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14.05.2013

10:55 Uhr

Mercedes neuer Sprinter im Test

Wal auf der linken Spur

VonLukas Bay

Der Sprinter hat einer ganzen Transporterklasse Namen und Stempel aufgedrückt. Neue Assistenten sollen Daimlers Großtransporter nun sicherer machen. Handelsblatt Online ist schon Probe gefahren.

Das Lieblingsauto der Expressfahrer und Handwerker-Notdienste: der Sprinter.

Das Lieblingsauto der Expressfahrer und Handwerker-Notdienste: der Sprinter.

DüsseldorfAuf deutschen Autobahnen ist der Sprinter mittlerweile ein Dauergast auf der Überholspur. Trotz einem Leergewicht von rund zwei Tonnen beschleunigt der Großtransporter auf bis zu 160 km/h und ist damit das Lieblingsauto der Expressfahrer und Handwerker-Notdienste.

Lange war der Fahrer enorm gefordert, um diese Kolosse auch bei hohen Geschwindigkeiten unter Kontrolle zu halten. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Etwa jeder vierte Unfall mit einem Transporter ist ein Auffahrunfall, jeder fünfte passiert beim Abbiegen und bei jedem sechstem verliert der Fahrer gleich die Kontrolle über das Fahrzeug. Das soll sich mit dem neusten Sprinter ändern, verspricht Hersteller Daimler.

Zunächst einmal muss man aber sagen, dass ein Test eines Sprinters niemals komplett repräsentativ sein kann: durch verschiedene Ausstattungen und Aufbauten sind bis zu 1.000 Grundvarianten möglich. Vom Pritschenwagen über Reinigungsfahrzeuge bis zum Kastenwagen. Wir testen den 319 CDI Bluetec als Kastenwagen mit der Höchstleistung von 190 Diesel-PS in grau-metallic. Eine Farbe, die passt: Als Sprinterfahrer fühlt man sich, als steuere man Moby Dick über die Landstraße – ein Wal auf der Überholspur.

Die Fahrt zum Testgelände beginnt in Düsseldorf. Im Stadtverkehr machen sich die Unterschiede zum Vorgängermodell noch nicht bemerkbar. Das 7-G-Tronic-Automatikgetriebe erleichtert die Fahrt und macht wildes Schalten in diesem Sprinter überflüssig. Die meisten der viel beworbenen Sicherheitssysteme schalten sich aber erst bei 80 km/h ein.

Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Testwagen

Wer guckt?

Höchstens der BMW-Fahrer, wenn man links vorbei zieht. Tendenziell aber niemand.

Was sagt der Nachbar?

„Ziehen Sie um?“

Wo gehört er hin?

Dahin wo er gebraucht wird. Durch die Vielzahl der Varianten ist der Sprinter fast für alles zu haben, wo ein kleiner Lastwagen gebraucht wird.

Das schönste Detail?

Der Totwinkel-Assistent erleichtert das Überholen auf der Autobahn deutlich, insbesondere bei Modellen, in denen kein Rückspiegel verbaut ist.

Was nervt?

Alles piept. Wenn tatsächlich alle Assistenten angeschaltet sind, piept der Sprinter. Aber man weiß nicht immer warum.

Alltagstauglich?

Im kommerziellen Einsatz ganz sicher. Für Privatleute eher für den Umzug oder die Großfamilien geeignet. Die Parkplatzsuche könnte dauern.

Wie „grün“ ist der Wagen?

Der neue Sprinter verbraucht zwar weniger als die Vormodelle und gibt auch weniger Schadstoffe ab, trotzdem bleibt er natürlich ein Transporter und schluckt damit einige Liter weg. Im Test waren es über 14.

Wie ist der Komfort?

Erstaunlich gut. Auch bei längeren Fahrten sind die Sitze bequem. Fahrer und Beifahrer haben ausreichend Fußraum.

Was kostet der Spaß?

Das ist enorm von der Variante und von der Ausstattung abhängig. In der Basisvariante mit Blue-Efficiency kommt der Sprinter auf etwa 37.500 Euro.

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

14.05.2013, 11:38 Uhr

Wenn ein Handwerker mit 160km/h auf der Autobahn einen Unfall baut, und seine Ladung im Inneren nicht perfekt gesichert hat (und wer macht das schon) - er hat kaum eine Chance!

Übrigens, was würde bei einem Tempolimit 130 auf Autobahnen passieren? Könnte Daimler dann auch all seine Helferlein gegen Aufpreis an den Mann bringen?

Frank-O

14.05.2013, 12:00 Uhr

Sehe ich auch so.
Diese Geschosse sollten bei spätestens Tempo 130 abgeregelt werden...
sowohl im Interesse der Fahrenden selbst als auch der anderen Verkehrsteilnehmer.

- schlecht gesicherte Ladung
- einseitige Beladung, Überladung
- überforderte Fahrer von gemieteten Transportern
- gehetzte Paketdienste
- Baufirmen, Handwerker, welche mit ihren Fahrzeuge an der Leistungsgrenze über die Autobahnen heizen.

Ich will nicht pauschalieren, aber oft genug kann man es genau so unterwegs erleben, vor allem montags & freitags...

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