Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

03.11.2013

09:16 Uhr

Mazda MX-5 als Gebrauchter

In jeder Hinsicht ein Erfolgsmodell

Quelle:dpa

Der MX-5 war für Mazda ein echter Coup: Der offene Zweisitzer begeisterte Autokäufer auf der ganzen Welt und entwickelte sich zum meist verkauften Roadster überhaupt. Auch als Gebrauchter macht er eine gute Figur.

Langlebig und erfolgreich: Technische Pannen sind beim Miata eine Seltenheit. PR

Langlebig und erfolgreich: Technische Pannen sind beim Miata eine Seltenheit.

BerlinEr war von Anfang an ein Verkaufsschlager. Dafür war nicht allein der Fahrspaß ausschlaggebend - auch die Technik macht nur selten Probleme. In den Hauptuntersuchungen (HU) der TÜV-Prüfer fiel das Modell in den vergangenen Jahren immer seltener durch Mängel auf.

Laut dem "TÜV Report 2013" zeichnet sich der MX-5 durch eine hohe Zuverlässigkeit aus. Die neuste Generation (NC), die 2005 an den Start ging, hat dem TÜV zufolge keine typischen Schwachstellen: An Licht, Bremsen oder Kraftstoffanlage gibt es nichts zu beanstanden. Beim Vorgänger (NB) machen dagegen rostende Seitenschweller und marode hintere Radläufe Ärger.

Mazda MX-5: Machen Sie sich bitte schon mal frei

Mazda MX-5

Machen Sie sich bitte schon mal frei

Mythos Mazda MX-5: 1989 war er eine Roadster-Reinkarnation, heute ist schnittige Japaner ein lebendes Fossil. Und gerade das macht ihn attraktiv. Wenn die Sonne lacht, ist er für den Alltag fast zu schade.

Nach den Erfahrungen des ADAC halten sich die Defekte und Pannen bei dem Roadster sehr in Grenzen. Probleme stellte der Autoclub vor allem bei Fahrzeugen aus der ersten Generation (NA) fest, die allerdings schon 1998 abgelöst wurde.

Mazda brachte den ersten MX-5 1989 auf den Markt und löste damit einen regelrechten Roadster-Hype aus. Die zweite Generation wurde 2005 durch die aktuelle Auflage abgelöst. Diese erhielt 2009 ein umfangreiches Facelift, auch die Motoren wurden effizienter.

Was es beim Gebrauchtwagenkauf zu beachten gibt

Fahrzeugbesichtigung

Die Mängelsuche beginnt mit einem Rundgang ums Auto. In aller Ruhe sollten Spalte an Stoßfängern, Türen und anderen Anbauteilen in Augenschein genommen werden. Gibt es Unterschiede bei den Spaltmaßen, lässt das meist auf einen Unfallschaden schließen. Gleiches gilt, wenn Reifen unterschiedlich stark abgefahren sind oder das auf den Fahrzeugleuchten angegebene Produktionsdatum nicht mit dem Baujahr des Autos übereinstimmt. Dann wurden die Leuchten schon einmal ausgewechselt - möglicherweise nach einem Crash.

Papiere prüfen

Vor allem bei jüngeren Gebrauchtwagen sollte es unbedingt ein Serviceheft geben, in dem die Fahrzeugwartung lückenlos dokumentiert ist. Zusätzliches Vertrauen schaffen Kundendienstrechnungen, Reparaturnachweise und Prüfberichte. Viele Vorbesitzer im Fahrzeugbrief (Zulassungsbescheinigung Teil II) könnten trotz allem auf ein Montagsauto hindeuten - mehr als zwei Halter in fünf Jahren oder drei in sieben Jahren sind verdächtig.

Blick unter die Haube

Abgeplatzter Lack und Beschädigungen an Schraubverbindungen der Karosserieteile im Motorraum können ein Hinweis auf größere Reparaturen sein. Ölspritzer und Wasserflecken begründen den Zweifel an einem einwandfreien Antrieb. Aber auch ein sehr sauberer Motorraum sollte stutzig machen: Mit einer Motorwäsche könnten Spuren beseitigt und Undichtigkeiten kaschiert worden sein.

Rostsuche

Um Korrosionsschäden an der Karosserie auf die Spur zu kommen, lohnt ein Blick in verborgene Ecken, etwa unter den Kofferraumteppich, hinter die Tankklappe und in die Radkästen. Mit etwas Fingerspitzengefühl lässt sich Rost hinter den Schwellern ertasten. Korrosion unter dem Lack ist an einer welligen oder pickeligen Oberfläche zu erkennen. Muffiger Geruch im Innenraum deutet auf Feuchtigkeit im Wagen hin. In diesem Fall nach Möglichkeit den Teppich anheben und nach Wasserpfützen und Rost suchen.

Lack-Check

Ausgebesserte Unfallschäden lassen sich mit bloßem Auge oft nicht erkennen. Indizien dafür sind Farbspuren an eigentlich unlackierten Teilen wie Gummidichtungen und Federbeinen sowie unterschiedlich helle oder matte Lackstellen, die am besten im Tageslicht zu sehen sind. Wenn der Verdacht besteht, dass einzelne Stellen nachlackiert wurden, kann eine Lackdichtenmessung in einer Werkstatt Gewissheit schaffen.

Systemtest

Vor der Probefahrt sind sämtliche Fahrzeugfunktionen zu testen - von der Klimaanlage über elektrische Außenspiegel oder Sitzheizungen bis zum Radio. Unterwegs bleibt die Musik aus, da sie verdächtige Fahrgeräusche übertönen könnte. Beim Einschalten der Zündung müssen die Kontrollleuchten im Cockpit wie für ABS, ESP und Airbags kurz aufleuchten und beim Motorstart erlöschen. Leuchten einzelne Lämpchen weiter oder blinken sie erst gar nicht auf, stimmt etwas nicht. In der Bedienungsanleitung eines Autos sind alle Kontrollleuchten aufgeführt.

Probefahrt

Mal eben eine Runde ums Autohaus zu drehen, reicht nicht. Zur Probefahrt gehören eine Überlandetappe mit mehr als 80 km/h und eine Autobahnfahrt mit 120 km/h. Denn Mängel wie eine verzogene Spur, eine ausgeschlagene Lenkung oder defekte Stoßdämpfer machen sich meist erst bei höheren Geschwindigkeiten bemerkbar. Ein Fahrzeug zieht dann zur Seite, fühlt sich schwammig an oder liegt schlecht in der Kurve. Eine hakelige Schaltung, starke Vibrationen und Ruckbewegungen deuten auf Antriebsprobleme hin.

Tachostand

Bei älteren Autos mit vielen Gebrauchsspuren, aber nur geringer Laufleistung könnte der Tachostand manipuliert sein. Kilometerangaben im Inspektionsheft, auf Prüfberichten, Werkstattrechnungen oder dem Ölwechsel-Aufkleber im Motorraum lassen womöglich einen Betrug auffliegen. Aufschluss darüber könnten auch Nachfragen bei den Vorbesitzern geben, mit welchem Kilometerstand der Wagen jeweils weiterverkauft wurde.

Sachverständiger

Sobald auch nur geringste Zweifel daran aufkommen, dass ein Gebrauchter unfallfrei und technisch in Ordnung ist, sollten Kunden das Auto vor dem Kauf von einem unabhängigen Sachverständigen von TÜV, GTÜ, KÜS oder Dekra begutachten lassen. Das lässt sich in der Regel gut mit einer Probefahrt vereinbaren. Ist der Verkäufer damit nicht einverstanden, könnte er etwas verbergen wollen. Dann gilt grundsätzlich: Finger weg und nach einem anderen Auto suchen.

Seriösen Anbieter erkennen

Ein vertrauenswürdiger Gebrauchtwagenanbieter spricht offen über Vorschäden und Mängel an einem Auto. Er liefert eine lückenlose Fahrzeugdokumentation und im besten Fall ein technisches Gutachten von unabhängiger Stelle mit. Kunden dürfen den Gebrauchten in Ruhe besichtigen, ausführlich Probe fahren, und sie bekommen genügend Bedenkzeit vor dem Kauf. Bei Privatverkäufern gibt es meist günstigere Preise, bei Händlern dafür eine Gebrauchtwagengarantie. Oft können kleine Händler bessere Preise machen als große, da bei ihnen weniger Gemeinkosten auflaufen.

Für die zweite Generation stehen drei Benzinmotoren zur Verfügung, die aus 1,6 oder 1,8 Litern Hubraum zwischen 81 kW/110 PS und 107 kW/146 PS schöpfen. In der dritten Auflage kommen die Ottomotoren auf 93 kW/126 PS oder 118 kW/160 PS.

Ein Mazda MX-5 1.6i 16V Impuls von 2004 mit 81 kW/110 PS und einer Laufleistung um die 91.500 Kilometer kostet als Gebrauchter laut der Schwacke-Liste noch etwa 6.200 Euro. Aus der aktuellen Baureihe gibt es zum Beispiel den MX-5 1.8 MZR Center-Line von 2009 mit 93 kW/126 PS für etwa 11.150 Euro (46.500 Kilometer).

Für einen 118 kW/ 160 PS starken MX-5 2.0 MZR Sports-Line von 2011 werden noch rund 17.000 Euro fällig (28.300 Kilometer).

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Kaurikampf

04.11.2013, 10:24 Uhr

Ich kann den Bericht über den MX5 nur bestätigen! Ich habe 1992 meinen ersten MIATA selbst aus den USA importiert. Inzwischen läuft als 3 Drittfahrzeug der dritte MX5 in meiner Familie. Das Auto ist genial einfach, höchst qualitativ und vermittelt im Sommer Fahrspass ohne Ende. Allerdings sollte man nicht wesentlich über 1,80 m groß sein und auch einen Body-Maas-Index von 23 nicht überschreiten. Meine Empfehlung: Stoff-Verdeck und die größere Maschine mit 160 PS wählen. Der MX5 ist alltagstauglich. Aber eigentlich ist er zu schade dafür. Im Jahr 2014 kommt ein neuer MX5 , den auch Alfa-Romeo baugleich in Hiroshima fertigen lässt. Man sollte sehr genau schauen, ob Mazda nicht das Design mit dem neuen Kinetik-Ansatz versaut. Für diesen Fall sofort einen der auslaufenden Serie kaufen. Am Ende der Laufzeit bekommt man viele Goodies vom Händler und das Fahrzeug ist top ausgereift. Das Konzept ist ohnehin nicht zu verbessern!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×