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06.06.2014

15:28 Uhr

Mazda6 als Gebrauchtwagen

Die Zuverlässigkeits-Legende

Quelle:Spotpress

Mit dem 626 hatte sich Mazda Mitte der 80er-Jahre den Ruf eiserner Zuverlässigkeit erworben. Dann ließen die Japaner leicht nach, um mit dem Mazda6 wieder nahtlos an alte Stärken anzuschließen.

Beliebt ist vor allem der geräumige Kombi Mazda

Beliebt ist von dem Mittelklasse-Japaner vor allem der geräumige Kombi

Der Mazda6 zählt zu den dynamischeren Angeboten in der Mittelklasse. Das gilt speziell für das Fahrwerk, vor allem beim Kombi, aber auch für das Design. Hinzu kommen typische Mittelklasse-Tugenden wie gutes Platzangebot und kräftige Langstrecken-Diesel. Der wirklich Kaufgrund ist aber die Langzeitqualität: Beim Mazda6 Typ GH (2008 bis 2012) hat zumindest der TÜV kaum etwas zu bemängeln.

Karosserie: Mazda bemüht sich um ein sportliches Image – und so trägt auch der Mazda6 nicht die seinerzeit typisch biederen Dienstwagen-Züge, sondern ein durchaus dynamisches Gesicht. Vor allem der beliebte „Sport Kombi“ war mit seiner flotten Seiten- und Dachlinie Vorbild für zahlreiche der heutigen Lifestyle-Kombis. Trotz der sportlichen Linie bietet der Sechser aber ein ordentliches Platzangebot für Passagiere und Gepäck – in jeder der drei Karosserievarianten. Neben dem Kombi und der weniger nachgefragten Stufenhecklimousine gab es auch ein Fließheck mit großer Klappe.

Allen Varianten gemeinsam sind die etwas harten und hinten konturlosen Sitze sowie die teilweise gewöhnungsbedürftige Bedienung. Ebenfalls nicht unbedingt jedermanns Sache: das vor allem in Kombination mit großen Felgen recht straffe Fahrwerk.

Motoren: Beim Antriebsangebot verzichtete Mazda aber auf übertriebene Sportlichkeit. Anders als vom Vorgänger wurde kein MPS-Hochleistungsmodell aufgelegt und auch der Sechszylinder blieb auf die außereuropäischen Märkte beschränkt. So endete das Leistungsband bei immer noch kräftigen 136 kW/185 Diesel-PS aus 2,2 Liter Hubraum und reichte hinab bis zum 88 kW/120 PS starken 1,8-Liter-Saugbenziner.

Letzterer reicht aufgrund des relativ geringen Fahrzeuggewichts für den Alltag durchaus schon aus, Vielfahrer greifen jedoch besser zu einem der Diesel mit mindestens 92 kW/125 PS. Geschaltet wird in der Regel über ein Sechsgang-Schaltgetriebe (Basisbenziner: Fünfgang), das bei Kälte gerne mal hakelt, ansonsten aber präzise funktioniert.

Für die stärkeren Benziner gab es alternativ eine Fünfgangautomatik, die Diesel mussten hingegen immer per Hand geschaltet werden.

Stufen- und Steilheck ähneln sich optisch Mazda

Stufen- und Steilheck ähneln sich optisch

Sicherheit und Ausstattung: Bereits die dem Einstiegs-Diesel und -Benziner vorbehaltene Basisausstattung „Comfort“ war mit CD-Radio, Klimaanlage und 16-Zoll-Leichtmetallrädern ordentlich. Bei den stärkeren Motoren gab es ein automatisches Upgrade auf „Exclusive“ mit CD-Wechsler, Zwei-Zonen-Klimaautomatik und Details wie Licht- und Regensensor oder Tempomat.

Kaum Wünsche lässt die Linie „Dynamic“ (Xenonscheinwerfer mit Kurvenlicht, Spurwechselassistent, Teillederpolster) offen, die höchste Ausstattung „Top“ umfasst zusätzlich Memory-Ledersitze, Parksensoren und ein schlüsselloses Zugangssystem. Beim EuroNCAP-Crashtest reichte es 2009 für alle fünf Sterne.

Was es beim Gebrauchtwagenkauf zu beachten gibt

Fahrzeugbesichtigung

Die Mängelsuche beginnt mit einem Rundgang ums Auto. In aller Ruhe sollten Spalte an Stoßfängern, Türen und anderen Anbauteilen in Augenschein genommen werden. Gibt es Unterschiede bei den Spaltmaßen, lässt das meist auf einen Unfallschaden schließen. Gleiches gilt, wenn Reifen unterschiedlich stark abgefahren sind oder das auf den Fahrzeugleuchten angegebene Produktionsdatum nicht mit dem Baujahr des Autos übereinstimmt. Dann wurden die Leuchten schon einmal ausgewechselt - möglicherweise nach einem Crash.

Papiere prüfen

Vor allem bei jüngeren Gebrauchtwagen sollte es unbedingt ein Serviceheft geben, in dem die Fahrzeugwartung lückenlos dokumentiert ist. Zusätzliches Vertrauen schaffen Kundendienstrechnungen, Reparaturnachweise und Prüfberichte. Viele Vorbesitzer im Fahrzeugbrief (Zulassungsbescheinigung Teil II) könnten trotz allem auf ein Montagsauto hindeuten - mehr als zwei Halter in fünf Jahren oder drei in sieben Jahren sind verdächtig.

Blick unter die Haube

Abgeplatzter Lack und Beschädigungen an Schraubverbindungen der Karosserieteile im Motorraum können ein Hinweis auf größere Reparaturen sein. Ölspritzer und Wasserflecken begründen den Zweifel an einem einwandfreien Antrieb. Aber auch ein sehr sauberer Motorraum sollte stutzig machen: Mit einer Motorwäsche könnten Spuren beseitigt und Undichtigkeiten kaschiert worden sein.

Rostsuche

Um Korrosionsschäden an der Karosserie auf die Spur zu kommen, lohnt ein Blick in verborgene Ecken, etwa unter den Kofferraumteppich, hinter die Tankklappe und in die Radkästen. Mit etwas Fingerspitzengefühl lässt sich Rost hinter den Schwellern ertasten. Korrosion unter dem Lack ist an einer welligen oder pickeligen Oberfläche zu erkennen. Muffiger Geruch im Innenraum deutet auf Feuchtigkeit im Wagen hin. In diesem Fall nach Möglichkeit den Teppich anheben und nach Wasserpfützen und Rost suchen.

Lack-Check

Ausgebesserte Unfallschäden lassen sich mit bloßem Auge oft nicht erkennen. Indizien dafür sind Farbspuren an eigentlich unlackierten Teilen wie Gummidichtungen und Federbeinen sowie unterschiedlich helle oder matte Lackstellen, die am besten im Tageslicht zu sehen sind. Wenn der Verdacht besteht, dass einzelne Stellen nachlackiert wurden, kann eine Lackdichtenmessung in einer Werkstatt Gewissheit schaffen.

Systemtest

Vor der Probefahrt sind sämtliche Fahrzeugfunktionen zu testen - von der Klimaanlage über elektrische Außenspiegel oder Sitzheizungen bis zum Radio. Unterwegs bleibt die Musik aus, da sie verdächtige Fahrgeräusche übertönen könnte. Beim Einschalten der Zündung müssen die Kontrollleuchten im Cockpit wie für ABS, ESP und Airbags kurz aufleuchten und beim Motorstart erlöschen. Leuchten einzelne Lämpchen weiter oder blinken sie erst gar nicht auf, stimmt etwas nicht. In der Bedienungsanleitung eines Autos sind alle Kontrollleuchten aufgeführt.

Probefahrt

Mal eben eine Runde ums Autohaus zu drehen, reicht nicht. Zur Probefahrt gehören eine Überlandetappe mit mehr als 80 km/h und eine Autobahnfahrt mit 120 km/h. Denn Mängel wie eine verzogene Spur, eine ausgeschlagene Lenkung oder defekte Stoßdämpfer machen sich meist erst bei höheren Geschwindigkeiten bemerkbar. Ein Fahrzeug zieht dann zur Seite, fühlt sich schwammig an oder liegt schlecht in der Kurve. Eine hakelige Schaltung, starke Vibrationen und Ruckbewegungen deuten auf Antriebsprobleme hin.

Tachostand

Bei älteren Autos mit vielen Gebrauchsspuren, aber nur geringer Laufleistung könnte der Tachostand manipuliert sein. Kilometerangaben im Inspektionsheft, auf Prüfberichten, Werkstattrechnungen oder dem Ölwechsel-Aufkleber im Motorraum lassen womöglich einen Betrug auffliegen. Aufschluss darüber könnten auch Nachfragen bei den Vorbesitzern geben, mit welchem Kilometerstand der Wagen jeweils weiterverkauft wurde.

Sachverständiger

Sobald auch nur geringste Zweifel daran aufkommen, dass ein Gebrauchter unfallfrei und technisch in Ordnung ist, sollten Kunden das Auto vor dem Kauf von einem unabhängigen Sachverständigen von TÜV, GTÜ, KÜS oder Dekra begutachten lassen. Das lässt sich in der Regel gut mit einer Probefahrt vereinbaren. Ist der Verkäufer damit nicht einverstanden, könnte er etwas verbergen wollen. Dann gilt grundsätzlich: Finger weg und nach einem anderen Auto suchen.

Seriösen Anbieter erkennen

Ein vertrauenswürdiger Gebrauchtwagenanbieter spricht offen über Vorschäden und Mängel an einem Auto. Er liefert eine lückenlose Fahrzeugdokumentation und im besten Fall ein technisches Gutachten von unabhängiger Stelle mit. Kunden dürfen den Gebrauchten in Ruhe besichtigen, ausführlich Probe fahren, und sie bekommen genügend Bedenkzeit vor dem Kauf. Bei Privatverkäufern gibt es meist günstigere Preise, bei Händlern dafür eine Gebrauchtwagengarantie. Oft können kleine Händler bessere Preise machen als große, da bei ihnen weniger Gemeinkosten auflaufen.

Qualität: Die 626-Baureihe manifestierte Mitte der 80er-Jahre den herausragenden Ruf von Mazda. Nach der Umbenennung in Mazda6 konnte die Mittelklassefamilie diesem nicht mehr immer ganz gerecht werden. Der Typ GH aber scheint genau das zu können. Bei der ersten HU haben die TÜV-Prüfer in der Regel kaum weniger zu bemängeln als bei der zweiten.

Lediglich die Beleuchtung fällt manchmal negativ auf, Mängel sind aber schnell und preiswert zu beheben. Ebenfalls eher ein Schönheitsfehler sind die rostanfälligen Kanten und Fugen der Karosserie – allerdings zeigt sich der Hersteller dabei in der Regel kulant und bessert nach.

Bereits die dem Einstiegs-Diesel und -Benziner vorbehaltene Basisausstattung „Comfort“ war mit CD-Radio, Klimaanlage und 16-Zoll-Leichtmetallrädern ordentlich Mazda

Bereits die dem Einstiegs-Diesel und -Benziner vorbehaltene Basisausstattung „Comfort“ war mit CD-Radio, Klimaanlage und 16-Zoll-Leichtmetallrädern ordentlich

Fazit: Solide, geräumig und zudem noch mit einem Schuss Dynamik – der Mazda6 hat sich ab 2008 gut in der Mittelklasse positioniert. Die sechs Jahre, die seit der Markteinführung vergangen sind, haben nur wenige Spuren hinterlassen. Und auch künftig dürfte er weniger Probleme machen als viele Konkurrenten, vor allem aus dem in dieser Hinsicht nicht immer vorbildlichen Import-Segment. Den deutschen Wettbewerbern hat er zumindest die günstigeren Preise voraus, Angebote starten bei rund 8.000 Euro.

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