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05.01.2013

10:29 Uhr

Mercedes CLK

Fels in der Gebrauchtwagen-Brandung

Quelle:dpa

Gebrauchte Cabrios sind im Winter oft günstiger. Das gilt allerdings nur bedingt für den Mercedes CLK. Ein Kauf kann sich dennoch als gute Investition erweisen, denn in die Werkstatt muss der Wagen nur selten.

Der CLK von Mercedes lässt sich so schnell nicht unterkriegen. In der Regel machen sich erst nach sieben Jahren erste typische Mängel bemerkbar. PR

Der CLK von Mercedes lässt sich so schnell nicht unterkriegen. In der Regel machen sich erst nach sieben Jahren erste typische Mängel bemerkbar.

BerlinIm Winter sollten Cabrios besonders günstig aufzutreiben sein. Wie bei Wollsocken im Juli oder Badehosen im Dezember liegen die Preise für gebrauchte Autos mit entfernbarem Dach in der kalten Jahreszeit oft tiefer. Was beim Mercedes CLK allerdings gegen einen Preisverfall spricht, ist der Kultfaktor von Cabrios mit dem Stern auf dem Kühler.

Und seine Qualität: Zumindest bis zu einem Fahrzeugalter von rund sieben Jahren ist der CLK, den es auch als nicht minder beliebtes Coupé gibt, ein Musterschüler. Das befindet der TÜV angesichts seines Abschneidens bei der Hauptuntersuchung.

Anders als bei der C-Klasse spiele Rost beim CLK (Typ 209) so gut wie keine Rolle, ist im «TÜV Report 2013» nachzulesen. Und typische Mängel wie ausgeschlagene Achsgelenke und zu großes Lenkspiel träten meist erst nach besagter 7-Jahres-Frist auf. Als weiteres Manko nennt der TÜV eine einseitige Wirkung der Parkbremse bei Automatikfahrzeugen, die allerdings auf die Bequemlichkeit der Fahrer zurückgeht: Offenbar nutzen Automatikfahrer zum Parken lediglich die P-Stellung des Wählhebels in der Mittelkonsole, aber nicht die Feststellbremse links im Fußraum.

Die Folge: Die wenig genutzte Bremsmechanik nimmt Schaden. Auch der Vorgänger, der Typ 208, ist nach Auskunft des ADAC ein zuverlässiges Auto, wenngleich er nicht ganz an den Nachfolger herankommt. Zu seinen negativen Eigenschaften gehören teils ungenaue Tankanzeigen und defekte Kraftstoffpumpen. Bei den Baujahren 1998/99 machte öfters das Automatikgetriebe schlapp.

Die erste CLK-Generation (Typ 208) wurde 1997 eingeführt und bis 2002 (Coupé) beziehungsweise 2003 (Cabrio) gefertigt. 2002 kam die neue Generation (Typ 209) in den Handel. 2010 lief das Modell aus. Die Nachfolgerolle übernahm bereits 2009 die E-Klasse, die es erstmalig im Mai 2009 als Coupé und ein Jahr später als Cabrio zu kaufen gab.

Die Antriebspalette der CLK-Klasse ist im Laufe der Jahre deutlich gewachsen: So leisten vergleichsweise schwache Benzinmotoren der frühen Modelle 100 kW/136 PS, wohingegen eine AMG-Version aus dem Jahr 2009 satte 354 kW/481 PS abgibt. Dieselvarianten wurden je nach Modell und Baujahr mit Leistungen zwischen 110 kW/150 PS und 165 kW/224 PS produziert. Zum Einsatz kommen Vier-, Sechs- und Achtzylinderaggregate.

Was es beim Gebrauchtwagenkauf zu beachten gibt

Fahrzeugbesichtigung

Die Mängelsuche beginnt mit einem Rundgang ums Auto. In aller Ruhe sollten Spalte an Stoßfängern, Türen und anderen Anbauteilen in Augenschein genommen werden. Gibt es Unterschiede bei den Spaltmaßen, lässt das meist auf einen Unfallschaden schließen. Gleiches gilt, wenn Reifen unterschiedlich stark abgefahren sind oder das auf den Fahrzeugleuchten angegebene Produktionsdatum nicht mit dem Baujahr des Autos übereinstimmt. Dann wurden die Leuchten schon einmal ausgewechselt - möglicherweise nach einem Crash.

Papiere prüfen

Vor allem bei jüngeren Gebrauchtwagen sollte es unbedingt ein Serviceheft geben, in dem die Fahrzeugwartung lückenlos dokumentiert ist. Zusätzliches Vertrauen schaffen Kundendienstrechnungen, Reparaturnachweise und Prüfberichte. Viele Vorbesitzer im Fahrzeugbrief (Zulassungsbescheinigung Teil II) könnten trotz allem auf ein Montagsauto hindeuten - mehr als zwei Halter in fünf Jahren oder drei in sieben Jahren sind verdächtig.

Blick unter die Haube

Abgeplatzter Lack und Beschädigungen an Schraubverbindungen der Karosserieteile im Motorraum können ein Hinweis auf größere Reparaturen sein. Ölspritzer und Wasserflecken begründen den Zweifel an einem einwandfreien Antrieb. Aber auch ein sehr sauberer Motorraum sollte stutzig machen: Mit einer Motorwäsche könnten Spuren beseitigt und Undichtigkeiten kaschiert worden sein.

Rostsuche

Um Korrosionsschäden an der Karosserie auf die Spur zu kommen, lohnt ein Blick in verborgene Ecken, etwa unter den Kofferraumteppich, hinter die Tankklappe und in die Radkästen. Mit etwas Fingerspitzengefühl lässt sich Rost hinter den Schwellern ertasten. Korrosion unter dem Lack ist an einer welligen oder pickeligen Oberfläche zu erkennen. Muffiger Geruch im Innenraum deutet auf Feuchtigkeit im Wagen hin. In diesem Fall nach Möglichkeit den Teppich anheben und nach Wasserpfützen und Rost suchen.

Lack-Check

Ausgebesserte Unfallschäden lassen sich mit bloßem Auge oft nicht erkennen. Indizien dafür sind Farbspuren an eigentlich unlackierten Teilen wie Gummidichtungen und Federbeinen sowie unterschiedlich helle oder matte Lackstellen, die am besten im Tageslicht zu sehen sind. Wenn der Verdacht besteht, dass einzelne Stellen nachlackiert wurden, kann eine Lackdichtenmessung in einer Werkstatt Gewissheit schaffen.

Systemtest

Vor der Probefahrt sind sämtliche Fahrzeugfunktionen zu testen - von der Klimaanlage über elektrische Außenspiegel oder Sitzheizungen bis zum Radio. Unterwegs bleibt die Musik aus, da sie verdächtige Fahrgeräusche übertönen könnte. Beim Einschalten der Zündung müssen die Kontrollleuchten im Cockpit wie für ABS, ESP und Airbags kurz aufleuchten und beim Motorstart erlöschen. Leuchten einzelne Lämpchen weiter oder blinken sie erst gar nicht auf, stimmt etwas nicht. In der Bedienungsanleitung eines Autos sind alle Kontrollleuchten aufgeführt.

Probefahrt

Mal eben eine Runde ums Autohaus zu drehen, reicht nicht. Zur Probefahrt gehören eine Überlandetappe mit mehr als 80 km/h und eine Autobahnfahrt mit 120 km/h. Denn Mängel wie eine verzogene Spur, eine ausgeschlagene Lenkung oder defekte Stoßdämpfer machen sich meist erst bei höheren Geschwindigkeiten bemerkbar. Ein Fahrzeug zieht dann zur Seite, fühlt sich schwammig an oder liegt schlecht in der Kurve. Eine hakelige Schaltung, starke Vibrationen und Ruckbewegungen deuten auf Antriebsprobleme hin.

Tachostand

Bei älteren Autos mit vielen Gebrauchsspuren, aber nur geringer Laufleistung könnte der Tachostand manipuliert sein. Kilometerangaben im Inspektionsheft, auf Prüfberichten, Werkstattrechnungen oder dem Ölwechsel-Aufkleber im Motorraum lassen womöglich einen Betrug auffliegen. Aufschluss darüber könnten auch Nachfragen bei den Vorbesitzern geben, mit welchem Kilometerstand der Wagen jeweils weiterverkauft wurde.

Sachverständiger

Sobald auch nur geringste Zweifel daran aufkommen, dass ein Gebrauchter unfallfrei und technisch in Ordnung ist, sollten Kunden das Auto vor dem Kauf von einem unabhängigen Sachverständigen von TÜV, GTÜ, KÜS oder Dekra begutachten lassen. Das lässt sich in der Regel gut mit einer Probefahrt vereinbaren. Ist der Verkäufer damit nicht einverstanden, könnte er etwas verbergen wollen. Dann gilt grundsätzlich: Finger weg und nach einem anderen Auto suchen.

Seriösen Anbieter erkennen

Ein vertrauenswürdiger Gebrauchtwagenanbieter spricht offen über Vorschäden und Mängel an einem Auto. Er liefert eine lückenlose Fahrzeugdokumentation und im besten Fall ein technisches Gutachten von unabhängiger Stelle mit. Kunden dürfen den Gebrauchten in Ruhe besichtigen, ausführlich Probe fahren, und sie bekommen genügend Bedenkzeit vor dem Kauf. Bei Privatverkäufern gibt es meist günstigere Preise, bei Händlern dafür eine Gebrauchtwagengarantie. Oft können kleine Händler bessere Preise machen als große, da bei ihnen weniger Gemeinkosten auflaufen.

Wer ein gebrauchtes CLK Cabrio des Typs 209 sucht, sollte für einen knapp zehn Jahre alten 240 Elegance von 2003 mit 125 kW/170 PS in etwa 12.250 Euro einplanen. Diesen Richtwert und eine durchschnittliche Laufleistung von 123.200 Kilometern nennt die Schwacke-Liste.

Ein gleich alter Vorgänger-Typ (208), so das CLK Cabrio 200 Kompressor Elegance final edition mit 120 kW/163 PS, wird noch mit etwa 11.000 Euro gehandelt (100.200 Kilometer). Für ein jüngeres und kräftigeres Coupé, etwa den 350 7G-Tronic Avantgarde mit 200 kW/272 PS, werden 20.050 Euro gelistet (63.200 Kilometer), für ein Cabrio-Diesel im Falle des 320 CDI Avantgarde Grand Edition DPF mit 165 kW/224 PS von 2009 noch 26.800 Euro (57.200 Kilometer).

Kommentare (12)

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Account gelöscht!

05.01.2013, 12:28 Uhr

opaauto

IchChefDuNix

05.01.2013, 12:47 Uhr

Im Grunde sind das die letzten ansehnlichen Mercedes-Modelle. Bei der aktuellen Produktpalette müsste man mir noch Geld dazugeben.

Mabuse

05.01.2013, 14:08 Uhr

Der Versuch von Mercedes, "moderne" Autos auf Augenhöhe von BMW und Mercedes zu bauen, hat zu einem sehr kruden Mix aus "amerikanischen" und "pseudo-modernistischen" Design geführt. Und zwar in der Design-Linie wie im Innenraum, wo das Navi immer noch wie in längst verschwundenen Modellen in einem separaten "Turm" thront.
In der Antriebstechnik läuft Mercedes ohnehin 5 Jahre hinter seinen Wettbewerbern.
Wenn ich alleine die Geräuschkulisse der aktuellen E-Modelle mit den aktuellen 5ern und dem neuen A6 vergleiche - ein (lärmendes) Trauerspiel. Die Wertigkeit des Innenraums einer E-Klasse: Der neue Golf kommt edler daher.

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