsam - dank Hybrid-Antrieb.

Fahrbericht: Lexus NX - Der Böse mit dem guten Herzen Lexus

Einer für die Metropole: Der Lexus NX macht sich gut im Großstadtdschungel.

Nein, das ist keine Studie. Was da mit fieser Diablo-Fratze, stechendem Blick schlitzäugiger LED-Scheinwerfer und einer messerscharf gezeichneten Karosserie durch die Straßen von Seattle rollt, ist die Serienfassung des Lexus NX. Nicht einmal ein Jahr nach der Premiere des Showcars auf der IAA in Frankfurt bereitet die vornehme Toyota-Tochter jetzt den Verkauf des kompakten Geländewagens vor, der bei uns im Oktober ab knapp 40.000 Euro in den Handel kommen soll.

Dass der NX zwischen Space Needle, Boeing-Werken und dem Hauptquartier von Starbucks wirkt wie ein Alien beim Ausflug auf die Erde, hat einen guten Grund: Das Segment der kompakten Geländewagen ist dicht besetzt und Lexus ist spät dran. Audi, BMW, Mercedes, Land Rover, Volvo, ja sogar Infiniti, haben längst ihr Stück vom noch immer wachsenden Kuchen abgeschnitten und die Japaner müssen sich was trauen, wenn sie im Segment der handlichen SUV überhaupt noch auffallen wollen. „Ein bisschen provozieren und es nicht jedem recht machen“, nennt Europachef Alain Uyttenhoeven diese Strategie, die so gut funktioniert, dass selbst Hingucker wie der neue BMW X4 oder der Range Rover Evoque plötzlich ziemlich langweilig aussehen.

Doch so mutig und martialisch das Batmobil für die Buckelpiste auch aussieht, der Fiesling ist ein feiner Kerl und hinter dem bösen Design verbirgt sich gute Technik. Denn als erster und bislang einziger in diesem Segment rollt der NX – typisch für Lexus – als Hybrid an den Start. Vorn teilen sich die Arbeit deshalb ein 2,5 Liter großer Vierzylinder mit 155 PS und 210 Nm und eine E-Maschine mit 143 PS; und wer für etwa 2.000 Euro die Version mit Allradantrieb bestellt, bekommt noch einen zweiten Elektromotor mit 68 PS im Heck. Der hilft beim Anfahren unter Last oder auf nassen Straßen und sorgt für Sicherheit bei Eis und Schnee – zumindest bis Tempo 60. Danach klemmt die Elektronik die elektrische Hinterachse ab.

Der Hybridantrieb ist gut, weil man mit sanftem Gasfuß zumindest ein paar hundert Meter elektrisch fahren kann, weil beim Ampelspurt tatsächlich was voran geht und weil der NX damit als Fronttriebler nur 5,0 und mit Allrad 5,1 Liter verbraucht. Doch kurz danach ist es dann auch schon vorbei mit der Freude: Überall sonst auf der Welt kann Lexus mit diesem Paket sicher prima punkten, aber bei den Vollgas-Fetischisten auf der deutschen Autobahn hat der NX damit keine Chance. Denn wo bei der Konkurrenz die 200er-Marke meist nur eine Formalität ist und manche Modelle bis 250 km/h beschleunigen, ist für den Lexus schon bei 180 Sachen Schluss.

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