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25.11.2014

08:13 Uhr

Meldepflicht in USA versäumt

Honda droht Rekordstrafe

Der Skandal um defekte Airbags des japanischen Herstellers Takata rückt auch Honda ins Visier der US-Behörden. Viele Unfälle mit Verletzten oder Toten meldete die Firma nicht - und das könnte sehr teuer werden.

Eine Zeugin sagt in Washington über ihren Airbag-Unfall in einem Honda aus. AFP

Eine Zeugin sagt in Washington über ihren Airbag-Unfall in einem Honda aus.

Detroit/New YorkHonda hat mehr schwere Unfälle in den USA eingeräumt. Der japanische Autobauer gab am Montag zu, 1.729 Vorfälle mit Verletzten oder Toten seit 2003 den Behörden nicht bzw. nicht rechtzeitig gemeldet zu haben.

Grund hierfür seien unter anderem Fehler bei der Dateneingabe gewesen. Außerdem habe das Unternehmen die Rechtsvorgaben für die Weitergabe dieser Informationen an die Behörde "zu eng ausgelegt". Honda ergreife nun Maßnahmen, um die Fehler in der Kommunikation zu beseitigen.

Die US-Behörde für Fahrzeugsicherheit (NHTSA) hatte Honda Anfang November aufgefordert, ihr zu erklären, warum der Autobauer seinen Verpflichtungen zur Meldung von Unfällen vor allem wegen defekter Airbags des japanischen Herstellers Takata nicht nachgekommen sei. Der Fall hatte die NHTSA argwöhnisch gemacht gegenüber der Genauigkeit von Angaben aus der Autoindustrie über mögliche Defekte.

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Autohersteller sind in den USA gemäß dem „Transportation Recall Enhancement, Accountability and Documentation Act“ verpflichtet, die Behörde zügig über Unfälle, Rechtsstreitigkeiten und Beschwerden im Zusammenhang mit ihren Produkten zu benachrichtigen. Versäumen sie dies, so kann die Behörde pro Verspätungstag bis zu 7.000 Dollar Strafe verhängen.

Hondas Meldeversäumnis wäre das größte seiner Art in der US-Geschichte und könnte der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge Strafen in Höhe von 35 Millionen Dollar nach sich ziehen.

Seit 2008 hat Honda mehr als 7,5 Millionen Fahrzeuge in den USA wegen möglicher Airbag-Probleme zurückgerufen. Die Airbags können auch ohne Aufprall platzen und Fahrzeuginsassen mit umherfliegenden Metallteilen verletzen. Mehrere Autohersteller, darunter auch BMW, sind betroffen.

In den USA gab es schon vier Tote bei Unfällen mit Takata-Airbags. Dutzende Menschen wurden verletzt. In Deutschland wurden wegen der Takata-Airbags seit 2013 gut eine halbe Million Fahrzeuge zurückgerufen.

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