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13.07.2017

09:21 Uhr

Maserati Gran Turismo/Gran Cabrio

Gleiter mit Klang

VonMichael Gebhardt
Quelle:Spotpress

Maserati hat sein Flaggschiff etwas vernachlässigt, zehn Jahre hat der Gran Turismo schon auf dem Buckel. Jetzt bekommt er ein Facelift. Zur Konkurrenz aufschließen kann er damit allerdings nicht wirklich.

Fahrbericht: Maserati Gran Turismo / Gran Cabrio - Gleiter mit Klang Maserati

Maserati Gran Turismo

Facelift für das Flaggschiff.

Maserati! Der Name geht italophilen Autofans noch immer runter wie Tiramisu. Doch die noble Fiat-Tochter mit dem prominenten Dreizack im Kühlergrill muss sich anstrengen. Ein schöner Name alleine reicht schon lange nicht mehr, um erfolgreich zu sein.

Die neuen Modelle – der Mittelklässler Ghibli und das SUV Levante – verkaufen sich zwar ganz ordentlich, haben aber mit den eigentlichen Markenwerten so viel zu tun wie Panna Cotta mit Vanillepudding. Und ihre Flaggschiffe Quattroporte und Gran Turismo haben die Italiener in letzter Zeit sträflich vernachlässigt. Jetzt erfährt der schicke Zweitürer ein Facelift, doch auf den aktuellen Stand der Dinge kommt er damit immer noch nicht.

Für den Innenraum der offenen Variante gelten die selben Änderungen wie für das Coupé Maserati

Blick ins Cockpit

Die Mittelkonsole wurde neu gestaltet und ein neues Infotainment mit großem Touchscreen und Apple-Car-Play-Anbindung hat Einzug gehalten.

Vom „modernen Klassiker“ sprechen Markenvertreter mit Blick auf den Gran Turismo und seinen offenen Ableger Gran Cabrio gerne, wer etwas weniger emotionale Bindung zur Marke hat, nennt sie einfach „in die Jahre gekommen“. Ganze zehn Jahre hat der GT schon auf dem Buckel, die man ihm aber, zugegeben, auf den ersten Blick nicht ansieht: Das Design ist immer noch eines der Pfunde, mit denen der Wagen zu wuchern vermag.

Um das nicht zu gefährden, wurden Front und Heck nur ganz leicht aufgefrischt. Besonders stolz ist man auf den Markenschriftzug in den Scheinwerfern, der jetzt dreidimensional erscheint; bislang war er mit Laser eingraviert.

Etwas mehr getan hat sich im Innenraum: Die Mittelkonsole wurde neu gestaltet und ein neues Infotainment mit großem Touchscreen und Apple-Car-Play-Anbindung hat Einzug gehalten. Das entspricht tatsächlich dem aktuellen Zeitgeist, in Sachen Assistenzsysteme fährt der Maserati aber nach wie vor hinterher: Totwinkel-Warner, Spurhalteassistent oder Abstandstempomat sucht man vergebens. Einzig eine Rückfahrkamera ist seit dem Facelift verfügbar.

Zwar redet man sich in Italien gerne ein, dass die Kundschaft darauf ja gar nicht so viel Wert legen würde, schließlich ginge es ja ums Fahren. Wer aber mindestens 126.100 Euro ausgibt, dürfte sich schon ärgern, wenn Lieschen Müllers Polo, der nebenan parkt, deutlich mehr Helferlein hat als der eigene Wagen.

Ein kleiner Trost: Der Polo wird nie so herzzerreißend Klingen wie der Maserati! Der Sound, das muss man neidlos anerkennen, ist immer noch eine Kernkompetenz der Marke, und besonders gut kommt er natürlich in der offenen Version zur Geltung. Dass man beim Stoffdach-Cabrio (ab 143.200 Euro) dafür auf so gut wie jeden Platz im Kofferraum verzichten muss - geschenkt! Schon nach dem Anlassen wird man akustisch dafür entschädigt.

Bei niedrigen Touren grummelt der 4,7 Liter große V8 kraftvoll vor sich hin, um sich mit steigender Drehzahl immer weiter nach oben zu orgeln, bis er schließlich kurz vorm Begrenzer böse knurrt. Wohlgemerkt, im Sportmodus. Wer den Maserati im Normalbetrieb bewegt, braucht keine Angst haben, die Nachbarn zu wecken.

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