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26.01.2010

08:00 Uhr

Mercedes SLS AMG

Eingefahren wird auf der Nordschleife

Es ist das Comeback der Saison: Nach mehr als fünf Jahrzehnten bringt Mercedes mit dem SLS den legendären Flügeltürer zurück. Daimlers Sportwagenschmiede AMG legte Hand an.

Mercedes hat den legendären Flügeltürer neu aufgelegt. Ein Traumwagen, der nicht ganz billig ist. dpa

Mercedes hat den legendären Flügeltürer neu aufgelegt. Ein Traumwagen, der nicht ganz billig ist.

dpa-infocom HAMBURG. Zwar macht der neue Silberpfeil einen weiten Bogen ums Retro-Design und weist mit klaren Linien, geraden Strichen und einem futuristischen Heck erfreulich weit in die Zukunft. Doch wie das Original von 1954 ist die Neuauflage ein Traumwagen, der bei einem Preis von 177 310 Euro für viele wohl ein Wunschwagen bleiben wird.

Eingefahren auf der Nordschleife des Nürburgrings, gibt der SLS den ambitionierten Spitzensportler. Locker könnte er es auch mit Ferrari & Co. aufnehmen. Der 4,64 Meter lange aber gerade einmal 1,26 Meter hohe Zweisitzer ist nicht nur stark und schnell, sondern auch überraschend agil und wendig. Dafür haben die Entwickler mit einer Aluminiumkonstruktion gegenüber einem konventionellen SL 63 rund 300 Kilogramm gespart und mit der sogenannten Transaxle-Bauweise für eine ausgeglichene Balance gesorgt.

Der Motor vor und das Getriebe hinter den Sitzen bringen den Wagen ins perfekte Gleichgewicht und machen ihn zusammen mit der feinfühligen Lenkung und einem gut abgestimmten Fahrwerk extrem präzise und berechenbar. Er schneidet scharf durch die Schikanen und lässt sich je nach justierter Toleranz der Stabilitätskontrolle bis in den Grenzbereich mit dem kleinen Finger mühelos im Zaum halten.

Flügeltürer wird zum Tiefflieger

Quell der unbändigen Kraft ist eine weitere Evolutionsstufe des hauseigenen V8-Motors. Das 6,2-Liter-Aggregat legt noch einmal knapp zehn Prozent Leistung zu und kommt nun auf 420 kW/571 PS und bis zu 650 Nm Drehmoment.

Die Doppelkupplungsautomatik mit ihren drei Schaltprogrammen wechselt die sieben Gänge in Windeseile - so wird schnell aus dem tiefen Donnergrollen ein wütendes Kreischen. Wenn man richtig Gas gibt, mutiert der Flügeltürer zum Tiefflieger. In nur 3,8 Sekunden schnellt er auf Tempo 100, hat nach kaum zwölf Sekunden 200 Sachen auf der Uhr und schiebt selbst jenseits von 300 km/h noch so mächtig voran, dass die auf 317 km/h erfolgte Tempobegrenzung wie ein Akt der Willkür erscheint.

Innenraum: Sportler im Smoking

Während man in anderen Rennwagen dieses Kalibers schwer arbeiten muss und sich oft in einem Fitness-Studio auf Rädern wähnt, bietet der SLS einigen Komfort. Statt enger Schalensitze hat er bequeme Ledersessel, zum Zierrat aus Karbon gibt es Klavierlack und edle Häute. Und auch wenn ihm ein paar Sicherheits- und Assistenzsysteme fehlen, ist er fast so üppig mit elektronischen Helfern bestückt wie eine E- oder S-Klasse.

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