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08.09.2013

11:09 Uhr

Mercedes GLK als Gebrauchter

Ein zunächst verkannter Könner

Quelle:dpa

Optisch orientiert er sich am G-Modell, technisch basiert er auf der C-Klasse. Mit dem GLK brachte Mercedes 2008 sein erstes Kompakt-SUV auf den deutschen Markt. Und das erweist sich als zuverlässiger Begleiter.

Packt fest zu: Kein einziger GLK fiel in der Hauptuntersuchung wegen mangelhafter Bremsen auf. Auch allgemein stufen Experten das SUV als sehr zuverlässig ein. PR

Packt fest zu: Kein einziger GLK fiel in der Hauptuntersuchung wegen mangelhafter Bremsen auf. Auch allgemein stufen Experten das SUV als sehr zuverlässig ein.

BerlinDie Kundschaft nahm den wuchtigen Mercedes GLK nicht als geländetauglichen Kompaktwagen wahr, passgenau in das Segment fährt eher der GLA, den Mercedes bald zu den Händlern bringt. Der GLK liegt als Geländewagen mit reduzierten Outdoor-Ambitionen aber trotzdem im Trend der Zeit. Und mangelnde Qualität macht ihm dabei keinen Strich durch die Rechnung. Über die Zuverlässigkeit des GLK können sich die Kunden nicht beschweren.

So schnitt das Modell bei der Hauptuntersuchung (HU) in allen Prüfbereichen besser ab als der Durchschnitt, wie der «TÜV Report 2013» vermerkt. Die Lichtanlage arbeitet zuverlässig. Kein einziges Exemplar fiel auf den Prüfständen des TÜV durch mangelnde Bremswirkung, verrostete Bremsleitungen oder poröse Schläuche auf. Lediglich Motor, Antrieb und Getriebe litten häufiger als bei anderen Fahrzeugen an Ölverlust. Insgesamt attestiert der TÜV dem GLK eine gute erste Bilanz.

Auch der ADAC ist nur auf «sehr wenige Pannen» gestoßen. Der GLK liege am oberen Ende der Zuverlässigkeitsstatistik. Registriert wurden ein paar Batteriepannen ab dem vierten Betriebsjahr sowie Defekte der Einspritzanlage bei Dieseln von 2009 und 2010.

Der Mercedes GLK kam im Herbst 2008 auf den Markt. Im Sommer 2012 erhielt das Modell ein Upgrade: Der Wagen wurde kurviger und eleganter. Der Hersteller stattete das Fahrzeug mit besseren Assistenz- und Infotainmentsystemen aus. Optisch fiel der aufgefrischte GLK durch LED-Tagfahrleuchten auf. Mit der Modellpflege sind auch die Motoren sparsamer geworden.

Im ersten Verkaufsjahr startete der GLK mit zwei Benzinern und zwei Dieselmotoren. Aktuell sind drei Vierzylinder-Diesel verfügbar, die zwischen 105 kW/143 PS und 150 kW/204 PS abgeben. Zwei weitere V6-Diesel kommen auf 170 kW/231 PS beziehungsweise 195 kW/265 PS im GLK 350 CDI.

Einziger Benziner ist derzeit ebenfalls ein V6-Motor im GLK 350, der 225 kW/306 PS aufbringt, in der Spitze 238 km/h fährt und 8,1 Liter verbraucht (CO2-Ausstoß 189 g/km). Eine anfangs geplante Hybrid-Variante des GLK ging bislang nicht in die Serienproduktion.

Was es beim Gebrauchtwagenkauf zu beachten gibt

Fahrzeugbesichtigung

Die Mängelsuche beginnt mit einem Rundgang ums Auto. In aller Ruhe sollten Spalte an Stoßfängern, Türen und anderen Anbauteilen in Augenschein genommen werden. Gibt es Unterschiede bei den Spaltmaßen, lässt das meist auf einen Unfallschaden schließen. Gleiches gilt, wenn Reifen unterschiedlich stark abgefahren sind oder das auf den Fahrzeugleuchten angegebene Produktionsdatum nicht mit dem Baujahr des Autos übereinstimmt. Dann wurden die Leuchten schon einmal ausgewechselt - möglicherweise nach einem Crash.

Papiere prüfen

Vor allem bei jüngeren Gebrauchtwagen sollte es unbedingt ein Serviceheft geben, in dem die Fahrzeugwartung lückenlos dokumentiert ist. Zusätzliches Vertrauen schaffen Kundendienstrechnungen, Reparaturnachweise und Prüfberichte. Viele Vorbesitzer im Fahrzeugbrief (Zulassungsbescheinigung Teil II) könnten trotz allem auf ein Montagsauto hindeuten - mehr als zwei Halter in fünf Jahren oder drei in sieben Jahren sind verdächtig.

Blick unter die Haube

Abgeplatzter Lack und Beschädigungen an Schraubverbindungen der Karosserieteile im Motorraum können ein Hinweis auf größere Reparaturen sein. Ölspritzer und Wasserflecken begründen den Zweifel an einem einwandfreien Antrieb. Aber auch ein sehr sauberer Motorraum sollte stutzig machen: Mit einer Motorwäsche könnten Spuren beseitigt und Undichtigkeiten kaschiert worden sein.

Rostsuche

Um Korrosionsschäden an der Karosserie auf die Spur zu kommen, lohnt ein Blick in verborgene Ecken, etwa unter den Kofferraumteppich, hinter die Tankklappe und in die Radkästen. Mit etwas Fingerspitzengefühl lässt sich Rost hinter den Schwellern ertasten. Korrosion unter dem Lack ist an einer welligen oder pickeligen Oberfläche zu erkennen. Muffiger Geruch im Innenraum deutet auf Feuchtigkeit im Wagen hin. In diesem Fall nach Möglichkeit den Teppich anheben und nach Wasserpfützen und Rost suchen.

Lack-Check

Ausgebesserte Unfallschäden lassen sich mit bloßem Auge oft nicht erkennen. Indizien dafür sind Farbspuren an eigentlich unlackierten Teilen wie Gummidichtungen und Federbeinen sowie unterschiedlich helle oder matte Lackstellen, die am besten im Tageslicht zu sehen sind. Wenn der Verdacht besteht, dass einzelne Stellen nachlackiert wurden, kann eine Lackdichtenmessung in einer Werkstatt Gewissheit schaffen.

Systemtest

Vor der Probefahrt sind sämtliche Fahrzeugfunktionen zu testen - von der Klimaanlage über elektrische Außenspiegel oder Sitzheizungen bis zum Radio. Unterwegs bleibt die Musik aus, da sie verdächtige Fahrgeräusche übertönen könnte. Beim Einschalten der Zündung müssen die Kontrollleuchten im Cockpit wie für ABS, ESP und Airbags kurz aufleuchten und beim Motorstart erlöschen. Leuchten einzelne Lämpchen weiter oder blinken sie erst gar nicht auf, stimmt etwas nicht. In der Bedienungsanleitung eines Autos sind alle Kontrollleuchten aufgeführt.

Probefahrt

Mal eben eine Runde ums Autohaus zu drehen, reicht nicht. Zur Probefahrt gehören eine Überlandetappe mit mehr als 80 km/h und eine Autobahnfahrt mit 120 km/h. Denn Mängel wie eine verzogene Spur, eine ausgeschlagene Lenkung oder defekte Stoßdämpfer machen sich meist erst bei höheren Geschwindigkeiten bemerkbar. Ein Fahrzeug zieht dann zur Seite, fühlt sich schwammig an oder liegt schlecht in der Kurve. Eine hakelige Schaltung, starke Vibrationen und Ruckbewegungen deuten auf Antriebsprobleme hin.

Tachostand

Bei älteren Autos mit vielen Gebrauchsspuren, aber nur geringer Laufleistung könnte der Tachostand manipuliert sein. Kilometerangaben im Inspektionsheft, auf Prüfberichten, Werkstattrechnungen oder dem Ölwechsel-Aufkleber im Motorraum lassen womöglich einen Betrug auffliegen. Aufschluss darüber könnten auch Nachfragen bei den Vorbesitzern geben, mit welchem Kilometerstand der Wagen jeweils weiterverkauft wurde.

Sachverständiger

Sobald auch nur geringste Zweifel daran aufkommen, dass ein Gebrauchter unfallfrei und technisch in Ordnung ist, sollten Kunden das Auto vor dem Kauf von einem unabhängigen Sachverständigen von TÜV, GTÜ, KÜS oder Dekra begutachten lassen. Das lässt sich in der Regel gut mit einer Probefahrt vereinbaren. Ist der Verkäufer damit nicht einverstanden, könnte er etwas verbergen wollen. Dann gilt grundsätzlich: Finger weg und nach einem anderen Auto suchen.

Seriösen Anbieter erkennen

Ein vertrauenswürdiger Gebrauchtwagenanbieter spricht offen über Vorschäden und Mängel an einem Auto. Er liefert eine lückenlose Fahrzeugdokumentation und im besten Fall ein technisches Gutachten von unabhängiger Stelle mit. Kunden dürfen den Gebrauchten in Ruhe besichtigen, ausführlich Probe fahren, und sie bekommen genügend Bedenkzeit vor dem Kauf. Bei Privatverkäufern gibt es meist günstigere Preise, bei Händlern dafür eine Gebrauchtwagengarantie. Oft können kleine Händler bessere Preise machen als große, da bei ihnen weniger Gemeinkosten auflaufen.

Für einen mittelstarken Diesel wie den GLK 250 CDI DPF 4Matic BlueEfficiency 7G-Tronic Sport Edition von 2010 mit 150 kW/204 PS müssen Interessenten auf dem Gebrauchtwagenmarkt noch 26.100 Euro bezahlen. Dieser Richtpreis ist in der Schwacke-Liste bei einer durchschnittliche Laufleistung von 61.600 Kilometern zu finden.

Für das Topmodell 350 CDI 4Matic Blue Efficiency 7G-Tronic von 2012 mit 195 kW/265 PS sind 35.850 Euro gelistet (27.050 Kilometer). Ein Benziner wie der 350 4Matic 7G-Tronic mit 200 kW/272 PS von 2009 kostet noch 25.000 Euro (59.200 Kilometer).

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