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23.06.2013

13:10 Uhr

Mazda5 als Gebrauchtwagen

Kompaktvan mit kompakter Mängelliste

Quelle:dpa

Der Mazda5 ist ein Kompaktvan und damit gut für Familien geeignet. Der Fünftürer mit dem steilen Heck ist eigentlich sehr zuverlässig - nur eine Schwäche lässt den Wagen nicht ganz so gut aussehen.

Der Mazda5 gilt als gutes Auto - ab einem Alter von fünf Jahren machen allerdings Rost und verschlissene Bremsscheiben Probleme, haben Experten festgestellt. PR

Der Mazda5 gilt als gutes Auto - ab einem Alter von fünf Jahren machen allerdings Rost und verschlissene Bremsscheiben Probleme, haben Experten festgestellt.

BerlinDer Mazda5 hat sich als ein geeignetes und beliebtes Familienauto etabliert. Er zählt zu den Großraumlimousinen, bekannte Modelle sind zum Beispiel der VW Touran und der Opel Zafira. Mazda steuert zu diesem Segment den Mazda5 bei.

Der Fünftürer ist eigentlich sehr zuverlässig, er hat aber eine Schwachstelle. Vor allem wegen seiner Batterie rutschte das japanische Auto eher auf die mittleren Plätze der ADAC-Pannenstatistik: Insbesondere frühe Modelle haben hohe Ausfallquoten. Ansonsten ist der Mazda5 laut dem Münchner Club ein «relativ zuverlässiges» Auto. Bei bis 2007 gebauten Dieseln ging häufiger der Turbolader kaputt. Die Alarmanlage erschreckte gelegentlich Fahrer, weil sie falsch auslöste (2005).

Was es beim Gebrauchtwagenkauf zu beachten gibt

Fahrzeugbesichtigung

Die Mängelsuche beginnt mit einem Rundgang ums Auto. In aller Ruhe sollten Spalte an Stoßfängern, Türen und anderen Anbauteilen in Augenschein genommen werden. Gibt es Unterschiede bei den Spaltmaßen, lässt das meist auf einen Unfallschaden schließen. Gleiches gilt, wenn Reifen unterschiedlich stark abgefahren sind oder das auf den Fahrzeugleuchten angegebene Produktionsdatum nicht mit dem Baujahr des Autos übereinstimmt. Dann wurden die Leuchten schon einmal ausgewechselt - möglicherweise nach einem Crash.

Papiere prüfen

Vor allem bei jüngeren Gebrauchtwagen sollte es unbedingt ein Serviceheft geben, in dem die Fahrzeugwartung lückenlos dokumentiert ist. Zusätzliches Vertrauen schaffen Kundendienstrechnungen, Reparaturnachweise und Prüfberichte. Viele Vorbesitzer im Fahrzeugbrief (Zulassungsbescheinigung Teil II) könnten trotz allem auf ein Montagsauto hindeuten - mehr als zwei Halter in fünf Jahren oder drei in sieben Jahren sind verdächtig.

Blick unter die Haube

Abgeplatzter Lack und Beschädigungen an Schraubverbindungen der Karosserieteile im Motorraum können ein Hinweis auf größere Reparaturen sein. Ölspritzer und Wasserflecken begründen den Zweifel an einem einwandfreien Antrieb. Aber auch ein sehr sauberer Motorraum sollte stutzig machen: Mit einer Motorwäsche könnten Spuren beseitigt und Undichtigkeiten kaschiert worden sein.

Rostsuche

Um Korrosionsschäden an der Karosserie auf die Spur zu kommen, lohnt ein Blick in verborgene Ecken, etwa unter den Kofferraumteppich, hinter die Tankklappe und in die Radkästen. Mit etwas Fingerspitzengefühl lässt sich Rost hinter den Schwellern ertasten. Korrosion unter dem Lack ist an einer welligen oder pickeligen Oberfläche zu erkennen. Muffiger Geruch im Innenraum deutet auf Feuchtigkeit im Wagen hin. In diesem Fall nach Möglichkeit den Teppich anheben und nach Wasserpfützen und Rost suchen.

Lack-Check

Ausgebesserte Unfallschäden lassen sich mit bloßem Auge oft nicht erkennen. Indizien dafür sind Farbspuren an eigentlich unlackierten Teilen wie Gummidichtungen und Federbeinen sowie unterschiedlich helle oder matte Lackstellen, die am besten im Tageslicht zu sehen sind. Wenn der Verdacht besteht, dass einzelne Stellen nachlackiert wurden, kann eine Lackdichtenmessung in einer Werkstatt Gewissheit schaffen.

Systemtest

Vor der Probefahrt sind sämtliche Fahrzeugfunktionen zu testen - von der Klimaanlage über elektrische Außenspiegel oder Sitzheizungen bis zum Radio. Unterwegs bleibt die Musik aus, da sie verdächtige Fahrgeräusche übertönen könnte. Beim Einschalten der Zündung müssen die Kontrollleuchten im Cockpit wie für ABS, ESP und Airbags kurz aufleuchten und beim Motorstart erlöschen. Leuchten einzelne Lämpchen weiter oder blinken sie erst gar nicht auf, stimmt etwas nicht. In der Bedienungsanleitung eines Autos sind alle Kontrollleuchten aufgeführt.

Probefahrt

Mal eben eine Runde ums Autohaus zu drehen, reicht nicht. Zur Probefahrt gehören eine Überlandetappe mit mehr als 80 km/h und eine Autobahnfahrt mit 120 km/h. Denn Mängel wie eine verzogene Spur, eine ausgeschlagene Lenkung oder defekte Stoßdämpfer machen sich meist erst bei höheren Geschwindigkeiten bemerkbar. Ein Fahrzeug zieht dann zur Seite, fühlt sich schwammig an oder liegt schlecht in der Kurve. Eine hakelige Schaltung, starke Vibrationen und Ruckbewegungen deuten auf Antriebsprobleme hin.

Tachostand

Bei älteren Autos mit vielen Gebrauchsspuren, aber nur geringer Laufleistung könnte der Tachostand manipuliert sein. Kilometerangaben im Inspektionsheft, auf Prüfberichten, Werkstattrechnungen oder dem Ölwechsel-Aufkleber im Motorraum lassen womöglich einen Betrug auffliegen. Aufschluss darüber könnten auch Nachfragen bei den Vorbesitzern geben, mit welchem Kilometerstand der Wagen jeweils weiterverkauft wurde.

Sachverständiger

Sobald auch nur geringste Zweifel daran aufkommen, dass ein Gebrauchter unfallfrei und technisch in Ordnung ist, sollten Kunden das Auto vor dem Kauf von einem unabhängigen Sachverständigen von TÜV, GTÜ, KÜS oder Dekra begutachten lassen. Das lässt sich in der Regel gut mit einer Probefahrt vereinbaren. Ist der Verkäufer damit nicht einverstanden, könnte er etwas verbergen wollen. Dann gilt grundsätzlich: Finger weg und nach einem anderen Auto suchen.

Seriösen Anbieter erkennen

Ein vertrauenswürdiger Gebrauchtwagenanbieter spricht offen über Vorschäden und Mängel an einem Auto. Er liefert eine lückenlose Fahrzeugdokumentation und im besten Fall ein technisches Gutachten von unabhängiger Stelle mit. Kunden dürfen den Gebrauchten in Ruhe besichtigen, ausführlich Probe fahren, und sie bekommen genügend Bedenkzeit vor dem Kauf. Bei Privatverkäufern gibt es meist günstigere Preise, bei Händlern dafür eine Gebrauchtwagengarantie. Oft können kleine Händler bessere Preise machen als große, da bei ihnen weniger Gemeinkosten auflaufen.

Bei der Kfz-Hauptuntersuchung macht der Mazda5 wenig Ärger. Jedoch fallen schon fünf Jahre alte Exemplare vereinzelt durch Rost auf, auch die Bremsscheiben können bei Fünfjährigen bereits verschlissen sein. Insgesamt leidet der Japaner laut «TÜV Report 2013» an weniger erheblichen Mängeln als der Durchschnitt aller geprüften Fahrzeuge.

Der Mazda5 kam als Nachfolger des Premacy 2005 auf den Markt. 2010 folgte die zweite Generation, ein Facelift brachte dem Kompaktvan im Frühjahr 2013 unter anderem LED-Blinker in elektrisch anklappbaren Außenspiegeln und einen USB-Anschluss am Audiosystem.

Recht überschaubar ist das Motorenangebot. Die erste Generation des Mazda5 wurde mit zwei Benzinern mit 85 kW/115 PS und 107 kW/145 PS sowie zwei Dieselmotoren mit 81 kW/110 PS und 105 kW/143 PS ausgeliefert. Die zweite Auflage des Kompaktvans fährt seit 2010 mit drei Benzinern und einem Diesel, die auf 85 kW/115 PS bis 110 kW/150 PS kommen. Es handelt sich immer um Reihenvierzylindermotoren.

Wer sich auf dem Gebrauchtwagenmarkt nach einem Mazda5 umsieht, sollte mindestens um die 6.300 Euro einplanen. Das ist laut Schwacke-Liste der Richtpreis für den Mazda5 1.8 Comfort von 2005 mit 85 kW/116-PS-Benziner (Laufleistung: 135.700 Kilometer). Für den gleichen Preis ist der kleinste Diesel vom gleichen Baujahr zu haben, der 2.0 CD DPF Comfort mit 81 kW/110 PS (141.700 Kilometer).

Ein 2011er Exemplar des Mazda5 2.0 MZR Center-Line mit Automatik und 106 kW/145 PS steht mit 17.250 Euro in der Liste (31.450 Kilometer). Etwa 13.050 Euro müssen Interessenten für einen Mazda5 1.6 MZ-CD Prime-Line von 2010 mit einem 85 kW/115-PS-Diesel einplanen (63.700 Kilometer).

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