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29.01.2005

10:00 Uhr

Luxus kommt von Licht

Rolls Royce: Empire, schwarz gelackt

VonDavid Selbach (Handelsblatt)

Bei Luxus denkt er nicht an Überfluss, Reichtum oder Dekadenz. „Luxus“, sagt Anno August Jagdfeld mit hochgezogener Augenbraue, „kommt von Licht.“ Da sei einerseits der lateinische Wortstamm „lux“. Und überhaupt: „Vor 100 Jahren waren Zahnärzte Luxus. Die Toilette in der Wohnung. Oder die Reise nach Italien.“ Sagt Jagdfeld.

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HB HEILIGENDAMM. Dass der Mann die schönsten Dinge des Lebens auf seine Weise deutet, kann kaum überraschen: Der Inhaber und Chef der Kölner Fundus-Gruppe ist einer der wenigen Deutschen, die ihr Geld ohne Wenn und Aber mit Luxus verdienen.

Mit seinen Immobilienfonds hat er das Berliner Hotel Adlon wieder auferstehen lassen. Er hat das „Quartier 206“ an der Ost-Berliner Friedrichstraße gebaut, in das „Department Store“ residiert, eines der feinsten Kaufhäuser Deutschlands. Und er hat das Grand Hotel Heiligendamm bei Rostock an der Ostsee wieder eröffnet, das sofort zum schönsten Hotel der Welt gekürt wurde.

Zudem sitzt Jagdfeld gerade am Steuer eines Rolls-Royce Phantom, der neuesten Milliardärskutsche aus dem britischen Goodwood. Mit einem 12-Zylinder-Motor und einem Listenpreis von stolzen 375 000 Euro. „Der Phantom und unser Hotel in Heiligendamm verkörpern beide auf ihre Weise moderne Klassik, unbeschreibliche Eleganz und ein profundes Formelement durch die Figur eines griechischen Tempels“, sagt der Altphilologe.

>>> Fotostrecke: Rolls Royce Phantom - Teil 1

>>> Fotostrecke: Rolls Royce Phantom - Teil 2

Der klassische Tempel-Kühler des Phantom fällt auf, als unser Tester die Karosse über mecklenburgische Alleen lenkt. Weit entfernt, vorne auf der Haube, hängt sich die silberne „Emily“ mit ihrem Umhang in den Wind. Fast sechs Meter schwarz lackiertes Empire gleiten einsame Landstraßen entlang, immer tiefer in finstere Buchenhaine.

Die Insassen wähnen sich schon außerhalb der Landkarte, als urplötzlich ein Ensemble klassizistischer Palastbauten auftaucht: Heiligendamm, die „weiße Stadt am Meer“. „Im Mai blühen die Raps-Felder, der Waldboden ist voller Buschwindröschen, und in der Luft schweben Aerosole“, schwärmt Jagdfeld. Als er die Seebad-Ruine Mitte der 90er-Jahre entdeckt hatte, griff der Immobilien-Entwickler sofort zu.

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