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11.02.2014

11:36 Uhr

Mercedes GLA

A-Klasse auf Abwegen

Quelle:dpa

BMW und Audi haben es vorgemacht. Nach dem Erfolg von X1 und Q3 ist Mercedes auf den Geschmack gekommen und bringt den GLA in Stellung. Der kleine Geländewagen hat vor Matsch und Modder keine Angst.

Ein guter Begleiter in der Stadt und im Gelände: Der Mercedes GLA PR

Ein guter Begleiter in der Stadt und im Gelände: Der Mercedes GLA

BerlinVier sind offenbar noch einer zu wenig. Obwohl Mercedes mit der G-Klasse, den Brüdern GL und ML sowie dem GLK bereits eine stattliche Flotte an Geländewagen im Programm hat, legen die Schwaben jetzt noch einmal nach: Von Mitte März an soll der GLA die Flotte für Freizeit und Abenteuer nach unten abrunden, vom Trend zu den kleinen Allradlern partizipieren und Vorreitern wie dem BMW X1 oder dem Audi Q3 das Leben ein bisschen schwerer machen.

Sportschuh statt Bergstiefel

Mercedes ist ein bisschen spät dran und muss besonders auf sich aufmerksam machen. Deshalb haben die Designer für den GLA eine eigene Nische gesucht: Der 4,42 Meter lange Wagen ist nicht so kantig und wirkt weniger robust. Vor allem ist er deutlich flacher. Mit 1,49 Metern Höhe überragt er die A-Klasse, von der er technisch abgeleitet wurde, nur um wenige Zentimeter. Dazu die Powerdomes auf der Motorhaube, die sehnigen Flanken und das coupéartige Heck - so wirkt der GLA wie der Sportschuh unter den Bergstiefeln.

Zwar will der GLA partout nicht in eine Schublade mit echten Geländewagen. Doch wenn es darauf ankommt, schlägt er sich abseits ausgetretener Pfade überraschend wacker. Weil es zur rund 2200 Euro teuren Allrad-Option immer auch vier Zentimeter mehr Bodenfreiheit und eine andere Programmierung für die Traktionskontrolle gibt, kraxelt der Kleine tapfer über Stock und Stein.

Zerfurchte Feldwege, verschneite Bergsträßchen, feuchte Wiesen oder die Piste zur Grillhütte im Wald - was der gemeine Zentraleuropäer so an Abenteuern in den Alltag packt, das pariert der GLA ohne Mühe.

Mehr Übersicht im Stadtverkehr

Vom neuen Zuschnitt der A-Klasse auf Abwegen profitiert man auch im Dschungel der Großstadt: Dank der höheren Sitzposition kann man bequemer einsteigen und vor allem besser hinausschauen. Auch wenn nicht jede Ecke gut einzusehen ist, zirkelt man relativ problemlos durch enge Parkhäuser oder den dichten Feierabendverkehr. Dass die erhabene Konstruktion auch ihre Kehrseite hat, merkt man am Kofferraum. Die Ladekante ist relativ hoch.

Und weil die Luke zudem schmal geschnitten ist, dahinter eine kleine Stufe kommt und nach oben wegen des abfallenden Dachs ein wenig Luft zum Laden fehlt, ist für Hochstapler und Shopping-Meister ein kompakter Kombi oder ein Van wie die B-Klasse vielleicht doch die bessere Wahl.

Auch Touren durchs Gelände sind kein Problem. Bei den Allrad-Modellen sind vier Zentimeter mehr Bodenfreiheit und eine andere Programmierung für die Traktionskontrolle enthalten. dpa

Auch Touren durchs Gelände sind kein Problem. Bei den Allrad-Modellen sind vier Zentimeter mehr Bodenfreiheit und eine andere Programmierung für die Traktionskontrolle enthalten.

Nichts zu mäkeln gibt es am Platzangebot für die Passagiere: Schon auf der Rückbank sitzen bei 2,70 Metern Radstand auch Erwachsene überraschend gut und in der erste Reihe gibt es kaum einen Unterschied zu den größeren Geländewagen-Baureihen. Das gilt übrigens auch für Ambiente und Ausstattung, die man mit Extras für viele tausend Euro beinahe auf Oberklasse-Niveau bringen kann. Obwohl eng verwand mit der A-Klasse hat der GLA beim Fahren einen eigenen Charakter.

Zwar lässt sich auch der Geländewagen beherzt um die Kurven treiben, erst recht mit dem optionalen Sportfahrwerk. Aber in der Standardversion wirkt der Allradler viel friedlicher und harmonischer als die im Jugendwahn übers Ziel hinaus geschossene A-Klasse. Die Federung ist komfortabler, das Getriebe gelassener, die Lenkung nicht ganz so scharf - man fährt einfach entspannter.

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