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05.08.2013

07:53 Uhr

Mercedes SLK als Gebrauchtwagen

Heute schon ein Klassiker

Quelle:dpa

Dem ersten Mercedes SLK fehlen noch 13 Jahre, bis er den Oldtimer-Status erreicht. Doch schon jetzt sehen viele in dem Roadster einen Klassiker. Vor allem ältere Exemplare gibt es oft schon zu Schnäppchenpreisen.

Offen und treu: Kfz-Experten schätzen den Mercedes SLK als sehr zuverlässiges Auto ein - vom Ur-Modell (im Bild) bis zur aktuellen Generation PR

Offen und treu: Kfz-Experten schätzen den Mercedes SLK als sehr zuverlässiges Auto ein - vom Ur-Modell (im Bild) bis zur aktuellen Generation

BerlinMit Blick auf die Kfz-Hauptuntersuchungen hat der TÜV an dem Mercedes SLK wenig auszusetzen. Bei Fahrzeugen der zweiten Generation lohne es sich, die Bremsleitungen in Augenschein zu nehmen, denn ab einem Alter von sieben Jahren neigten diese zum Rosten. Bei der ersten Auflage sollte außerdem die Kraftstoffanlage auf Undichtigkeiten abgeklopft werden. Die SLK-Modelle seien «echte Langzeitautos», heißt es im «TÜV-Report 2013» - auch weil sie generell weniger gefahren würden als Autos mit höherem Nutzwert im Alltag.

Der ADAC berichtet von defekten Automatikgetrieben bei Exemplaren aus dem Baujahr 1997. Und es habe Probleme mit der Steuerung des Klappdaches neben anderen, kleineren Mängeln gegeben. Insgesamt handle es sich beim SLK aber um eine «sehr zuverlässige Baureihe».

Was es beim Gebrauchtwagenkauf zu beachten gibt

Fahrzeugbesichtigung

Die Mängelsuche beginnt mit einem Rundgang ums Auto. In aller Ruhe sollten Spalte an Stoßfängern, Türen und anderen Anbauteilen in Augenschein genommen werden. Gibt es Unterschiede bei den Spaltmaßen, lässt das meist auf einen Unfallschaden schließen. Gleiches gilt, wenn Reifen unterschiedlich stark abgefahren sind oder das auf den Fahrzeugleuchten angegebene Produktionsdatum nicht mit dem Baujahr des Autos übereinstimmt. Dann wurden die Leuchten schon einmal ausgewechselt - möglicherweise nach einem Crash.

Papiere prüfen

Vor allem bei jüngeren Gebrauchtwagen sollte es unbedingt ein Serviceheft geben, in dem die Fahrzeugwartung lückenlos dokumentiert ist. Zusätzliches Vertrauen schaffen Kundendienstrechnungen, Reparaturnachweise und Prüfberichte. Viele Vorbesitzer im Fahrzeugbrief (Zulassungsbescheinigung Teil II) könnten trotz allem auf ein Montagsauto hindeuten - mehr als zwei Halter in fünf Jahren oder drei in sieben Jahren sind verdächtig.

Blick unter die Haube

Abgeplatzter Lack und Beschädigungen an Schraubverbindungen der Karosserieteile im Motorraum können ein Hinweis auf größere Reparaturen sein. Ölspritzer und Wasserflecken begründen den Zweifel an einem einwandfreien Antrieb. Aber auch ein sehr sauberer Motorraum sollte stutzig machen: Mit einer Motorwäsche könnten Spuren beseitigt und Undichtigkeiten kaschiert worden sein.

Rostsuche

Um Korrosionsschäden an der Karosserie auf die Spur zu kommen, lohnt ein Blick in verborgene Ecken, etwa unter den Kofferraumteppich, hinter die Tankklappe und in die Radkästen. Mit etwas Fingerspitzengefühl lässt sich Rost hinter den Schwellern ertasten. Korrosion unter dem Lack ist an einer welligen oder pickeligen Oberfläche zu erkennen. Muffiger Geruch im Innenraum deutet auf Feuchtigkeit im Wagen hin. In diesem Fall nach Möglichkeit den Teppich anheben und nach Wasserpfützen und Rost suchen.

Lack-Check

Ausgebesserte Unfallschäden lassen sich mit bloßem Auge oft nicht erkennen. Indizien dafür sind Farbspuren an eigentlich unlackierten Teilen wie Gummidichtungen und Federbeinen sowie unterschiedlich helle oder matte Lackstellen, die am besten im Tageslicht zu sehen sind. Wenn der Verdacht besteht, dass einzelne Stellen nachlackiert wurden, kann eine Lackdichtenmessung in einer Werkstatt Gewissheit schaffen.

Systemtest

Vor der Probefahrt sind sämtliche Fahrzeugfunktionen zu testen - von der Klimaanlage über elektrische Außenspiegel oder Sitzheizungen bis zum Radio. Unterwegs bleibt die Musik aus, da sie verdächtige Fahrgeräusche übertönen könnte. Beim Einschalten der Zündung müssen die Kontrollleuchten im Cockpit wie für ABS, ESP und Airbags kurz aufleuchten und beim Motorstart erlöschen. Leuchten einzelne Lämpchen weiter oder blinken sie erst gar nicht auf, stimmt etwas nicht. In der Bedienungsanleitung eines Autos sind alle Kontrollleuchten aufgeführt.

Probefahrt

Mal eben eine Runde ums Autohaus zu drehen, reicht nicht. Zur Probefahrt gehören eine Überlandetappe mit mehr als 80 km/h und eine Autobahnfahrt mit 120 km/h. Denn Mängel wie eine verzogene Spur, eine ausgeschlagene Lenkung oder defekte Stoßdämpfer machen sich meist erst bei höheren Geschwindigkeiten bemerkbar. Ein Fahrzeug zieht dann zur Seite, fühlt sich schwammig an oder liegt schlecht in der Kurve. Eine hakelige Schaltung, starke Vibrationen und Ruckbewegungen deuten auf Antriebsprobleme hin.

Tachostand

Bei älteren Autos mit vielen Gebrauchsspuren, aber nur geringer Laufleistung könnte der Tachostand manipuliert sein. Kilometerangaben im Inspektionsheft, auf Prüfberichten, Werkstattrechnungen oder dem Ölwechsel-Aufkleber im Motorraum lassen womöglich einen Betrug auffliegen. Aufschluss darüber könnten auch Nachfragen bei den Vorbesitzern geben, mit welchem Kilometerstand der Wagen jeweils weiterverkauft wurde.

Sachverständiger

Sobald auch nur geringste Zweifel daran aufkommen, dass ein Gebrauchter unfallfrei und technisch in Ordnung ist, sollten Kunden das Auto vor dem Kauf von einem unabhängigen Sachverständigen von TÜV, GTÜ, KÜS oder Dekra begutachten lassen. Das lässt sich in der Regel gut mit einer Probefahrt vereinbaren. Ist der Verkäufer damit nicht einverstanden, könnte er etwas verbergen wollen. Dann gilt grundsätzlich: Finger weg und nach einem anderen Auto suchen.

Seriösen Anbieter erkennen

Ein vertrauenswürdiger Gebrauchtwagenanbieter spricht offen über Vorschäden und Mängel an einem Auto. Er liefert eine lückenlose Fahrzeugdokumentation und im besten Fall ein technisches Gutachten von unabhängiger Stelle mit. Kunden dürfen den Gebrauchten in Ruhe besichtigen, ausführlich Probe fahren, und sie bekommen genügend Bedenkzeit vor dem Kauf. Bei Privatverkäufern gibt es meist günstigere Preise, bei Händlern dafür eine Gebrauchtwagengarantie. Oft können kleine Händler bessere Preise machen als große, da bei ihnen weniger Gemeinkosten auflaufen.

1994 zeigte Mercedes auf dem Automobilsalon in Turin den kompakten Roadster als Studie, 1996 kam die erste Generation des SLK auf den Markt. Ein erstes Facelift erhielt der «kleine Bruder des SL» im Jahr 2000, bevor 2004 die sportlicher ausgelegte zweite Auflage in den Handel kam, die 2008 überarbeitet wurde. Im März 2011 startete die dritte und aktuelle Generation des Roadsters - unter anderem mit serienmäßiger Start-Stopp-Funktion zur Senkung des Spritverbrauchs.

Wurde der Ur-SLK noch mit einem mit 100 kW/136 PS vergleichsweise schwachen Vierzylinder angeboten, leistet der Einstiegs-Benziner der aktuellen Auflage 135 kW/184 PS. Stärkstes Aggregat im SLK ist ein V8 vom Mercedes-Werkstuner AMG mit 310 kW/421 PS. Mit der Einführung der aktuellen Generation hielt im SLK auch ein Dieselmotor Einzug: Der Selbstzünder mit vier Zylindern kommt auf 150 kW/204 PS.

Für einen Mercedes SLK 230 Kompressor der ersten Generation von 2001 mit 145 kW/197 PS werden um die 7450 Euro fällig. Der Branchendienst Schwacke nennt diesen Richtpreis für Exemplare mit einer durchschnittlichen Laufleistung von 123 450 Kilometern. Ein SLK 280 von 2006 mit 170 kW/231 PS kostet demnach noch rund 15 700 Euro (94 200 Kilometer). Und ein SLK 250 CDI BlueEfficiency mit Selbstzünder von 2011 müsste für 27 850 Euro zu bekommen sein (33 700 Kilometer).

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